Steirische Gesundheitsreform: "Es gibt eine Sehnsucht nach Veränderung"

Die Definition ist einfach, der Weg dorthin sicherlich ein schwieriger: "Wir wollen einen niederschwelligen Zugang zu einer bestens vernetzten Primärversorgung im ersten Schritt. Und eine Spitalsversorgung, in der Spezialisierungen und Konzentrationen notwendig sind. So kurz und knapp bringt Spitalslandesrat Christopher Drexler die Intention des "steirischen Gesundheitsplans 2035" auf den Punkt.

Das bedeutet:
– der telefonische Erstkontakt: Eine 24-Stunden-Hotline, die von medizinischem Personal betreut wird, klärt anhand eines Fragenkatalogs das gesundheitliche Risiko und die medizinsche Dringlichkeit.
– die Primärversorgung: Vorgesehen ist eine umfangreiche Stärkung des niedergelassenen Bereichs. Ärzteteams sollen gemeinsam mit Spezialisten (z. B. Therapeuten) wohnortnahe auch am Tagesrand und an Wochenenden zur Verfügung stehen.
– ambulante fachärztliche Versorgung: Dient wie bisher der Diagnostik und Therapie bei komplexeren Krankheitsbildern. Die Primärversorgung soll garantieren, dass es hier zu keinen Fehlzuweisungen und keinen Umwegen kommt.
– das Spital: Eigentlich der "letzte Ausweg", wenn die vorigen Schritte nicht ausreichend waren. Der Schwerpunkt wird auch dort in den Ambulanzen liegen.
In einem nächsten Schritt werden alle diese Maßnahmen in regionalen Gesprächen mit allen Beteiligten abgeklärt, Pilotprojekte wird es in Mariazell und Eisenerz geben, in einem zweiten Schritt auch in Graz und der Oststeiermark.

Drexler abschließend: "Die medizinische Entwicklung der letzten Jahrzehnte war eine gewaltige, jetzt gilt es Struktur und Organisation entsprechend nachzuziehen." Klar spürbar sei aus seiner Sicht: "Es gibt eine Sehnsucht nach Veränderung im Gesundheitssystem."

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