Erzbergbahn in Not
Grüne fordern Land nach Tunnelsperre zum Handeln auf
- Nach der behördlichen Sperre zweier Tunnel auf der Erzbergbahn fordern die steirischen Grünen ein rasches Handeln der Landesregierung.
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Nach der behördlichen Sperre zweier Tunnel auf der Erzbergbahn fordern die steirischen Grünen ein rasches Handeln der Landesregierung. Sie verlangen eine sofortige Lösung für die Tunnelsanierung, die Prüfung von EU-Fördergeldern sowie ein langfristiges bahntouristisches Konzept.
VORDERNBERG. Ein Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Leoben schränkt den Betrieb der historischen Erzbergbahn, wie berichtet, seit einer Woche massiv ein. Wegen Mängeln beim Brandschutz, bei den Notbeleuchtungen und den Fluchtwegen dürfen der Präbichltunnel und der Plattentunnel vorerst nicht mehr befahren werden. Um ein Aus der Bahn abzuwenden, bringen die steirischen Grünen nun einen selbstständigen Antrag im Landtag ein.
Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner, Sprecher für Tourismus und Regionen der Grünen, nimmt die Streckenunterbrechung der Bahn zum Anlass, um eine politische Debatte über die Zukunft der Infrastruktur erneut aufzurollen. Schönleitner sieht Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) in dessen Funktion als Tourismusreferent in der Pflicht, das drohende Aus der Bahn abzuwenden.
- Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner sieht Landeshauptmann Mario Kunasek in dessen Funktion als Tourismusreferent in der Pflicht, um das drohende Aus der Erzbergbahn abzuwenden.
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Erste Initiative 2024
Bereits im Frühjahr 2024 haben die Grünen eine Landtagsinitiative gestartet. Unter dem Titel „Erzberg-Gesäuse-Express“ schlugen sie vor, die vorhandene Schieneninfrastruktur von Leoben über Trofaiach, Vordernberg, Präbichl, Eisenerz, Hieflau und den Nationalpark Gesäuse bis Selzthal für ein durchgängiges bahntouristisches Konzept zu nutzen. Die Landesregierung lehnte dieses Vorhaben ab.
Durch die veränderten Rahmenbedingungen nach der Tunnelsperre fordern die Grünen nun erneut ein Handeln des Landes. Schönleitner betont die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements vor Ort: „Hier investieren Menschen seit Jahren unzählige Stunden, weil ihnen diese Bahn und ihre Region am Herzen liegen. Dieses Engagement sollte das Land nicht sich selbst überlassen. Mario Kunasek ist als Landeshauptmann und Tourismusreferent gefordert, jetzt das Gespräch mit den regionalen Vertretern zu suchen und gemeinsam eine tragfähige touristische Perspektive für die Strecke zu entwickeln.“
- Die Grünen verlangen eine sofortige Lösung für die Tunnelsanierung, die Prüfung von EU-Fördergeldern sowie ein langfristiges bahntouristisches Konzept.
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Vorbild Schweiz
Für die Umsetzung verweisen die Grünen auf das Vorbild Schweiz, wo vergleichbare Panoramastrecken erfolgreich vermarktet werden. Dazu Schönleitner: „Dort würde man ein solches Stück Bahngeschichte als touristische Chance begreifen und entsprechend weiterentwickeln. Genau diesen Blick wünsche ich mir auch für die Steiermark.“
Neben dem Gespräch mit den lokalen Akteuren aus Wirtschaft, Tourismus und dem Betreiberverein fordern die Grünen, die Finanzierung über europäische Förderprogramme zu prüfen. Schönleitner verweist auf bestehende Instrumente der Europäischen Union: „Auf europäischer Ebene stehen passende Fördertöpfe für nachhaltigen Tourismus, regionale Entwicklung und Infrastruktur zur Verfügung. Es liegt an der Landesregierung, diese Möglichkeiten ernsthaft zu prüfen und für die Erzbergbahn zu nutzen.“
Im aktuellen Antrag wird das Land auch aufgefordert, eine Machbarkeitsstudie vorzulegen, einen Runden Tisch mit allen Beteiligten wie den ÖBB, den Gemeinden und dem Verein einzurichten sowie an einer dauerhaften Sanierungslösung für die gesperrten Tunnelröhren mitzuwirken.
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