St. Peter-Freiensteins "Blumenfee"
„Mir ist die Freude genommen worden“

Elf Jahre lang war Sigrid Zaloznik mit all ihrer Liebe und Leidenschaft dabei, St. Peter-Freienstein durch Blumenschmuck zu verschönern. Dass die Marktgemeinde diesbezüglich nun andere Pläne beschlossen hat, trifft die 82-Jährige hart.  | Foto: Astrid Höbenreich-Mitteregger
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Sigrid Zaloznik kümmerte sich elf Jahre lang mit Herzblut um den Blumenschmuck der Marktgemeinde St. Peter-Freienstein. Dass sie heuer ohne für sie ersichtliche Vorankündigung von der Gemeinde abgesetzt wurde, trifft die 82-Jährige hart.

ST. PETER-FREIENSTEIN. „Die Blumen waren mein Leben. Nach dem Tod meines Sohnes war die Arbeit mit den Pflanzen eine heilende Ablenkung für mich. Indem man mir diese Tätigkeit wegnimmt, stößt man mich in ein tiefes Loch“, sagt Sigrid Zaloznik, die mehr als ein Jahrzehnt lang als „Blumenfee“ der Marktgemeinde galt und vergangenes Jahr für die "Woche"-Serie "Stille Helden" vorgeschlagen wurde.

Beschluss über ihren Kopf hinweg

Es sei dermaßen verletzend für sie, weil die Gemeinde die Entscheidung, sie abzusetzen, über ihren Kopf hinweg getroffen hätte. „Man hätte vorher mit mir reden müssen. Ich habe erst kürzlich vom Bürgermeister erfahren, dass ich nicht mehr gewünscht bin. Da war bereits alles beschlossene Sache durch den Umweltausschuss. Und mir wurde gesagt, dass ich schon alt bin. Ja, ich kenne mein Alter, das heißt aber nicht, dass ich nichts mehr leisten kann, ich bin sehr fit und arbeite so gerne“, ist die 82-Jährige enttäuscht.

Vorwurf Altersdiskriminierung

Diese Vorgehensweise der Gemeinde, der sie Altersdiskriminierung vorwirft, akzeptiere sie nicht. „Ich empfinde es als ‚Fußtritt‘ und einfach nur feige und ich möchte, dass die Bürger der Gemeinde wissen, warum ich raus bin.“
St. Peter-Freiensteins Bürgermeister Wolfgang Gomar nimmt dazu folgendermaßen Stellung: „Das Wichtigste gleich vorweg: Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich Frau Zaloznik in den vergangenen elf Jahren um den Blumenschmuck unserer Gemeinde gekümmert hat, sie hat das wunderbar gemacht und unser Ort war über die Grenzen hinaus für die schönen Blumenarrangements bekannt“, betont Gomar.

Sigrid Zalozniks Blumenschmuck war in ganz St. Peter-Freienstein zu finden.  | Foto: Sigrid Zaloznik

Mehrere Gründe für Entscheidung

Nun gebe es aber mehrere Gründe für die Entscheidung, Sigrid Zaloznik nicht mehr als „Blumenfee“ arbeiten zu lassen. „Zum einen muss unsere Gemeinde Einsparungen vornehmen. Zum anderen sind wir verantwortlich wegen ihres Alters, es ist ein Stück Selbstschutz für Frau Zaloznik und weit weg von Altersdiskriminierung. Man denke nur an die Blumenpflege in den heißen Sommermonaten oder das Besteigen einer Leiter.“ Deshalb wurde in dieser Sache eine neue Zukunftsausrichtung gewählt, die Gemeinde würde sich sehr freuen, wenn sich Sigrid Zaloznik daran beteiligen würde.

Für den Blumenschmuck am Marktplatz sorgte ebenfalls Sigrid Zaloznik, über die wir vergangenes Jahr als "Stille Heldin" der Gemeinde berichtet haben.  | Foto: Astrid Höbenreich-Mitteregger
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Paten für Blumentröge

„Der Umweltausschuss hat beschlossen, den Blumenschmuck künftig auf Basis von Bürgerbeteiligung und einer Gärtnerei gestalten zu lassen. Das heißt, für die rund zwölf Blumentröge können Gemeindebürger quasi Pate sein und diese auf ihre Kosten bepflanzen und pflegen. Gegossen wird von der Gemeinde. Der Kreisverkehr und die Beete am Marktplatz werden von einer Gärtnerei gestaltet“, erklärt der Bürgermeister.

Der Kreisverkehr in St. Peter-Freienstein wird ab sofort von einer Gärtnerei gestaltet, die Blumentröge können von Gemeindebürgern selbst bepflanzt werden.  | Foto: Sigrid Zaloznik
  • Der Kreisverkehr in St. Peter-Freienstein wird ab sofort von einer Gärtnerei gestaltet, die Blumentröge können von Gemeindebürgern selbst bepflanzt werden.
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Zu wenig klar kommuniziert

Bezüglich der Entscheidung, über die laut Gomar bereits im vergangenen Sommer mit Sigrid Zaloznik gesprochen wurde, "sie aber offenbar nicht dachte, dass sie tatsächlich umgesetzt würde", bedauert er, „dass diese zu wenig klar an sie kommuniziert wurde“. Gomar möchte die leidenschaftliche Hobbygärtnerin für ihre langjährigen Dienste ehren. „Ich verzichte auf eine Ehrung, man kann mich nicht kaufen. Ich bin vor den Kopf gestoßen, mir ist die Freude genommen worden“, betont Sigrid Zaloznik.

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Sigrid Zalozniks Blumenschmuck war in ganz St. Peter-Freienstein zu finden.  | Foto: Sigrid Zaloznik
Für den Blumenschmuck am Marktplatz sorgte ebenfalls Sigrid Zaloznik, über die wir vergangenes Jahr als "Stille Heldin" der Gemeinde berichtet haben.  | Foto: Astrid Höbenreich-Mitteregger
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