Diskussion und Kritik
Jugendorganisationen rufen zu Demo gegen Kopftuchverbot auf
- Seit Beginn des Schuljahres 2026/27 gilt an Österreichs Schulen ein Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zum 14. Geburtstag. Am 9.10. gibt es eine Demo dagegen. (Symbolbild)
- Foto: Mufid Majnun/Unsplash
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Seit Beginn des Schuljahres 2026/27 gilt an Österreichs Schulen ein Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zum 14. Geburtstag. Der Tiroler ÖVP-Klubobmann und Integrationssprecher Sebastian Kolland bezeichnet das Verbot als richtig und notwendig. Jugendorganisationen organisieren am 9.10. ab 11 Uhr eine Demo unter dem Motto "Schulstreik".
INNSBRUCK. Die SPÖ-Vorfeldorganisationen Sozialistische Jugend und Rote Falken haben mit kommunistischen Jugendorganisationen und der Initiative „Schule brennt“ eine Demonstration am Freitag, 9. Oktober, ab 11 Uhr am Landhausplatz angemeldet. Die Demonstration unter dem Motto „Schulstreik“ richtet sich gegen das Kopftuchverbot, gegen das in Tirol bisher fünfmal verstoßen wurde. Untersagt ist das Tragen eines Kopftuchs, das nach islamischer Tradition den Kopf verhüllt. Der Nationalrat hatte die Regelung im Dezember 2025 mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, Neos und FPÖ beschlossen. Der Tiroler ÖVP-Klubobmann Sebastian Kolland verteidigt das Kopftuchverbot für Schülerinnen unter 14 Jahren und kritisiert den für 9. Oktober angekündigten Schulstreik. Demonstrationen gegen das Gesetz seien legitim, über dessen Verfassungsmäßigkeit hätten letztlich aber die Gerichte zu entscheiden, argumentiert Kolland.
„Das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren ist aus meiner Sicht ein richtiger und notwendiger Schritt. Österreich ist eine liberale, demokratische Republik, in der Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und die persönliche Entwicklung von Kindern einen hohen Stellenwert haben. Diese Grundsätze müssen auch in unseren Schulen gelten.“
- Jugendorganisationen haben eine Demonstration am Freitag, 9. Oktober, ab 11 Uhr am Landhausplatz unter dem Motto "Schulstreik" angemeldet. (Symboldbild)
- Foto: MChe Lee/Unsplash
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Klare Regeln
Kolland argumentiert, dass Religionsfreiheit und der Schutz von Kindern gegeneinander abgewogen werden müssten. Aufgrund unterschiedlicher kultureller und religiöser Vorstellungen brauche es seiner Ansicht nach gemeinsame Regeln an Schulen. „Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Gleichzeitig müssen wir dort Grenzen ziehen, wo es um den Schutz und die freie Entwicklung von Kindern geht. Unsere gemeinsamen demokratischen Regeln bilden dafür den verbindlichen Rahmen. Mit der Flüchtlingswelle 2015 sind auch Gruppen nach Österreich gekommen, die ein deutlich konservativeres Islambild nach Österreich gebracht haben. Hier klare Regeln zu definieren, besonders auch in unseren Schulen, halte ich deshalb für wichtig und notwendig“, sagt Kolland.
Kritik an angekündigtem Schulstreik
Gegen das Kopftuchverbot ist für Freitag, 9. Oktober, ein Schulstreik angekündigt. Kolland kritisiert insbesondere die Beteiligung parteipolitischer Jugendorganisationen an den Protesten. Das Recht, gegen ein vom Parlament beschlossenes Gesetz zu demonstrieren, stellt der ÖVP-Klubobmann dabei nicht infrage. Er verweist allerdings darauf, dass geltende Gesetze einzuhalten seien, solange sie nicht aufgehoben werden. „In einer Demokratie kann und darf über jedes Gesetz diskutiert und auch demonstriert werden. Gleichzeitig gilt: Ein vom Parlament beschlossenes und in Kraft getretenes Gesetz ist einzuhalten, solange es dem Rechtsbestand angehört. Über seine Verfassungsmäßigkeit entscheiden nicht politische Jugendorganisationen auf der Straße, sondern im Zweifelsfall der Verfassungsgerichtshof“, sagt Kolland.
- Sebastian Kolland (VP Tirol)
- Foto: Tiroler Landtag/Christanell
- hochgeladen von Georg Herrmann
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