29.10.2017, 18:19 Uhr

Allerheiligen ist gelebtes Gedenken

An Allerheiligen gedenken wir den Verstorbenen.

Gelebtes Gedenken ist auch gelebtes Brauchtum

Allerheiligen steht vor der Tür. Wir gehen auf die Friedhöfe und gedenken bei der Gräbersegnung den Verstorbenen. Für uns ein Brauch der immer schon da war. Zeit sich mehr mit diesem Tag einmal zu beschäftigen.

Märtyrer

Der Ursprung des Feiertages reicht bis in das 4. Jahrhundert zurück. Damals wurde an jene gedacht, die für den christlichen Glauben ihr Leben ließen und als Märtyrer starben. Es wird an "allen Heiligen" gedacht. Die Botschaft ist vom Glauben geprägt, dass viele Verstorbene als Heilige verehrt werden können. Als geistiger Vater des Festes gilt der mittelalterliche Theologe Alkuin. Der am 2. November begangene Allerseelentag entstand, vom französischen Benediktinerkloster Cluny ausgehend, rund 200 Jahre danach.

Grabschmuck und Gräbersegnung

Speziell zu Allerheiligen versammeln sich viele Menschen auf den Friedhöfen um gemeinsam zu beten und die Gräber der Verstorbenen segnen zu lassen. Die entzündeten Kerzen werden auch als "Seelenlichter" bezeichnet, die das ewige Leben nach dem Tod symbolisieren sollen. Gestecke und Blumen verwandeln die Friedhöfe an diesen Tagen in einen bunteren Ort. Der gesamte Zeitraum zwischen 1. Und 8. November wird übrigens „Seelenwoche“ genannt.

Brauchtum Allerheiligenstriezl

Auch der Striezel gehört als fester Brauchtumsbestandteil zu Allerheiligen. Der geflochtene Zopf wird vielerorts selbst gebacken. Über ihn könnte man einen eigenen Bericht verfassen da dieser Brauch schon breit gefächert und mit vielen Mythen behaftet ist. Man vermutet aber, dass die Tradition des Striezels im 17. Jahrhundert in Österreich aufkam. Denkbar ist aber auch, dass es bereits früher war. Geflochtenes galt bereits seit jeher als Glücksbringer und hielt böse Geister fern. Wahrscheinlich hat seine Form hier seinen Ursprung.

Gesetzlicher Feiertag

Allerheiligen ist in Österreich, Liechtenstein,, den katholischen Bundesländern in Deutschland, Teilen der Schweiz, Luxemburg, Italien, Spanien, Belgien, Frankreich, Portugal, Polen, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Litauen, Kroatien, und den südostasiatischen Philippinen ein gesetzlicher Feiertag.

Halloween

Am Vorabend von Allerheiligen begeht man in den USA Halloween. Dieser Brauch schwappte auch nach Europa über und so kommt es auch in Österreich vor, das Kinder von Haus zu Haus gehen und um Süßigkeiten bitten. Kommt man der Bitte nicht nach, hagelt es Scherze. Diese Art des Brauchtumes ist in Österreich umstritten, nicht zuletzt, da es oft mit Sachbeschädigungen endet. Kürbise schnitzen hingegen ist dekorativ und besonders für Kinder spannend.

Bleibt zum Schluss ein Gedicht von Rainer Maria Rilke der da schrieb:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
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Gerhard Woger aus Deutschlandsberg | 30.10.2017 | 11:24   Melden
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Anna Aldrian aus Graz-Umgebung | 01.11.2017 | 20:54   Melden
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