Trockenheit im Murtal
Wassermangel spitzt sich zu, Gemeinden warnen bereits
- Viele Gemeinden appellieren an den Hausverstand bei der Poolbefüllung.
- Foto: Symbolbild Ried/Wiesbauer
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In mehreren Gemeinden der Region wird bereits auf die derzeit prekäre Wassersituation hingewiesen. Wasserverband Aichfeld-Murboden hat eigene Regeln für Poolbefüllung aufgestellt.
MURAU/MURTAL. Die Trockenheit kann man mittlerweile nicht nur spüren, sondern auch sehen: In Form von massiven Blütenstaubwolken über dem Murtal. Diese sind eine Stressreaktion der Bäume auf den Regenmangel der vergangenen Monate. Die Folgen sind beträchtlich: Neben der hohen Waldbrandgefahr bangen vor allem Landwirte um ihre Ernte.
Verbrauch reduzieren
Außerdem spitzt sich die Wassersituation in immer mehr Gemeinden der Region zu: Im Ortsteil Rothenthurm von St. Peter ob Judenburg gilt derzeit Notbetrieb. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden "mit Nachdruck" aufgefordert, den Wasserverbrauch auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Poolbefüllungen oder Gartenbewässerung seien zu unterlassen. "Die Situation hat sich zuletzt massiv zugespitzt", sagt Bürgermeister Franz Sattler, es sei aber alles unter Kontrolle.
Mehrere Warnungen
Ähnliche Warnungen gibt es unter anderem auch in Obdach, Oberwölz oder im Pölstal, wo vor allem der Ortsteil Oberzeiring von Wassermangel betroffen ist und derzeit von anderen Ortsteilen mitversorgt werden muss. In Ranten transportiert die Feuerwehr immer wieder Wasser zum Hochbehälter. "Wir haben derzeit noch kein Problem", sagt hingegen Bürgermeister Markus Tafeit aus Weißkirchen. Seine Gemeinde wird teilweise vom Wasserverband Aichfeld-Murboden mitversorgt, dem insgesamt zehn Gemeinden von Fohnsdorf bis St. Margarethen angehören.
Eigene Regeln für Pools
Aber auch dort wird zum sorgsamen Umgang mit Wasser gemahnt: „Wasserentnahme aus Hydranten ist nur noch den Feuerwehren erlaubt. Die Pegelstände sind bereits rückläufig und die Niederschläge reichen zum Auffüllen nicht aus“, erklärt Geschäftsführer Klaus Wallner. Für das Befüllen von Pools hat der Verband kürzlich eigene Regeln ausgeschrieben: Das ist aktuell nur über die eigene Hausleitung und wenn möglich in den Nachtstunden erlaubt. Feuerwehren dürfen ausdrücklich nicht zur Schwimmbad-Befüllung ausrücken.
- Wasserverband-Geschäftsführer Klaus Wallner (Mitte) mit Vertretern der Gemeinden beim Hochbehälter.
- Foto: Oblak
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Resiliente Versorgung
„Im Verband wird kontinuierlich an der Optimierung des gesamten Versorgungssystems und der Netzstruktur gearbeitet“ versichert Wallner und spricht von den positiven Auswirkungen der Maßnahmen zur resilienten Versorgung auch in langen Hitzeperioden. Diese vorausschauende Planung habe zur Folge, dass rund 60.000 Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend mit Wasser versorgt werden. Ebenfalls bislang ausreichend versorgt sind die Nutzer des Wassernetzes der Stadtwerke Judenburg.
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