06.12.2017, 08:00 Uhr

"Wir leben im Paradies, uns geht nichts ab"

Selbstgebrannter Obstler: Zwischen Weihnachten und Neujahr genießt Hermann Watzl die ruhige Zeit beim Schnapsbrennen.

Der Familienmensch Hermann Watzl lud die WOCHE Ennstal zum privaten Interview zu sich nach Hause ein.

In unserer Serie "Bürgermeister privat" stellen wir das Leben der Ortschefs außerhalb der Politik in den Fokus. Bei 29 Ortsvorstehern im Bezirk Liezen ist die Vielfalt naturgemäß groß. Diesmal haben wir uns mit Hermann Watzl – seit 2015 Bürgermeister der Marktgemeinde Admont, davor zehn Jahre lang Gemeindeoberhaupt von Hall – getroffen.

Seit der Fusion vor fast drei Jahren ist Admont die flächenmäßig zweitgrößte steirische Gemeinde nach Mariazell. Wie funktioniert die Zusammenarbeit in der Großgemeinde?
HERMANN WATZL: Wir waren uns ja schon vorher einig, von daher hat alles gut geklappt. Wir haben alle Gemeinde-Mitarbeiter übernommen, alle Orte sind gleichberechtigt. Es hat sich auch nicht viel geändert, das Vereinsleben bleibt größtenteils weiterhin erhalten. Trotzdem muss man auch sagen, dass einige Vereine schon vorausgedacht haben und bereits davor fusioniert haben.

Womit verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich bin ein Familienmensch, verbringe gerne viel Zeit mit meiner Frau, unseren Töchtern und Enkeln. Beide Enkelkinder wohnen bei uns im Haus. Außerdem genieße ich die Zeit im Wald, gehe gerne Holzarbeiten. Mein verstecktes Hobby ist die Modelleisenbahn. Leider finde ich dazu gerade wenig Zeit, das wird aber sicher wieder kommen. Vor ein paar Jahren habe ich mir ein Motorrad gekauft. Damit fahre ich zwar nicht weit herum, aber nach Johnsbach, eine Buchstein-Runde oder rund um die Haller Mauern bin ich schon unterwegs.

Welches TV-Programm lockt Sie vor den Fernseher?

Ich schaue mir gar nichts im Fernsehen an, stattdessen lese ich lieber ein gutes Buch. Ich habe mir auch während des Wahlkampfs keine einzige TV-Debatte angesehen. Dafür brauche ich morgens die Zeitung zum Lesen.

Was macht für Sie die Weihnachtszeit aus?
Hektik. Ich komme jährlich auf etwa 20 Weihnachtsfeiern, da wir eben viele Vereine und Ortsteile haben. Ich bin ein absoluter Gegner von Blinklichtern oder auffälliger Weihnachtsdeko. In dieser Hinsicht bin ich eher traditionell und konservativ eingestellt – sprich mit Krippe und Christbaum. Zwischen Heiligabend und Neujahr beginnt die ruhige Zeit für mich. Dann nehme ich mir Zeit zum Schnapsbrennen. Obwohl ich selbst keinen Schnaps trinke, freue ich mich jedes Jahr darauf, Obstler herzustellen.

Was müssen Sie unbedingt einmal erleben?
Ich bin ein genügsamer Mensch, habe keine Ziele mehr, außer gesund und fit zu bleiben. Generell bin ich sehr zufrieden, wir leben ja im Paradies – uns geht nichts ab.
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