Quartiersentwicklung: Goethesiedlung
Die Wohnqualität nachhaltig verbessern
- Die Stadt legt großen Wert auf die Einbindung der Anrainerinnen und Anrainer bei der Neugestaltung der Goethesiedlung. Diese soll auch einen Mehrwert für die jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner bringen.
- Foto: Stadt Salzburg/A. Killer
- hochgeladen von Daniel Schrofner
In den 1960er und 70ern Jahren erbaut nennen die Goethesiedlung in Itzling aktuell etwa 2.500 Menschen ihr Zuhause. Nun nimmt sich die Stadt Salzburg der Siedlung an und will die Wohnqualität nachhaltig verbessern, zusätzlichen leistbaren Wohnraum schaffen, für mehr Grün- und Aufenthaltsqualität sorgen und den die Goethesiedlung zu einem Pilotquariter der Pionierstadt Salzburg entwickeln. In den Prozess sollen auch die Bewohnerinnen und Bewohner stark eingebunden werden.
SALZBURG. 2023 gab es bereits eine Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner der Goethesiedlung in Itzling. Es nahmen damals über 400 Haushalte daran teil. Dabei kam heraus, dass die generelle Wohnzufriedenheit in den Bestandsbauten der Goethesiedlung ausgesprochen hoch ist. Viele Bewohnerinnen und Bewohnern möchten dort wohnen bleiben, auch nach der Weiterentwicklung. Kritisiert wurden eine fehlende Tiefgarage, viele Fremdparker auf dem drei Hektar großen Parkplatz im Norden der Goethesiedlung, fehlende Abstellplätze für Fahrräder und weitere Fahrzeuge wie Kinderwägen, Scooter oder Rollatoren. Und auch der Freiraum der Siedlung könnte eine Verbesserung durchaus vertragen, hinsichtlich mehr Sitzgelegenheiten.
- Bei der Bürgerbefragung vor zwei Jahren nahmen über 400 Haushalte der Goethesiedlung teil. Die Menschen leben gerne dort, ist ein Ergebnis der Befragung.
- Foto: Stadt Salzburg/Info-Z
- hochgeladen von Daniel Schrofner
"Noch kein fix fertiges Konzept"
Nun startet die Stadtregierung in das Projekt "Weiterentwicklung der Goethesiedlung" und hat einen ersten Amtsbericht anfertigen lassen, der morgen im Planungsausschuss besprochen wird, um zu besprechen, wie die Zukunft der Goethesiedlung aussieht.
"Wir haben noch kein fix fertiges Konzept. Dieses werden wir erst mit den Bewohnerinnen und Bewohner der Goethesiedlung erarbeiten",
bekräftigt Planungsstadträtin Anna Schiester. Ein erster Informationsabend findet heute um 18 Uhr im Seminarraum A-C im Techno-Z statt.
- Die Stadt Salzburg startet mit der umfassenden Weiterentwicklung der Goethesiedlung. Im Bild v.l.n.r.: Bürgermeister Bernhard Auinger, Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl, Sozialstadträtin Andrea Brandner, Stadtplaner Christian Hörbinger, Abteilungsvorstand für Raumplanung und Baubehörde Andreas Schmidbaur, Planungsstadträtin Anna Schiester beim Pressetermin.
- Foto: Stadt:Salzburg/Alexander Killer
- hochgeladen von Daniel Schrofner
Viele leben bereits seit Jahrzehnten in der Goethesiedlung
Für Bürgermeister Bernhard Auinger ist das Ziel,
"die Siedlung behutsam weiterzuentwickeln, um die Lebensqualität der Menschen zu sichern, neuen Wohnraum zu schaffen und eine nachhaltige, lebenswerte Umgebung für kommende Generationen zu gestalten."
Es sollen sich vom betreuten Wohnen bis zu Kleinwohnungen für Studierende alle Generationen am Areal wohlfühlen. Die Goethesiedlung umfasst 1.200 Mietwohnungen auf einer Fläche von 12,5 Hektar. Aktuell leben etwa 2.500 Menschen dort, über 40 Prozent davon sind über 70 Jahre alt. Und viele leben bereits seit Jahrzehnten in der Siedlung, das zeigte die Befragung von vor zwei Jahren. Ein Viertel der Befragten lebt seit mehr als 50 Jahren in der Wohnanlage, ein weiteres knappes Viertel zwischen 40 und 50 Jahren. Die Fläche befindet sich im Eigentum der Stadt Salzburg.
- Bürgermeister Bernhard Auinger und im Hintergrund eine Idee der Stadtplaner, wie die Goethesiedlung in Zukunft aussehen könnte. Mit einem Neubau auf dem Parkplatzareal und viele Grünflächen.
- Foto: Stadt:Salzburg - Alexander Killer
- hochgeladen von Daniel Schrofner
250 bis 300 neue Wohnungen sollen kommen
Im Norden der Siedlung befindet sich eben der Großraumparkplatz mit 880 Kfz-Stellplätzen auf einer Fläche von drei Hektar. Dort sollen in Zukunft 250 bis 300 neue Wohnungen entstehen, auch mit barrierefreiem Zugang, der in den Bestandsgebäuden nicht überall gegeben ist. Dafür sollen die Parkplätze in Hochgaragen - kostengünstigere Variante - und Tiefgaragen - vor allem beim Neubau - verlegt werden. Um auch Platz für mehr Grünflächen zu schaffen.
"Aktuell werden nur knapp über 60 Prozent der Parkplätze benutzt",
so Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl. Es sollen auch Verbesserungen in der Anbindung der Siedlung nach außen, wie sichere Übergänge und optimierte O-Bus-Haltestellen, kommen, obwohl bei der Befragung die Bewohnerinnen und Bewohner die Mobilitätssituation als relativ positiv gesehen haben.
"Ein Mehrwert für die jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner"
Neben dem Schaffen von leistbarem Wohnraum und der geplanten Strukturverbesserung der Bestandssiedlung soll auch die bestehende Grünstruktur der Siedlung erhalten bleiben. Der Alterbach soll renaturiert, ein besserer Zugang dazu geschaffen und grundsätzlich die Aufenthaltsqualität im Freien verbessert werden.
"Die Neugestaltung soll einen Mehrwert für die jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner bringen. Sie können auch einfacher in eine barrierefreie oder betreute Wohnung wechseln. Es soll wieder mehr Leben in den Stadtteil kommen",
verweist Dankl auf zukünftige Cafés oder Lokale. Grundsätzlich soll die Goethesiedlung ein Pilotquartier für eine klimafreundliche Quartiersentwicklung werden. So könnten zum Beispiel Photovoltaikanlagen auf die großen Dachflächen kommen.
- Die Goethesiedlung wurde in den 1960er und 70er Jahren errichtet und beherbergt insgesamt über 1.200 Mietwohnungen auf einer Fläche von circa 12,5 Hektar. Heute leben rund 2.500 Menschen dort.
- Foto: Stadt Salzburg/A. Killer
- hochgeladen von Daniel Schrofner
Bei optimalen Ablauf: Baubeginn Mitte 2027 möglich
Die Stadt will sich nun ein halbes Jahr Zeit für den Bürgerdialog geben. Zusätzlich entscheidet der Gemeinderat über die Einleitung eines Verfahrens zur Vergabe von Baurechten. Im kommenden Jahr könnten dann schon erste Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden, wie die Renaturierung des Alterbachs, parallel zum mehrstufigen Wettbewerb, bei dem Bauträger Lösungen für die geplante Bebauung des Großraumparkplatzes - da ist davor noch eine rechtliche Frage mit den Wohnbaugesellschaften zu klären - und die Modernisierung der Infrastruktur erarbeiten. Wenn alles optimal läuft, könnte Mitte 2027 mit dem Bau begonnen werden, so Andreas Schmidbaur, Abteilungsvorstand der Raumplanung und Baubehörde.
Das könnte euch auch interessieren:
<< HIER >> finden Sie weitere Berichte aus der Stadt Salzburg
<< HIER >> kommen Sie zu weiteren Artikeln von Daniel Schrofner
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.