Aigen-Schlägl
Bergretter bargen Paragleiter bei spannender Übung

Im Rahmen einer Übung wurde die Bergrettúng Aigen-Schlägl zu einer Bergung eines verunglückten Paragleiters auf den Kühstein gerufen.
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Im Rahmen einer Übung wurde die Bergrettung Aigen-Schlägl zu einer Bergung eines verunglückten Paragleiters auf den Kühstein gerufen. Noch während der Anfahrt mit dem Bergefahrzeug Aurora ging ein zweiter Notruf ein.

AIGEN-SCHLÄGL, BEZIRK. Unter dem Alpinnotruf 140 wird die Bergrettung Aigen-Schlägl zu einem Einsatz nach Peilstein gerufen. Die Alamierung lautete: Paragleiter nach Notlandung in Nähe des Kühsteins an Baum verfangen. Die Endzufahrt zur Unfallstelle ist nur über einen unwegsamen Waldweg möglich, die Bergung des Verunglückten mit einem normalen Rettungsfahrzeug somit unmöglich.

Amphibienfahrzeug Aurora im Einsatz

Einsatzleiter Ludwig Gabriel entscheidet spontan, das neu erworbene Amphibienfahrzeug „Aurora” einzusetzen. Es wird vom Dienststellenleiter Reinhold Petz mit einem adaptierten Autoanhänger zum Einsatzort transportiert. “,Aurora’ eignet sich für jedes Gelände, sowohl im Winter als auch im Sommer. Steigungen von 100 Prozent (45 Grad) können bewältigt werden und es kann sogar im Wasser fahren”, verrät Petz. "Aurora" bietet Platz für einen Bergretter, der auch der Fahrer ist, einen Notarzt oder Rettungssanitäter und den Verletzten, für den eine umklappbare Liege eingebaut ist. Steil geht es bergauf. Auch größere Wurzeln und Steine am Weg sind kein Hindernis.

Weitere Alarmierung per Ticker

Während der Anfahrt erfolgt per “Ticker” eine weitere Alamierung: Ein abgestürzter Klettterer am Kühstein. Nun muss Einsatzleiter Gabriel rasch handeln. Die Mannschaft muss aufgeteilt werden. Der pensionierte Gendarm, der seit 40 Jahren ehrenamtlich bei der Bergrettung Aigen- Schlägl tätig ist, hat viel Routine und ein geschultes Team zur Seite. Die fünfjährige Grundausbildung zum „Österreichischen Bergretter“ setzt sich zusammen aus Modulen wie „Retten im Felsen“, „Retten und Überleben im hochalpinen Winter“, „Lawinen und Gletscherspaltenbergung“ und „Alpine-Sanitätsausbildung“. Die Bergretter am Böhmerwald brauchen zusätzlich eine Spezialausbildung für „Paragleiterbergungen von Bäumen“ und für „Sucheinsätze“ mit Unterstützung eines ausgebildeten Lawinensuchhundes beziehungsweise Mantrailerhundes.

Abgestürzter Kletterer und Notlandung 

Schon sind die Aufträge neu verteilt: Das eine Einsatzteam kümmert sich um den abgestürzten Bergkletterer, die zweite Gruppe birgt den verunglückten Paragleiter. Gabriel ist bei der zweiten Gruppe mit dabei. Um eine Aufstiegsleine zu befestigen, muss eine Hilfsleine in den Baum geworfen werden. Dazu hat man eine eigene “Wurfmaschine” entwickelt. Punktgenau geworfen – Leinen anlegen und absichern. Ein Mann muss zum Verletzten aufsteigen. Heute übernimmt Alois Reischl aus Nebelberg die Bergungsaufgabe. Er ist mit Rettungs- und Suchhündin Schoko mit dabei. Rasch ist der Aufstieg geschafft und der Verletzte geborgen. Mit Hilfe des Einsatzfahrzeuges Aurora wird dieser zur nächstmöglichen Kfz-Zufahrt transportiert, wo ihn im Notfall ein Ärzteteam des Roten Kreuzes weiterversorgt. Heute war es zum Glück nur eine Übung. „Mit Hilfe unseres Einsatzfahrzeugs konnten wir einerseits sehr rasch am Einsatzort eintreffen und ebenso einen schnellen und schonenden Abtransport der verletzten Personen ermöglichen“, resümiert Ortsstellenleiter Reinhold Petz.

Zur Sache

Österreichische Bergrettung Ortsstelle Aigen-Schlägl
Aktuell umfasst die Ortsstelle Aigen-Schlägl zwei Bergretterinnen und 28 Bergretter mit acht Anwärtern und vier Bergrettungs-Pensionisten. Im vergangenen Jahr 2020 wurden die Bergretter der einzigen Ortsstelle Oberösterreichs nördlich der Donau im gesamten Bezirk Rohrbach, Winter wie Sommer, zu 140 Einsätzen alarmiert.

Die Bergrettung ist rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche unter dem Alpinnotruf 140 erreichbar und für in Not geratene Personen, aber auch Tiere im Einsatz.

Die Ortstelle Aigen-Schlägl wurde im Jahr 1967 gegründet, nachdem bereits 1957 erste Versuche getätigt worden waren. Die Notwendigkeit der Errichtung einer Ortsstelle ergab sich infolge des Ausbaus des Schigebietes Hochficht für den alpinen Schilauf, aber auch für die zahlreichen Skitourengeher und schließlich durch die Errichtung des Nordwaldkammweges.


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