Kröten auf Wanderschaft
Schutzzaun Nahe Mühlen schützt vor Überfahren auf Bundesstraße

In Kübel werden die Kröten vor Überqueren der Bundesstraße gehindert.  | Foto: Anita Galler
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Im Frühling gehen in der ganzen Steiermark Kröten, Fröschen und Molchen auf Wanderung– ein gefährlicher Weg, den tausende Tiere ohne Hilfe nicht überleben würden. Schutzzäune sollen etwa helfen - so auch in Mühlen im Bezirk Murau.

MÜHLEN. Wenige Kilometer nach Mühlen in Richtung Hüttenberg ist entlang der Bundesstraße beidseitig ein rund 40 Zentimeter hoher, grüner Schutzzaun nicht zu übersehen. Dieser wurde in den vergangenen Wochen von der Straßenverwaltung in Zusammenarbeit mit der örtlichen Einsatzstelle der Berg- und Naturwacht sowie der Naturpark-Europaschutzbetreuung auf einer Länge von rund 250 Metern errichtet. Einen wesentlichen Teil der Vorarbeit leistete Christine Orda-Dejtzer, Europaschutzbetreuerin im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen.

Tausende Kröten

Südlich der B92 befinden sich im Hörfeldmoor mehrere Teiche. Die Teiche wurden bereits 1968 ausgebaggert und sind seither von großer Bedeutung für die Fortpflanzung von Fröschen und Kröten. „Es sind hier viele tausend Tiere unterwegs – Erdkröten, Gras- und Laubfrösche. Sie kommen Ende März bis Mitte April zu den Teichen zur Paarung und Eiablage und wandern danach wieder zurück in ihr Waldgebiet. Dabei legen sie Strecken von drei bis fünf Kilometern in Richtung Zirbitzkogel zurück“, erklärt Peter Hasler von der Berg- und Naturwacht Mühlen. Aktuell seien täglich bis zu 500 Tiere auf Wanderschaft zu beobachten. Der Großteil des Zugs zu den Teichen sei bereits abgeschlossen, nun gehe es wieder zurück ins Waldgebiet. Das Überqueren der Straße ist für die Tiere auf ihrer Wanderschaft eine große Gefahr. Deswegen wurde ein Zaun errichtet. 

Eine Kröte in der Hand, diese ist gerettet. | Foto: Anita Galler
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Kübel als Rettung

Entlang des Zaunes wurden Kübel eingegraben, in die die Tiere fallen. Rund 15 freiwillige Helferinnen und Helfer aus Mühlen und Umgebung haben sich bereit erklärt, die Kübel täglich in den Morgen- und Abendstunden zu kontrollieren und die Tiere sicher auf die jeweils andere Straßenseite zu bringen.

Besonderer Schultag für die VS Mühlen, sie haben sich zum Sammeln der Kröten beim Hörfeldmoor eingefunden. | Foto: Anita Galler
  • Besonderer Schultag für die VS Mühlen, sie haben sich zum Sammeln der Kröten beim Hörfeldmoor eingefunden.
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Für die Kinder der Volksschule Mühlen wurde ein Vormittag kürzlich zu einem besonderen Erlebnis: Die 35 Schülerinnen und Schüler sammelten gemeinsam mit Direktorin Daniela Grabner und ihrem Team Kröten im Hörfeldmoor. Dabei erklärte Peter Hasler anschaulich den Zweck des Schutzzaunes und die Bedeutung der jährlichen Wanderung.

Hörfeldmoor

Das Gebiet rund um das Hörfeldmoor blickt zudem auf eine lange Geschichte zurück: Bereits 113 vor Christus fand hier – im Gemeindegebiet von Mühlen – die Schlacht bei Noreia statt, bei der die Römer gegen germanische Stämme unterlagen. Heute ist das Hörfeldmoor ein Europaschutzgebiet und erstreckt sich über die Gemeinden Mühlen und Hüttenberg.

Ein Steg ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, das Moor zu durchqueren. Dieser wurde kürzlich erneuert und nach dem verstorbenen Bürgermeister Herbert Grießer benannt. Die offizielle Eröffnung des neuen Stegs ist für den 23. Mai geplant.

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