28.11.2016, 12:54 Uhr

ÖVP erinnert sich an Alt-Landeshauptmann Josef Krainer senior

Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Bezirksparteiobmann LAbg. Peter Tschernko, Bürgermeister Michael Fuchs-Wurzinger (Foto: Lienhardt)

Kranzniederlegung anlässlich des 45. Todestages von Landeshauptmann Josef Krainer sen.

Anlässlich des 45. Todestages von Landeshauptmann Josef Krainer sen. besuchte Landesparteiobmann Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer heute die Josef Krainer-Gedenkstätte in Allerheiligen bei Wildon. „Josef Krainer war ein offener, kritikfähiger Mensch, der Verantwortung übernahm, einen herzhaften Diskurs schätzte und kreative Denkansätze in seine Politik aufnahm“, würdigte Schützenhöfer den längst dienenden Landeshauptmann der Steiermark. „Josef Krainer war ein Brückenbauer, ein Mann der Zusammenarbeit und ein überzeugter Steirer. Mit ihm entwickelte sich die Steiermark zu einem offenen, kulturbewussten und erfolgreichen Wirtschafts- und Forschungsland.“


Zur Person Josef Krainer:

Josef Krainer wurde am 16.02.1903 in St. Lorenzen bei Scheifling geboren. Er besuchte in Mariahof und Kobenz die Volksschule und begann seinen beruflichen Werdegang als Land- und später als Forstarbeiter 1917 in der Obersteiermark. 1927 übersiedelte der geschäftsführende Obmann und hauptberufliche Landessekretär des Verbandes der christlichen Arbeiter und Angestellten in der Land- und Forstwirtschaft nach Graz. 1928 heiratete er Josefa Sonnleitner, die ihm fünf Kinder schenkte, als Ältesten 1930 Sohn Josef, der später von 1980 bis 1996 ebenfalls als Landeshauptmann wirkte.
1932 wurde Josef Krainer Sekretär der christlichen Bauarbeitergewerkschaft, geschäftsführender Obmann der Landwirtschaftskrankenkasse und Vizepräsident der Landarbeiterversicherungsanstalt. 1934 zog er als Abgeordneter in den Steiermärkischen Landtag ein, 1936 wurde er Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte in der Steiermark sowie Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und 1937 Vizebürgermeister von Graz.
Im März 1938 wurde Josef Krainer von den Nationalsozialisten verhaftet und drei Wochen eingesperrt. 1940 erwarb er eine kleine Landwirtschaft und Ziegelei in Gasselsdorf in der Weststeiermark, tauchte 1945 als Knecht bei zwei Bauern unter, um der drohenden Verhaftung durch das untergehende NS-Regime zu entgehen und wurde unmittelbar nach dem Krieg Bürgermeister von Gasselsdorf (1945 bis 1950) und Landesrat (1945 bis 1948). 1948 wurde er zum Landeshauptmann der Steiermark gewählt und blieb dies bis zu seinem plötzlichen Tod am 28.11.1971, als er bei der Niederjagd in Allerheiligen bei Wildon tot zusammenbrach.
Josef Krainer war von 1965 bis 1968 Mitglied des Bundesrates, Ehrensenator aller drei damaligen steirischen Hochschulen und Ehrendoktor der Rechtswissenschaften der Grazer Universität. Von 1965 bis 1971 war er Landesparteiobmann der Steirischen Volkspartei und von 1958 bis 1971 Mitglied des Bundesparteivorstandes der ÖVP.
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