MeinBezirk vor Ort
Große Vorhaben in kleiner Gemeinde
- Bgm. Georg Hochfilzer vor der Kindergarten-Baustelle.
- Foto: Klaus Kogler
- hochgeladen von Klaus Kogler
Der Neubau des Kindergartens ist das aktuell wichtigste Projekt in Waidring; viel Arbeit mit den Infrastrukturen.
WAIDRING. Der Neubau des Kindergartens, das derzeit größte Projekt in Waidring, geht in die Endphase.
"In den Herbstferien soll der Kindergarten in Betrieb gehen. Nach der Übersiedlung steht der Umbau bzw. die Adaptierung des alten Bestandsgebäudes für die Kleinkinderbetreuung am Programm",
schildert Bgm. Georg Hochfilzer im MeinBezirk-Gespräch.
Die Gemeindeführung ist ständig mit Investitionen in das Straßen-, Wasserleitungs- und Kanalnetz beschäftigt, laufend werden auch Baulandmodelle zur leistbaren Wohnraumbeschaffung für Einheimische entwickelt. Im Herbst werden 17 neue Mietwohnungen in der Dorfstraße ("Alpenländische") bezogen, wobei die Vergabe bei der Gemeinde liegt. Finalisiert wurde das wichtige Hochwasserschutzprojekt Haselbach-Grieselbach (wir berichteten).
Weitere aktuelle Vorhaben
Aktuell wird ein Grundankauf beim Bauhof (Teil des ehem. Sägewerkareals, Anm.) realisiert. Gestartet wurde die Verbauung der Kopfkrax- und Stoasöggrabenlawine.
"Wir finanzieren hier mit (1 %), insgesamt werden über fünf Jahre 5,5 Millionen € verbaut. Das Projekt ist äußerst wichtig hinsichtlich der Verkehrssicherheit an der B178",
so der Ortschef.
Für die Badeanlage bzw. den Badesee wird über die Waidring Ges.b.R. ein Grundwasserbrunnen zur Absicherung des Betriebs gebaut. Zudem wird die Generalsanierung der 47 Jahre alten Sanitäranlagen finalisiert.
Noch für heuer ist die Errichtung eines Kinderspielplatzes beim alten Sportplatz vorgesehen, der Beschluss soll im Juli erfolgen.
"Es gibt gute Förderungen über Leader und das Land Tirol, von den 90.000 € Kosten trägt die Gemeinde dann nur ein Drittel",
so Hochfilzer.
Durch fehlende Planungssicherheit in bewegten Zeiten will sich Hochfilzer nicht auf künftige Projekte festnageln lassen. Prioritär sind jedoch: Ankauf TLFA 2000, ca. 550.000 €, Lieferung Ende 2027; laufende Asphaltierungen von Interessentenstraßen, Verlängerung Radweg Sportplatz Richtung Winkl; Fortsetzung Ortskerngestaltung Bereich Pavillon/Kirchgasse.
Problemfelder
"Ein großes Problem ist die überbordende Bürokratie, die einen Höhepunkt erreicht hat. Hier muss dringend entrümpelt werden, damit die Verwaltung wieder Kapazitäten für die wirklichen Probleme und Herausforderungen hat. Wir verzetteln uns notgedrungen mit Kleinigkeiten, die nicht den geringsten Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger haben",
kritisiert Hochfilzer. Problematisch sei auch die große Erwartungshaltung in Teilen der Bevölkerung.
"Die Gemeinde soll für ALLES zuständig sein, soll ALLES regeln; auf die notwendige Eigenverantwortung wird dabei vergessen."
Großes Thema ist auch die allgemein angespannte Lage der Gemeinden.
"Wir müssen immer mehr Leistungen erfüllen, werden durch die Sparzwänge (Bund, Land) aber nicht mit zusätzlichen Geldmitteln dafür ausgestattet. Mehrkosten gibt es auf dem Sozialsektor, beim öffentlichen Verkehr, bei Sicherheit und Kontrollaufgaben. Dazu kommt ein ausuferndes Vergabewesen. Bis man etwa ein Bauvorhaben starten kann, sind schon zigtausende Euros in Wettbewerbe und Vergabemodalitäten geflossen",
so der Ortschef.
Einwohner der Gemeinde: ca. 2.090.
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