25.10.2016, 10:06 Uhr

Platter, Margreiter und Hörl zur „Leitbranche Tourismus“

Sommerbilanz und Winterausblick: Franz Hörl (WK Tirol), Josef Margreiter (Tirol Werbung), Landeshauptmann Günther Platter und Lukas Emberger (GF Leitner GmbH, von links). (Foto: Tirol Werbung)

Die bisherige Sommersaison hat sich im Tiroler Tourismus positiv entwickelt. Für den kommenden Winter stehen die Vorzeichen weniger günstig.

Günther Platter

Für Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter macht das aktuelle Ergebnis die engagierte Arbeit der Tiroler Touristiker deutlich. Diese Leistung drücke sich nicht nur in einer positiven touristischen Bilanz aus, sondern mache sich gesamtwirtschaftlich bemerkbar.

„Für mich ist und bleibt der Tourismus eine Leitbranche im Land. Sie generiert Wachstum und hat als einer der Haupttreiber für den Rückgang der Arbeitslosigkeit in Tirol in den vergangenen Monaten gewirkt“, so Platter. Das gute Ergebnis in diesem Sommer führt der Landeshauptmann außerdem auf die ausgeprägte Sensibilität der Gäste auf den Nahmärkten zurück: „Reisentscheidungen werden weiterhin vor dem Hintergrund eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses getroffen. Davon profitieren Länder wie Tirol, die als sehr sicher gelten.“

Der gegenteilige Effekt mache sich am chinesischen Markt bemerkbar, von wo in diesem Sommer erstmals seit Sommer 2009 Rückgänge zu verzeichnen waren. „Hier spüren wir die Zurückhaltung jener Reisegruppen aus China, die insbesondere die sogenannte Westroute nach den Anschlägen in Paris und Brüssel zunehmend meiden.“

Josef Margreiter

Für Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter belegt die Zwischenbilanz, dass der alpine Bergsommer weiterhin Konjunktur hat. Zu verdanken sei dies auch der Investitions- und Innovationsbereitschaft der heimischen Touristiker, die eine stetig wachsende Angebotsqualität und damit die Grundlage für derart positive Entwicklungen bilden.

„Nach den alarmierend rückläufigen Sommerzahlen ab Mitte der 1990er-Jahre wurden vermehrt Aktivitäten für eine Verjüngung des Bergsommerangebots gesetzt, sodass die Nächtigungen in den vergangenen zehn Jahren wieder um 13,8 Prozent zugenommen haben“, bilanziert Margreiter. Ein Wermutstropfen sei, dass die Aufenthaltsdauer abgenommen habe und somit wesentlich mehr Gäste für dieses positive Nächtigungsergebnis gewonnen werden müssen. Lag sie vor zehn Jahren noch bei 4,5 Tagen, so beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer mittlerweile 3,7 Tage. Hier mache sich der weiterhin starke allgemeine Trend in Richtung Kurzreisen bemerkbar. „Umso erfreulicher ist, dass die Werbe- und Vermarktungsmaßnahmen der Branche zu einem Gästewachstum von 42,8 Prozent in den vergangenen zehn Jahren geführt haben“, so Margreiter.

Franz Hörl

Die Tiroler Tourismusbetriebe zeigen sich laut Franz Hörl, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, mit der heurigen Sommersaison überwiegend zufrieden.

„Die Stimmung unter den Touristikern ist dennoch nicht rosig, weil die Mehrwertsteuererhöhung ein besseres Ergebnis verhindert hat und darüber hinaus eine Reihe weiterer Belastungen wirkt. Der Sommer wird immer stärker, dennoch liegt die Wertschöpfungsspitze unter dem Winter“, macht Hörl deutlich. Und noch etwas bereite ihm Sorgen: „Im Vergleich zum Vorjahr ist die Investitionsbereitschaft unserer Betriebe gesunken.“

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