30.11.2016, 09:00 Uhr

Irdning als Favorit für das Leitspital?

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler wollte sich noch nicht festlegen, wo das neue Leitspital entstehen soll. (Foto: Prontolux)

Großes Interesse aus der Bevölkerung herrschte bei der Gesundheitskonferenz im Kulturhaus Liezen.

Am vergangenen Freitag wurden im Kulturhaus Liezen die Pläne für die Gesundheitsreform vorgestellt. Im Frühjahr sollen die Reformen beschlossen werden.
Großes Interesse aus der Bevölkerung bestand vor allem hinsichtlich des geplanten Leitspitals. Dieses soll in sieben bis acht Jahren die derzeit bestehenden Spitäler in Schladming, Bad Aussee und Rottenmann ersetzen. „Derzeit bieten wir pro Spital zwei bis drei Fächer an, wenn ich mich auf einen Standort konzentrieren kann, dann gibt es dort deutlich mehr Fachbereiche im stationären und ambulanten Bereich", sagte Harald Gaugg vom Gesundheitsfonds.

Irdning Favorit?

Wie erwartet wurden die Diskussionen hitzig geführt. Die emotionalste Frage war natürlich jene nach dem Standort für das neue Leitspital. Angeblich sei hierfür Irdning im Gepräch. Gesundheitslandesrat Christopher Drexler wollte sich nicht festlegen: „Ich glaube, eine Mehrheit war für die Idee nur ein Leitspital im Bezirk Liezen zu haben zu gewinnen." Doch wo es hinkommen soll, darüber wäre eine Einigung noch nicht herstellbar gewesen, sagt der zuständige Landesrat. Für den Vorstand der Krankenanstaltengesellschaft KAGes, Karlheinz Tscheliessnig, sei Irdning zwar ein möglicher Ort: "Aber es ist noch nichts entschieden", stößt er ins selbe Horn wie Drexler. Klar ist aber wohl, dass der Verkehrsknotenpunkt Trautenfels in den Planungen der Spitalsexperten eine entscheidende Rolle spielen wird – durchaus gute Karten also für Irdning. Was ebenfalls für diesen Standort spricht: Glaubt man Insiderinfos, hat die Gemeinde auch im Hinblick auf eventuelle Baugründe gut vorgesorgt.

Mega-Investition

Der Investitionsschub fürs Ennstal könnte – unabhängig vom Standort – naturgemäß ein enormer sein. Das LKH Hartberg etwa, einer der letzten Spitalsneubauten, schlug vor bald 15 Jahren mit Errichtungskosten von rund 60 Millionen Euro zu Buche, in Bad Aussee waren es vor einigen Jahren rund 30 Millionen Euro. Die Entscheidung über den Neubau und die Nachnutzung der anderen Häuser (siehe Info rechts) wird im Frühjahr 2017 fallen.


Bürgermeister hoffen auf ihre Standorte

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Schladming, Rottenmann und Bad Aussee kämpften dafür, dass ihr jeweiliges Krankenhaus eventuell das neue Leitspital wird.
Schladmings Bürgermeister Jürgen Winter spricht den Tourismus an: „Daher muss der Standort Schladming gesichert werden.“ Der Rottenmanner Bürgermeister Alfred Bernhard kann die Notwendigkeit eines neuen Leitspitals verstehen, „aber als Bürgermeister einer Gemeinde, das ein Spital beherbergen kann, kann ich einen anderen Standort nicht befürworten.“
Franz Frosch, Bürgermeister von Bad Aussee, kann sich mit der neuen Variante anfreunden. „Wenn das Ergebnis eine medizinische Verbesserung ist und auch was die Arbeitsplätze betrifft, dann wird man zu einem neuen Standort schwer Nein sagen können.“
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