20.11.2017, 11:03 Uhr

Die Mur soll weiter pur bleiben

Die Grenzmur fließt noch in aller Ruhe. Die Grünen und das Murschutzkomitee wollen, dass das auch so bleibt.

Murkraftwerkspläne in Slowenien stocken. Gefährden würde ein Bau u.a. die Auwälder.

Die Region der Steirischen Grenzmur wurde 2005 zum Europaschutzgebiet erklärt. Wie die WOCHE berichtet hat, plant die Republik Slowenien mehrere Wasserkraftwerke an der Mur zu errichten. Eines davon in Hrastje Mota in der Nähe von Radenci – also nur wenige Kilometer von Bad Radkersburg entfernt.
Auf steirischer Seite wurden in jener Causa nun wieder die Grünen aktiv – und zwar mit einem Antrag an die Landesregierung. Darin wurden zwei Forderungen gestellt. Einerseits alle relevanten Informationen zu den geplanten Kraftwerken einzuholen und andererseits, sich an den Bund zu wenden. Dieser solle dazu angehalten werden, sich am laufenden Verfahren zu beteiligen, um die Planungen rund ums geplante Kraftwerk in Hrastje Mota wegen möglicher negativer Auswirkungen auf die Grenzmur zu stoppen.

Stockendes Verfahren

Landesrat Anton Lang erteilte die Auskunft, dass derzeit in Slowenien auf nationaler Ebene eine Strategische Umweltprüfung am Laufen sei. Laut Bericht des Umweltausschusses ist das Verfahren am Stocken. Grund dafür: Beim vorgesehenen Kraftwerksgebiet dürfte es sich um ein Natura-2000-Gebiet handeln. Darum prüfe man noch alternative Standorte. Eine endgültige Dokumentation an die Nachbarländer soll folgen. Das Land Steiermark wird nach Erhalt aller Unterlagen die nächsten Schritte setzen. Heißt die Berichte prüfen, eine Stellungnahme abgeben und den Bund informieren.
Die WOCHE hat auch bei Bernd Wieser, österreichischer Sprecher des internationalen Murschutzkomitees, nachgefragt. Laut dessen slowenischen Kollegen Stojan Habjanic von "Moja Mura" – übersetzt "Unsere Mur" – sind von den slowenischen Ministerien in der Projektbeurteilung einige Probleme zu lösen. Neben der grundlegenden Einstufung des Auwald- und Fischbestandes gilt es laut Habjanic, auch die Trinkwasserversorgung der Region Goričko zu bedenken. Laut Habjanic hätte das Kraftwerk in Hrastje Mota negative Auswirkungen auf den Wasserstand der Brunnen in Murska Sobota. Bernd Wieser betont, dass ein Kraftwerksbau auch die Fließgeschwindigkeit und den Wasserstand der Mur beeinflussen würde. Die Folge: das Sterben der Aulandschaft.
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