Verschneites Salzburg
Ein Wann und Wo der Schnee-Rekorde

Das Sonnblick Observatorium ist auf der Schneeverwehungsseite rund 7.50m hoch. Von 1. bis 15. Jänner 2019 fielen nach den Aufzeichnungen 3.37m Schnee; seit Winterbeginn am 1. September 2018 bis 15. Jänner 2019 fielen 9,37 Meter Neuschnee.
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  • Das Sonnblick Observatorium ist auf der Schneeverwehungsseite rund 7.50m hoch. Von 1. bis 15. Jänner 2019 fielen nach den Aufzeichnungen 3.37m Schnee; seit Winterbeginn am 1. September 2018 bis 15. Jänner 2019 fielen 9,37 Meter Neuschnee.
  • Foto: ZAMG/Scheer
  • hochgeladen von Johanna Grießer

Zwei Wochen lang war Salzburg nun extremen Wetterbedingungen ausgesetzt. Nach viel Schnee, hoher Lawinengefahr und orkanartigen Stürmen kehrt nun wieder etwas Ruhe ein. Ein außergewöhnliches Ereignis? Das Landesmedienzentrum informiert:

2019: Jahrhundert-Schnee

Die erste Jänner-Hälfte 2019 brach im Bezug auf Schnee einige Rekorde. "Die Neuschnee-Summen innerhalb von 15 Tagen liegen bei vielen Messstationen zwischen 250 bis über 300 Zentimeter. Das kommt statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vor", weiß der Meteorologe Bernhard Niedermoser, Leiter der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) für Salzburg und Oberösterreich.

Über vier Meter Neuschnee

Zwischen 1. und 15. Jänner fielen in Abtenau im Tal 2,4 Meter Neuschnee, ein neuer Höchststand seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1964. Auch Lofer erreichte einen neuen Rekordwert mit 2,63 Metern Schnee seit 1971. Bei der Lauskopflawine in Dienten wurden die vier Meter hohen Messlatten tagelang völlig überdeckt.

26 Orte eingeschneit

Die extrem außergewöhnlichen Neuschneemassen blieben nicht ohne Folgen. In diesem Zeitraum waren zum ersten Mal in der Geschichte des Landes 26 Gemeinden nicht erreichbar.

Zum Höhepunkt waren 17 Orte gleichzeitig "eingeschneit". Mit 53.800 Personen war ein Zehntel der Bevölkerung ohne Verkehrsanschluss. 29 wichtige Straßen mussten aufgrund der hohen Lawinengefahr gesperrt werden, zeitweise waren 2.800 Haushalte ohne Strom.

24-Stunden-Rekorde

Die höchste Neuschneemenge innerhalb von 24 Stunden wurde in Salzburg 1954 registriert. Damals fielen am 12. Jänner auf der Schmittenhöhe 1,1 Meter Neuschnee. 

Auch am 11. Dezember 2010 schneite es stark: Damals fiel im Tal von Saalbach ein Meter Neuschnee. Den Österreich-Rekord hält seit dem 1. Februar 1986 der Osttiroler Ort Sillian mit 1,7 Metern.

Beachtliche Neuschnee-Mengen

In der ersten zwei Jännerwochen 2019 fielen knapp 3 Meter Neuschnee auf der Schmittenhöhe. Im Vergleich: Die jemals höchste gemessene Schneehöhe Österreichs waren 11,90 Meter auf dem Sonnblick am 9. Mai 1944. 

Im Durchschnitt kommen hier 21 Meter Neuschnee pro Jahr zusammen. In der ersten Jännerhälfte 2019 waren es hier bereits 3,37 Meter Neuschnee, die auf sechs Meter "alten Schnee" (seit Winterbeginn im September 2018) fielen.

Selten so hohe Lawinengefahr

Mit den Neuschneemengen erhöhte sich auch die Lawinenwarnstufe. Einige Tage lang war sie in Teilen Salzburgs sehr groß (Warnstufe 5). Dabei "gibt es die höchste Warnstufe 5 extrem selten", erklärt Bernhard Niedermoser. "Bei uns im Schnitt alle zehn Jahre, zuletzt jeweils im Februar 2009 und 1999. Aber seit 1960 noch nie so früh im Jahr." (Lawine ist nicht gleich Lawine. Die häufigsten Arten werden >HIER< erklärt.)


Gletscher verabschieden sich

Die Schneesaison in Salzburg kann sich in den Bergen von Oktober bis Anfang Juni erstrecken. Im Flachland gab es schon vereinzelt Jahre ganz ohne Schnee. Am längsten weiß ist es natürlich auf Salzburgs Gletschern, nämlich das ganze Jahr über.

Unsere Gletscher schmelzen allerdings seit Mitte des 19. Jahrhunderts unaufhaltsam dahin. Damals bedeckten sie in den Alpen noch 4.500 Quadratkilometer, 2010 bereits weit weniger als die Hälfte, nämlich 1.800.

Erwärmung dreimal höher

Verantwortlich dafür ist der Klimawandel, in den heimischen Bergen ist die Erwärmung sogar dreimal höher als der weltweite Durchschnitt. Das Ödenwinkelkees im Stubachtal ist hierbei Salzburgs "Spitzenreiter": Er büßte gegenüber dem Winter 2015/16 in der folgenden Saison am meisten ein. 22,3 Meter lösten sich in Schmelzwasser auf.

Autor:

Johanna Grießer aus Pinzgau

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