Covid-19
Causa Ischgl: VSV hat umfangreiche Strafanzeige bei der WKStA eingebracht

Der VSV (Verbraucherschutzverein) fordert eine – von Tirol unabhängige – Aufklärung der Verantwortung.
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TIROL, ISCHGL. Der VSV (Verbraucherschutzverein) beantragt, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Erhebungen (WKStA) übernimmt. Obmann Kolba fordert eine – von Tirol unabhängige – Aufklärung der Verantwortung.

Kritik an Aussagen von LH Platter

(OTS)  Landeshauptmann Günther Platter habe am Sonntag in der ORF Presse-Stunde mit der Darstellung von Tirol als Musterschüler bei der Bekämpfung der Pandemie unter den Opfern Empörung ausgelöst. Halb Europa zu infizieren und damit “alles richtig gemacht” zu haben, bestärkt des VSV eine – von Tirol unabhängige – Aufklärung der Verantwortung zu fordern, heißt es in der Aussendung.
”Wir haben gestern Abend eine umfangreiche Strafanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingebracht,” sagt Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereines (VSV). “Denn Platter lügt, wenn er behauptet, Tirol habe auf Corona-Verdachtsfälle rasch und richtig reagiert.”

Vorgehen in der Coronakrise eine „Erfolgsgeschichte“

Der VSV sieht um Ischgl folgende zentrale Fehler:

  • Man hätte die Saison in Ischgl bereits am Freitag, 7. März 2020,um eine Woche früher beenden müssen. Man hätte tausenden Urlaubern, die Infektion mit dem Virus erspart. Da seit 3. März 2020 die Infektion von isländischen Reisenden bekannt war, hätten Hoteliers und Behörden rasch und effizient handeln müssen.
  • Die unterschiedlichen Reaktionen der Behörden am 25. Februar 2020 bei einem ersten Covid-19 Fall in Innsbruck hat man noch alles richtig gemacht. Hotel geschlossen, Personal getestet. Eineinhalb Wochen später verordnet dieselbe Behörde bei der positiven Testung eines Barkeepers in einer Après Ski-Bar in Ischgl nur den Austausch des Personals und die Selbstdesinfektion der Räume. Nach außen wird beruhigt, statt gewarnt: “Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch sei sehr unwahrscheinlich”. “Entweder die Behörden sind binnen einer Woche dümmer geworden, was ich nicht annehme, oder der Druck der Tourismusindustrie führte zu zweierlei Maß,” sagt Kolba.
  • Das Ausreisemanagement am Freitag, den 13. März war gekennzeichnet durch absolutes Chaos und einer Missachtung der Verordnung zur Quarantäne des Paznauntales. Vorweg gewarnt, haben Hoteliers sich ihrer Saisoniers brutal entledigt und diese zur Heimreise vor der Quarantäne aufgefordert. Auch österreichische Gäste wurden - entgegen der Verordnung - aus dem Tal ausreisen gelassen. So kommt es, dass die AGES 56 Prozent der österreichischen Infektionen auf Ischgl zurückführt.
  • Die ausländischen Gäste wurden auf Europa verstreut ohne deren Daten wirksam zu sammeln und an die jeweils heimischen Gesundheitsbehörden weiterzuleiten.

Gerechtigkeit und um das Ansehen als Tourismusland

”Entweder Österreich zeigt der Welt, dass wir diese Missstände rasch und effizient selber aufarbeiten, dann muss die WKStA die Ermittlungen übernehmen. Oder die Aufklärung findet im Ausland statt: Durch einen Untersuchungsausschuss im EU-Parlament oder auch durch Sammelklagen für US-Amerikaner in den USA,” kündigt Kolba an. “Es geht um Gerechtigkeit und um das Ansehen Österreichs als Tourismusland.”

Quelle: OTS-Presseaussendung VSV (Verbraucherschutzverein), Obmann Dr. Peter Kolba, 09.06.2020

Causa Ischgl: 1.000 Seiten umfassender Zwischenbericht
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