Psychologie und Psychotherapie
Transidentität/Transsexualität und trans* - Das Schreckgespenst der Detransition

Etwa ein Prozent aller Menschen wollen nach ihrem Prozess der hormonellen und chirurgischen Maßnahmen zur Anpassung an das Gegengeschlecht wieder zurück in ihren ursprünglichen Körper. Das nennt man Detransition.
Einige Menschen, die eine Detransition anstreben, tun das auch deshalb, weil sie in ihrem neuen Geschlecht starken Anfeindungen, Diskriminierungen (Transphobie) ausgesetzt sind. Diese psychische Gewalt kann zu schweren Traumatisierungen führen.
Manche Menschen haben sich aber auch einfach nur geirrt und wollen wieder zurück in ihr biologisches Geschlecht. Detransition ist eine real existierende Gefahr menschlichen Irrtums von Menschen, GutachterInnen und ÄrztInnen.
Das Phänomen der Detransition wird auch in der LGBTIQA+ Community oft tabuisiert.
Politische und konservative Ideologie missbrauchen das Phänomen der Detransition oft, um Transmenschen zu verunglimpfen und das authentische Bedürfnis nach Transidentität kleinzureden oder Transmenschen ihre Gefühle auszureden.
Positiv formuliert könnte man jedoch auch sagen, dass über 99 Prozent aller trans* Personen zufriedener und meistens markant glücklicher sind, wenn sie in der Rolle des anderen Geschlechts leben und auch hormonelle und chirurgische Maßnahmen machen lassen.
Und 100 Prozent Sicherheit gibt es im menschlichen Leben eben nie, auch nicht bei der Entscheidung für den Weg der Transition. Dazu ist die menschliche Psyche auch schlicht zu komplex und wir können nie alles verstehen, ergründen oder absolut wissen, fühlen und erleben. Die in Österreich geltenden Handlungsempfehlungen sehen aus diesem Grund auch verbindlich vor, dass transidente Menschen psychologisch eine Zeitlang begleitet werden, um das Risiko der Detransition zu minimieren.
Besonders vorsichtig sollten GutachterInnen dann sein, wenn eine schwere psychische Erkrankung wie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (mit ihrer verzweifelten Suche nach Identität) oder eine Schizophrenie (mit ihrem Verlust an Identitätsgefühl und dem Auflösen aller Grenzen) vorliegt. Hier ist dann das Risiko der Detransition größer. Allerdings gibt es selbstverständlich auch Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Schizophrenie leiden, und die transident sind und kein Risiko der Detransition aufweisen. Hier würde dann die Möglichkeit der Transition die Borderline/Schizophrenie-Symptomatik unter Umständen sogar lindern.
An dieser Stelle wird ersichtlich, wie schwer und komplex die Diagnostik sein kann und weshalb die Detransition nie ganz ausgeschlossen werden kann.

Autor: Florian Friedrich
Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision (Existenzanalyse)

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