Neunkirchen
Bürgermeister-Familienbetrieb verdiente an der Stadt über 23.000 Euro

Es geht ums Essen. Das Restaurant des Bürgermeisters bekommt laut Kritikern zu viele Aufträge von der Stadt.
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BEZIRK NEUNKIRCHEN. Da ist Kritik vorprogrammiert – vor allem vor Wahlen: Während andere Gastronomie-Betriebe durch die Finger schauen, bekommt das Restaurant von Neunkirchens Stadtchef viele Aufträge.

Es geht ums Essen. Das Restaurant des Bürgermeisters bekommt laut Kritikern zu viele Aufträge von der Stadt.
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Über 23.000 Euro kassierte das Neunkirchner Hotel-Restaurant Osterbauer zwischen Juni 2010 und November 2018 für diverse Bewirtungen im Auftrag der Stadtgemeinde Neunkirchen. "Andere Gastronomie-Betriebe im Stadtgebiet wie z.B. das Bräuhaus oder der Italiener kommen nicht in den Genuss derartiger Aufträge", wollen Insider wissen.

7 Euro pro Schnitzelsemmel

Und noch etwas verblüfft: die Preisgestaltung des Restaurants Osterbauer fällt nicht immer günstig aus, wenn man den nackten Zahlen einer Rechnung (die den Bezirksblättern vorliegt) Glauben schenkt. Demnach fielen bei der Verabschiedung von Baudirektor Franz Krenn nämlich Kosten von 7 Euro pro Schnitzelsemmel – in Summe 105 Euro für 15 Semmeln – an.
Was die Schnitzelsemmeln betrifft, hat ÖVP-Klubobmann Peter Teix eine Erklärung parat: "Die Schnitzeln sind groß. Bei derartigen Anlässen werden aber kleine Semmerl gereicht. Das waren also eigentlich nicht 15, sondern 30 Semmeln, weil sie halbiert wurden. Und da sind 3,50 Euro pro Semmel eigentlich wieder ein normaler Preis", argumentiert Teix.

Günther Kautz (SPÖ) spricht von einer "schiefen Optik".
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"Richtlinie ausarbeiten"

SPÖ-Stadtrat Kautz dazu: "Das macht wirklich kein gutes Bild. Wir haben vor Jahren schon angeregt Gemeindeveranstaltungen, wie z.B. 'Danke für die Helfer von Essen auf Rädern' wieder in Rotation in verschiedenen Lokalitäten zu machen. Daraufhin war es 1x im Augartl. Die Gemeinde sollte hier wirklich eine interne Richtline machen, damit alle Gastronomen einen Teil abbekommen."

"Eine schiefe Optik"

Für die FPÖ Neunkirchen erklärte Helmut Fiedler: "Die übermittelten Angaben der möglichen Begünstigung des Hotel-Restaurants Osterbauer in den Jahren 2010 bis 2018 durch Ausgaben der Gemeinde in einer Gesamthöhe von 23.011€, werfen eine schiefe Optik auf die Führung der Stadtgemeinde Neunkirchen und bedürfen einer raschen und lückenlosen Aufklärung." Fiedler betonte aber, die FPÖ wolle sich drei Monate vor der Gemeinderatswahl, nicht an einer Schmutzkübelkampagne beteiligen. "Da wir Freiheitlichen für eine aufrechte und zukunftsorientierte Politik unserer Heimat Neunkirchen stehen", so Fiedler.

Hotel-Restaurant leistet gute Arbeit

ÖVP-Klubobmann Peter Teix spricht von einer Schmutzkübelkampagne.
  • ÖVP-Klubobmann Peter Teix spricht von einer Schmutzkübelkampagne.
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ÖVP-Klubobmann Peter Teix stellte klar, dass er es satt habe, wenn seine Parteikollegen angepatzt würden: "Und dazu zählt auch der Bürgermeister. Das Hotel-Restaurant Osterbauer leistet gute Arbeit, natürlich bekommt es dann auch Aufträge. Das finde ich auch absolut in Ordnung." Außerdem betonte Teix, dass es sich bei den Zahlungen – pro Jahr betrachtet – nicht um Unsummen, sondern "nur" um rund 2.000 Euro jährlich handle. "Und da sind auch viele Nächtigungen dabei, weil es sich auch um einen Beherbergungsbetrieb handelt", so Teix. Ferner meinte Teix, dass auch von der Stadtkonzert-Reihe Gastro-Betriebe der Stadt profitieren würden – und hier in erster Linie drei Wirte rund um den Hauptplatz.
Weiters führt Teix an, dass im Rahmen ortsgebundener Events wie z.B. Sprengelgespräche auch andere Gastronomen von Stadt-Veranstaltungen profitieren würden.

Grünes Schweigen

Nichts zu den Einnahmen für das Hotel-Restaurant Osterbauer Dank Stadtgeldern hörte man von den Grünen. Eine Anfrage blieb unbeantwortet.

Autor:

Thomas Santrucek aus Neunkirchen

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