Innsbrucker Polit-Ticker
Immobilienmarkt endgültig außer Kontrolle

"Widmungsstopp für Investorenprojekte" ist eine der politischen Schlagzeilen.
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  • hochgeladen von Georg Herrmann

INNSBRUCK. Widmungsstopp für private Investorenprojekte gefordert, gegen ein weiteres Aussetzen der Parkgebühren an Samstagen, die Covid-Teststation am Sonnendeck als dauerhafte Einrichtung: Neuigkeiten des Tages aus der Innsbrucker Politik, sowie die Einladung zu den Stadtspaziergängen.

Preisexplosion

„Am Innsbrucker Immobilienmarkt ist es mittlerweile fünf nach zwölf“, erklärt GR Benjamin Plach (SPÖ) mit Verweis auf den jüngst veröffentlichen Remax-Immobilienpreisspiegel. „Bei durchschnittlichen Wohnungspreisen von über 300.000 € und jährlichen Steigerungen von 10,4 % ist an eine realistische Finanzierung für eine normale Innsbrucker Familie nicht mehr zu denken“, fährt Plach fort. „Immer mehr Eigentumswohnungen werden ausschließlich für Investitionszwecke erworben, oft auch von ausländischen Gesellschaften, die ganze Stockwerke kaufen. Die Widmung von freifinanzierten Wohnprojekten dient also keineswegs der Deckung des Wohnbedarfs der Bevölkerung, sondern dient nur der Profitmaximierung von einigen wenigen. Daher ist es nur logisch, dass solchen Bauvorhaben auf Ebene der Raumordnung ein Riegel vorgeschoben werden muss. Diese Objekte dienen nicht einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Es sind reine Spekulationsobjekte, die keinen Mehrwert als Wohnraum haben!", führt Plach seinen Standpunkt aus. Plach weiter: „Das niedrige Zinsniveau drängt immer mehr Investoren in den Immobiliensektor, es werden Projekte realisiert, für die es keine reale Nachfrage als Wohnraum mehr gibt. Diese sind für die durchschnittliche Innsbrucker Familie schlicht nicht leistbar. Daher gilt es den geförderten Wohnbau zu stärken, um den überhitzen privaten Wohnungsmarkt abzukühlen, es gilt langfristig guten und günstigen Wohnraum zu schaffen." Plach abschließend: „Es braucht endlich einen Widmungsstopp für Investorenprojekte! Die SPÖ Innsbruck spricht sich seit Jahren konsequent gegen Widmungen für freifinanzierten Investorenprojekte aus, die keinerlei Mehrwert für die Innsbrucker Bevölkerung bieten und die Preise weiter in die Höhe treiben. Leider wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Widmungssünden durch die Grünen, FI und VP ermöglicht. Ich appelliere an die anderen Gemeinderatsparteien sich uns anzuschließen, um endlich eine Kehrtwende in der Innsbrucker Wohnungspolitik einzuleiten."

Gratisparken

Die NEOS haben sich bereits beim ersten Antrag gegen das Aussetzen der Parkgebühren am Samstag ausgesprochen und ihre Bedenken geäußert. „Parkgebühren sind in aller erster Linie ein Steuerungsinstrument für den ruhenden Verkehr. Man steuert damit die Fluktuation, also die Verteilung, der Autos auf die Parkflächen. In zweiter Linie geht es darum, dass wir als Stadt, die sich in den letzten Monaten stark um Attraktivierung des öffentlichen Raums bemüht hat, diesen nicht gleichzeitig für Autofahrerinnen attraktivieren können! Nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet, eine Attraktivierung des ohnehin beschränkten, öffentlichen Raums für Menschen und nicht für parkende Autos - das zahlt auch auf den innerstädtischen Wirtschaftsraum ein,“ argumentiert GR Julia Seidl. „Wenn Vizebürgermeister Anzengruber ein ‚neues’ Modell auf den Tisch legt, welches den Anforderungen besser entspricht, als das vorherige Gebührenmodell, werden wir selbstverständlich gesprächsbereit sein und uns das genau anschauen,“ ist Seidl Julia gespannt, welches Modell die ÖVP präsentieren will, „dass sich die ÖVP, die bisher die Gebührenbefreiung am Samstag immer vehemment gefordert hat, hier bewegt, ist allerdings schon sehr überraschend!“

Widerstand

„Es wird immer deutlicher, dass die beiden Stadträtinnen Mayr und Oppitz-Plörrer das Schwimmbad Höttinger Au lieber heute als morgen schließen und verkaufen wollen. Sparsamer Umgang mit Steuergeld ist für uns NEOS eine Tugend, aber es kann nicht sein, dass das Höttinger Schwimmbad einem neuem Megabad um 40 Mio. Euro beim Tivoli weichen muss, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung oder die Stadtteilentwicklung zu nehmen,“ kündigt Seidl Widerstand an.

Teststation Sonnendeck

Erfreut zeigt sich GR Mesut Onay (ALI) über den erfolgreichen Projektstart der kostenlosen Teststation beim Sonnendeck unter dem Motto #zusammensicher am vergangenen Wochenende. Nun hat die Stadt dem Antrag der Alternativen Liste Innsbruck (ALI) zugestimmt, dass an allen Sonnentagen die Teststation am Sonnendeck stationiert werden kann. Ein Zusammenschluss von Ärzten und Helfern übernimmt nun die Organisation. "Natürlich ist es trotz dieser sehr erfreulichen Intervention wichtig, dass die Abstände eingehalten werden." so Onay. Rund um die Teststation und am Marktplatz hat er deshalb gut sichtbare Banner anbringen lassen, die auf die Abstandsvorschrift hinweisen. "In der Pandemie braucht es keine Blockwartmentalität, sondern Solidarität und Zusammenhalt. Eine verantwortungsbewusste Nutzung von Erholungs- und Verweilräume ist angesagt," fasst Onay zusammen und erteilt den Platzsperrandrohungen eine klare Absage. Je länger die Pandemie dauere, desto mehr müsse die Politik auf die psychische Gesundheit das Augenmerk richten, schließt Onay.

Drei Stadtspaziergänge

Die Zeit der sogenannten „GastarbeiterInnen“ steht im Mittelpunkt der Rundgänge, die die Stadt Innsbruck auch heuer wieder in Kooperation mit dem Zentrum für MigrantInnen in Tirol (ZeMiT) anbietet. Sie starten am Freitag, 23. April, mit einem Spaziergang durch St. Nikolaus. Alle Interessierten sind eingeladen, sich an die 1960er- und 1970er-Jahre als Teil der gemeinsamen Geschichte zu erinnern sowie Neues über Innsbruck und seine EinwohnerInnen zu erfahren. Rund 11.000 Arbeitskräfte waren damals nach Österreich geholt worden, um den Wirtschaftsaufschwung und gesellschaftlichen Wohlstand zu schaffen. „Die erste große Migrationsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde politisch herbeigeführt. Geplant war, die Menschen nach einem Jahr wieder in ihre Heimatländer zurück zu schicken. Da der Bedarf an Arbeitskräften aber weiterhin enorm war, blieben viele im Land und auch in der Stadt Innsbruck und wurden hier heimisch“, so Integrationsstadträtin Mag.a Elisabeth Mayr, die daran erinnert, dass es heute mehr prekäre Arbeitsverhältnisse denn je gibt: „Was damals am Bau oder in der Textilbranche galt, begegnet uns nun in der Landwirtschaft, bei Lieferdiensten, im Tourismus und in der Pflege.“

Die Termine
Folgende Spaziergänge finden im Frühjahr 2021 statt:
Freitag, 23. April, 15.00 Uhr: Stadtspaziergang St. Nikolaus
Freitag, 28. Mai, 15.00 Uhr: Stadtspaziergang Bahnhof
Freitag, 18. Juni, 15.00 Uhr: Stadtspaziergang Bildung

Neben Rundgängen durch St. Nikolaus und um den Bahnhof widmet sich heuer erstmals ein Spaziergang den „Gastarbeiterkindern“, die im Rahmen der Familienzusammenführungen nach Österreich gekommen waren. Die TeilnehmerInnen erhalten einen Einblick in das damalige Bildungssystem sowie die Integrationsmaßnahmen für den Nachwuchs der ArbeitsmigrantInnen – der Spaziergang schlägt damit eine Brücke zum heutigen Bildungswesen.

Kontakt und Anmeldung
Die Teilnahme an den Rundgängen ist kostenlos. Aufgrund der beschränkten TeilnehmerInnenzahl ist eine zeitgerechte Anmeldung erforderlich:
Amt Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration
Mag.a Nicola Köfler
nicola.koefler@magibk.at
Telefon +43 512 5360 5176

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