Nach 207 Tagen Klinik
Steyrer Vater kämpft sich nach zwei Schlaganfällen zurück
- hochgeladen von Peter Michael Röck
Zwei Schlaganfälle veränderten das Leben des 31-jährigen Vaters aus Steyr-Münichholz von einem Tag auf den anderen. Nach 207 Tagen im Krankenhaus und auf Rehabilitation ist Alexander Usner endlich wieder zu Hause. Doch der Weg zurück in ein selbstständiges Leben ist noch lang.
STEYR. Manchmal verändert ein einziger Tag das ganze Leben. Ein Schlaganfall reißt Menschen unvermittelt aus ihrem gewohnten Alltag. Sprechen, sich bewegen oder einfache Dinge selbst erledigen – all das kann auf einmal unmöglich erscheinen. Was dann bleibt, sind viele offene Fragen, ein langer Weg zurück und die Hoffnung, Schritt für Schritt wieder ins Leben zu finden. Für Alexander Usner aus Steyr-Münichholz wurde der 25. Dezember 2025 zu einem solchen Schicksalstag.
Zwei Schlaganfälle im Schlaf
Der 31-jährige Vater eines Sohnes ging an diesem Tag wie gewohnt schlafen. Doch während er schlief, erlitt er zwei Schlaganfälle. Gegen 10 Uhr fand ihn seine Mutter. Die Rettungskette funktionierte, und Alexander wurde medizinisch versorgt.
Es folgten 207 lange Tage, die ihn vom Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr über das Kepler Universitätsklinikum Linz bis zur Rehabilitation führten. Eine Zeit voller Herausforderungen, Ungewissheit und kleiner Schritte, die für ihn und seine Angehörigen eine enorme Bedeutung bekamen.
Besonders schwer traf Alexander der Verlust seiner Sprache. „Ich konnte mich den Ärzten auf keine Art mitteilen“, schildert er rückblickend eine der schwersten Prüfungen seines Lebens.
Die Gedanken waren da, doch die Worte wollten nicht kommen. Auch heute ist das Formulieren für ihn oft noch schwierig. „Ich habe viele Gedanken im Kopf, tue mir aber schwer beim Formulieren. Es ist wie eine Bremse im Kopf, wenn ich manche Geschichten erzählen möchte“, beschreibt Alexander seine Sprachprobleme.
Neben den körperlichen und sprachlichen Einschränkungen musste er auch lernen, mit einer völlig neuen Lebenssituation umzugehen. Plötzlich auf Hilfe angewiesen zu sein, selbst bei den einfachsten Dingen, war für den jungen Vater eine große Belastung. „Du wirst gefüttert und gewickelt wie ein Baby“ – ein Gefühl, das ihm die eigene Hilflosigkeit besonders deutlich vor Augen führte.
Die Hoffnung niemals aufgeben
In dieser schweren Zeit waren es vor allem sein Sohn, seine Mutter, seine Familie und seine Freunde, die Alexander Kraft gaben. Gemeinsam fassten sie einen Vorsatz: „Wir kämpfen so lange, wie es irgendwie geht.“
Auch das Wissen, dass viele Menschen an ihn dachten und für ihn beteten, schenkte ihm Zuversicht. In einer Zeit, in der vieles ungewiss war, wurde diese Verbundenheit zu einer wichtigen Stütze. Der Weg zurück war lang und verlangte Alexander viel Geduld ab. Doch trotz aller Rückschläge blieb die Hoffnung, eines Tages wieder nach Hause zu kommen und seinem Sohn und seiner Familie näher zu sein.
Nach 207 Tagen endlich wieder zu Hause
Schon während des Krankenhausaufenthalts war absehbar, dass Alexander künftig auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde. Damit er nach seiner Rückkehr möglichst gut versorgt werden kann, musste auch eine passende Wohnlösung gefunden werden. Hier zeigte sich, wie viel unkomplizierte Hilfe bewirken kann: Die WAG Steyr unterstützte die Familie rasch und leitete einen Wohnungstausch in die Wege. Damit wurde eine wichtige Voraussetzung für Alexanders Rückkehr geschaffen.
Als er nach 207 Tagen endlich wieder sein neues Zuhause betreten konnte, wartete eine besondere Überraschung auf ihn. Familie und Freunde hatten ein kleines Willkommensfest vorbereitet.
Es war ein emotionaler Moment. Nach Monaten im Krankenhaus und auf Rehabilitation durfte Alexander wieder zu Hause ankommen – umgeben von Menschen, die ihn durch die schwerste Zeit seines Lebens begleitet hatten. Die Freude war groß, und die Tränen in seinen Augen sprachen für sich. Es war ein erster wichtiger Schritt zurück in den Alltag. Doch auch wenn Alexander nun wieder zu Hause ist, bedeutet das noch lange nicht, dass alles wieder so ist wie früher.
Hilfe, die den Alltag leichter macht
Der Weg zurück in ein möglichst selbstständiges Leben wird Alexander und seine Familie noch lange fordern. Damit er seinen Alltag besser bewältigen kann, werden dringend verschiedene Hilfsmittel benötigt. Dazu zählen ein Plattformlift für das Stiegenhaus, ein Spezialbett und weitere notwendige Ausstattungen. Die Kosten dafür sind für die Familie allein kaum zu stemmen. Die Krankenkasse übernimmt leider nur einen Teil der Ausgaben, der verbleibende Eigenanteil übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Familie. Deshalb wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Jeder Beitrag kann dazu beitragen, Alexander den Alltag zu erleichtern und seiner Familie in dieser herausfordernden Zeit etwas Last von den Schultern zu nehmen.
Dankeschön an alle Unterstützer
Alexander und seine Familie möchten sich von Herzen bei allen bedanken, die sie bisher unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt dem Verein Charity Play aus Münichholz, der Punzerschule Münichholz, den Lokalen in Münichholz, die Spendenkassen aufgestellt haben, sowie den Dartspielern des SKF für ihre wertvolle Unterstützung. „Ich möchte mich sehr herzlich bei den beiden Notarztteams für die Erstversorgung sowie bei den Ärzten und Schwestern in Steyr und Linz bedanken. Ich habe mich nach meinem Schlaganfall in guten Händen gefühlt. Sie haben mich sehr gut betreut und wieder auf die Beine gebracht. Vielen Dank dafür!“ Besonders die professionelle und einfühlsame Betreuung durch die Pflegeteams habe ihm in einer sehr schwierigen Zeit viel bedeutet. Dafür sei er unendlich dankbar.
Spendenkonto:
Raiffeisenbank Oberösterreich
Kontonummer: 3373 5013 1942 7574
IBAN: AT75 3411 4000 0011 8919
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