01.09.2014, 00:33 Uhr

Tiroler Blut in Amerikanischen Adern - US-Missionar entdeckt seine familiären Wurzeln

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Sister Evelyn und Elder Vaughn Mower, amerikanische Missionare mit Tiroler Wurzeln
Innsbruck: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) | Dass die Mehrheit der US-Amerikaner ihre familiären Wurzeln in Europa haben, ist kein Geheimnis. Überraschend wird es jedoch, wenn jemand dazu berufen wird, in Tirol eine Mission zu erfüllen und im Laufe seiner Arbeit entdeckt, dass einige seiner Vorfahren aus Tirol stammen.

Elder (Ältester) Vaughn Mower ist gebürtiger US-Amerikaner und seit Juli 2013 mit seiner Frau Evelyn Mower in Tirol als Missionar der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) tätig. Sein Familienstammbaum auf dem Amerikanischen Kontinent reicht viele Generationen zurück. Doch irgendwann gab es da immer jemanden, der von Europa nach Amerika ausgewandert ist – so auch bei der Familie Mower. Alles was Elder Mower bislang wusste war, dass seine Vorfahren hauptsächlich aus Deutschland kommen.

Zu Deutschland hatte er bereits als junger Mann eine tiefe Beziehung aufbauen können, als er 1968 von Hauptsitz der Kirche in Salt Lake City (Utah, USA) berufen wurde, für etwas mehr als zwei Jahre eine ehrenamtliche Mission in Süddeutschland zu erfüllen. Für ihn eine äußerst erfahrungsreiche Zeit. Er fühlte sich besonders geehrt, in einem Land zu dienen, in dem einige seiner Vorfahren gelebt haben. Nach seiner Mission studierte er Elektroingenieurswesen und arbeitet für 40 Jahre in diesem Beruf in Kalifornien und Utah (USA). Er und seine Frau Evelyn haben fünf Kinder und 18 Enkelkinder und sie forschten viele Jahre lang, um ihre Wurzeln noch genauer zu entdecken. Die Geschichte der Tiroler Vorfahren haben sie erst kürzlich durch die Ahnenforschung im Familienforschungszentrum in Innsbruck mittels „familysearch“ herausgefunden und lautet wie folgt:

In Steeg im Lechtal, Tirol lebte im 16. Jahrhundert die Familie Geiger auf ihrem Bauernhof. Einer ihrer Söhne, Christian Geiger wurde 1597 geboren. Er heiratete eine Schönheit im Dorf namens Anna Köstner die ihm drei Söhne schenkte. Sohn Johannes (geb. 1627) hatte in der Nachbarschaft Maria Schreyeck kennengelernt und geheiratet. Unter ihren sieben Kindern war eine Tochter namens Anna, die 1672 das Licht der Welt erblickte. Sie verliebte sich in den Johannes Geisinger aus Goetzis und übersiedelte nach Vorarlberg. Die beiden hatten 9 Kinder. Einen Sohn tauften sie auf den Namen Mathaeus. Dieser wurde 1697, also genau einhundert Jahre später als sein Tiroler Urgroßvater Christian Geiger geboren.

Mathaeus verehelichte sich mit Anna Walser, die auch aus Goetzis stammte. Sie hatten 5 Kinder, alles Söhne. Und wie es in diesen Zeiten üblich war, packte einen dieser Söhne das Fernweh. Joseph Carl Geisinger (geb. 1740 später „Charles“ genannt) wanderte mit 26 Jahren nach Amerika aus. In der Familie Gesichte von Charles Geisinger lesen wir, dass er im Oktober 1766 an Bord des Schiffes „Cullodian“ in Richtung Amerika in See stach. Dort angekommen heiratete er Sarah Plank aus dem Bundesstaat Maryland. Doch war Charles bald in die Wirren des Unabhängigkeitskrieges verwickelt. Er wollte in einem unabhängigen Staat leben und hat im Jahre 1776 an der Seite von George Washington in Valley Forge dafür gekämpft. Nach dem Unabhängigkeitskrieg lebten Charles und seine Frau Sarah in Pennsylvania, USA. Sie hatten 9 Kinder. Ihr erstes Kind wurde zwei Jahre nach dem Krieg im Jahre 1778 geboren.

Ein Enkelsohn von Charles Geisinger namens Henry Mower hat den Propheten Joseph Smith gekannt und war einer seiner Freunde. Henry wurde als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in September 1836 getauft. Im Jahre 1851 zog Henry und seine Familie nach Utah (USA). Er lebte dort in der Stadt Springville, die wie viele andere Städte von den damaligen Pionieren aufgebaut wurde. Er verstarb im Jahre 1878. Und hier schließt sich der Kreis, denn Henry Mower ist der Ur-Ur-Großvater von Elder Vaughn Mower, der mit seiner Frau Evelyn bis Anfang nächsten Jahres in Tirol als Missionar dient.
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