Hier ordinieren 1980er-Jahrgänge

Roland Hutter in seiner Ordination in Krieglach. Der 36-Jährige ist der jüngste Allgemeinmediziner im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.
  • Roland Hutter in seiner Ordination in Krieglach. Der 36-Jährige ist der jüngste Allgemeinmediziner im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag.
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In Zeiten, in denen der klassische steirische Hausarzt durchschnittlich 52,7 Jahre alt ist, sorgen sie für "frisches Blut": Jene jungen Mediziner, die sich quasi direkt nach der abgeschlossenen Ausbildung in das Abenteuer "Arztpraxis" stürzen.
Laut der jüngsten Landesstatistik zählen die Ärzte nämlich neben den Notaren und den Ziviltechnikern zu den stärksten überalteten Berufsgruppen. Lediglich acht Prozent der niedergelassenen Ärzte sind unter 40 Jahren. Die Gründe, warum keine jungen Kollegen nachkommen, sind vielfältig, wie Alexander Moussa aus eigener Erfahrung weiß: "Die Arbeitsbelastung ist meist recht hoch und die Familie leidet unter den häufig nicht planbaren Tagesabläufen. Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste sind zu leisten und bei Verhinderung bzw. Krankheit steht der Betrieb still", so der 35-jährige Allgemeinmediziner, der seit 2012 eine Ordination in Hartberg hat.

Tragende Säule

"80 Millionen Patientenkontakte werden jährlich von Allgemeinmedizinern abgewickelt", berichtet Moussa, der gleichzeitig auch Obmann der Sektion Allgemeinmedizin sowie kassenärztlicher Referent der Ärztekammer Steiermark ist. "Damit sind wir eine tragende Säule der medizinischen Versorgung in Österreich." Dass dieser maßgeblichen Stütze auch viele Steine in den Weg gelegt werden – Kassenbürokratie, Limitationen – ist bekannt. Dennoch lassen sich besonders Engagierte nicht davon abschrecken. Einer von ihnen ist Roland Hutter aus Krieglach, den die WOCHE als jüngsten Arzt des Bezirks Bruck-Mürzzuschlag zum Gespräch gebeten hat.

Jüngster im Bezirk

2014 hat Roland Hutter die Ordination seines Vaters Heinz übernommen. Sie befindet sich im Untergeschoss seines Elternhauses, in dem der 36-Jährige mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnt. "Das ist schon ein großer Vorteil. Denn auch die hohen Investitionskosten, die man am Anfang hat, schrecken viele ab. Hätte ich diese Möglichkeit nicht gehabt, wäre ich im Krankenhaus geblieben", sagt Hutter. Vor allem bei der Organisation der Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste sieht er großen Nachholbedarf. "Da kann es schon sein, dass man teilweise nur mit dem Bereitschaftsdienst, wochentags und am Wochenende, auf bis zu 100 Stunden in der Woche kommt", sagt Hutter. Der Krieglacher Allgemeinmediziner liebt an seiner Arbeit den langjährigen Kontakt zu seinen Patienten und die große Abwechslung. "Als Allgemeinmediziner hat man von allen Fachgruppen etwas dabei", so der 36-Jährige.
Die jüngste Allgemeinmedizinerin kommt übrigens aus dem Bezirk Weiz. Stefanie Essl ist 32 Jahre alt und hat ihre Ordination in Passail.

Jüngsten Allgemeinmediziner Steiermark

1. Stefanie Essl, 24.8.1985; Passail
2. Maria-Anna Thier, 21.6.1983; Schladming
3. Daniela Bonstingl, 15.10.1982; Weiz
4. Alexander Moussa, 29.1.1982, Hartberg
5. Elisabeth Niederl, 17.1.1982, Bad Gleichenberg
6. Roland Hutter, 10.10.1981, Krieglach
7. Wolfgang Lechner, 29.8.1981, St. Stefan im Rosental
8. Franz Dullinger, 27.8.1981, Fohnsdorf
9. Nikolaus Hanf-stingl, 22.8.1981, Heiligenkreuz/Waasen
10. Pia-Katharina Edlinger, 17.8.1981, Bad Aussee

Ch. Seisenbacher/A. Koidl

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