Im Gespräch
Die neue Chefin am Mürzer Arbeitsmarkt

Im Gespräch mit der neuen AMS-Geschäftsstellenleiterin Elfriede Saufüssl verrät sie, dass sie auch selbst schon einmal arbeitslos war.
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  • Im Gespräch mit der neuen AMS-Geschäftsstellenleiterin Elfriede Saufüssl verrät sie, dass sie auch selbst schon einmal arbeitslos war.
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Wir haben mit der neuen AMS-Chefin Elfriede Saufüssl über ihre Herangehensweise, Wege und Ziele gesprochen.

Seit 1. Juni ist Elfriede Saufüssl die neue Geschäftsstellenleiterin vom AMS Mürzzuschlag. Nach 30 Jahren im Service für Arbeitssuchende legt sie ihre neue Funktion mit viel Wertschätzung für jedermann und jedefrau an.

Haben Sie sich in Ihrer neuen Funktion bereits eingelebt?
ELFRIEDE SAUFÜSSL:
Mein Vorgänger Manfred Juricek hat mich seit Dezember jeden Tag zwei Stunden in seinem Büro sitzen lassen, damit ich mich eingewöhnen kann. Bis zum 1. Juni hat sich das fremd angefühlt, aber jetzt bin ich angekommen.

Wie hat sich Ihr Alltag seither verändert?
Ich habe noch keine Routine, aber einen vollen Terminkalender. Ich war 30 Jahre lang im Service für Arbeitssuchende. Das war schon sehr spannend und abwechslungsreich. Jetzt kann ich Dinge auf eine andere Art verändern. Vor allem freue ich mich auf die Besuche in den Betrieben und den Gemeinden.

Wie werden Sie das Amt der AMS-Chefin anlegen?
Ich bin offen für Neues. Möchte mir von jeder Situation ein eigenes Bild machen und jedem, genauso wie auch vorher schon, mit der größtmöglichen Wertschätzung begegnen. Wir brauchen das Rad aber auch nicht neu erfinden, denn mein Vorgänger hat schon hervorragende Arbeit geleistet.

Nach 30 Jahren im Service für Arbeitssuchende übernimmt Saufüssl nun die Chefposition.
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Hilft Ihnen Ihre Erfahrung in der Kundenbetreuung in Ihrer neuen Rolle?
Davon bin ich überzeugt. Vielleicht gehe ich teilweise zu naiv und blauäugig an die Sache, aber ich weiß genau, wo der Schuh bei den Menschen drückt. Wichtig ist mir auch immer, dass mein Gegenüber weiß, warum wir als AMS so agieren, wie wir agieren. Wir haben oftmals nicht viel Bewegungsraum, aber diesen gilt es zu nutzen.

Wo drückt der Schuh am Mürztaler Arbeitsmarkt besonders?
Der Pflege- und der Facharbeitermangel sind Dauerthemen. Das wird sich auch nicht mehr ändern. Hier braucht es dringend neue Anreize. Für Frauen ist die Kinderbetreuung ein großes Thema, das war es aber schon vor 30 Jahren.

Wie wichtig ist Ihnen als erste weibliche Mürzer AMS-Chefin die Frauenförderung?
Das ist ein sehr großes Thema, da Frauen am Arbeitsmarkt ohnehin strukturell benachteiligt werden. Das ist Fakt. Die jungen Frauen gehen aber schon in die richtige Richtung, verlassen vorgegebene Wege und beißen sich an Führungspositionen fest.

Wie gestaltet sich die allgemeine Arbeitsmarktlage derzeit im Mürztal?
Eine gewisse Aufbruchsstimmung ist spürbar. Die Zahlen nähern sich wieder jenen von 2019 an, das heißt, wir gehen in Richtung Normalbetrieb. Die Industrie ist gut ausgelastet, auch der Tourismus hat wieder Fahrt aufgenommen.

Waren Sie eigentlich selbst einmal arbeitslos?
Einmal ganz kurz, aber da war ich noch jung und sorglos. Problematisch ist es eher bei den älteren Semestern.

... vor allem auch aufgrund der gesellschaftlichen Wertung von Arbeitslosigkeit?

Das auch! Arbeitslosigkeit ist kein Spaß, aber es ist o. k., auf das System angewiesen zu sein. Das Ziel muss es aber sein, wieder Fuß zu fassen.

Gibt es eine Veränderung des Stellenwerts Arbeit?
Das merkt man bei der Jugend. Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit wird ihnen immer wichtiger.

Könnten Sie sich eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden vorstellen?
Ich kann mir so ein Modell durchaus vorstellen, es gehört ausprobiert.

Abschließend, wenn das Budget keine Rolle spielen würde, gäbe es irgendwelche Wünsche an die Politik?
Ich würde mir wünschen, dass es mehr Einrichtungen gibt, wo Menschen beschäftigt werden, die keine Chance am Arbeitsmarkt haben – wo es egal ist, ob jemand drei oder acht Stunden arbeitet, aber er einen Beitrag leistet, der ihn oder sie stolz macht.

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