Tirol immer noch säumig bei Plätzen in Schutzeinrichtungen

Yildirim / Fleischanderl: Tirol ist beim Opferschutz immer noch säumig.
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TIROL. Seit 2013 verspricht die Tiroler Landesregierung einen Neubau eines autonomen Frauenhauses. Gleichzeitig fehlen noch rund 35 - von der EU empfohlene - Frauenhausplätze in Tirol. Das bedeutet, dass im Vorjahr 200 Frauen in Tirol nicht aufgenommen werden konnten. Für sie gab es keinen Schutz vor häuslicher Gewalt.

Europarat empfiehlt rund 75 Plätze in Schutzeinrichtungen

Der Europarat empfiehlt pro 10.000 Enwohner einen Frauenhausplatz. In Tirol wären das rund 75 Plätze. Gleichzeitig gibt es in Tirol zwei Frauenhäuser mit Platz für 16 Frauen und Kinder. Notwohnungen gibt es in Kufstein und Lienz. In Österreich fehlen ca. 70 Frauenhausplätze. Rund die Hälfte davon in Tirol. Was zur folge hat, dass im Vorjahr 200 Frauen nicht den notwendigen Schutz vor häuslicher Gewalt bekommen konnten.

Tirol ist säumig beim Schutz vor häuslicher Gewalt

„Dafür zu sorgen, dass Betroffene geschützt werden, sehen wir als klaren öffentlichen Auftrag an. Gerade in Tirol habe ich den Eindruck, dass das nicht ernst genug genommen wird.  „Dafür zu sorgen, dass Betroffene geschützt werden, sehen wir als klaren öffentlichen Auftrag an. Gerade in Tirol habe ich den Eindruck, dass das nicht ernst genug genommen wird.", so Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim und ihre Stellvertreterin GRin Elisabeth Fleischanderl.

Schutzeinrichtungen in den Bezirken

Aktuell schaut es so aus, dass der Frauenhaus-Neubau Realität werden würde. Jedoch dauert es bis zur Fertigstellung. Weiters braucht es auch Schutzeinrichtungen in den Tiroler Bezirken. "Das Oberland ist gänzlich unversorgt. Die SPÖ hat daher die Landesregierung mittels Landtagsantrag aufgefordert, einen flächendeckenden Gewaltschutzplan bis Ende des Jahres auszuarbeiten.“, so Selma Yildirim und Elisabeth Fleischanderl.

Hilfe bei Gewalt

Zahlen und Fakten - 2016

  • Es kommt zu 601 Meldungen im Tiroler Gewaltschutzzentrum mit polizeilichen Maßnahmen.
  • Es wurden 467 Betretungsverbote verhängt.
  • Beratungen: 1148 Menschen wurden wegen häuslicher Gewalt bzw. Stalking beraten und unterstützt.
  • von den 1148 Beratungen waren 85 Prozent Frauen (976). In diesen Haushalten lebten 846 Kinder.

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