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In Tirol gibt es 2.082 Almen, rund 180.000 Tiere verbringen ihren Sommer auf den großzügigen Weideflächen. Für die einheimische Bevölkerung und unsere zahlreichen Gäste stellen Almen beliebte Ausflugsziele dar. Um Unfälle bestmöglich zu vermeiden, wurden gemeinsame Verhaltensregeln erarbeitet, die bereits seit Jahren Gültigkeit haben.
INNSBRUCK. Verhaltensregeln für das Wandern in Almgebieten sind nicht neu. Seit Jahren gibt es die "10 Gebote", die sowohl Wanderern als auch Tieren den nötigen Schutz bieten sollen. Der tragische Unfall in Osttirol hat Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol und Matthias Vill, Landesveterinärdirektor , veranlasst, die Regeln wieder in Erinnerung zu rufen.
„Die tragischen Unfälle in Osttirol machen uns sehr betroffen und ich spreche der Familie der Verstorbenen und den Verletzten mein aufrichtiges Mitgefühl aus“, betont LK-Präsident Josef Hechenberger. „Das ist der schlimmstmögliche Start in die Alm- und Weidesaison. Um weitere Zwischenfälle bestmöglich zu vermeiden, ist es uns deshalb wichtig, erneut auf die Verhaltensregeln im Umgang mit Weidevieh hinzuweisen. Wir tauschen uns dazu regelmäßig mit allen Stakeholdern aus und sind bestrebt, möglichst flächendeckend zu informieren. Neu ist beispielsweise ein Webinar für Vermieterinnen und Viermieter, das wir gemeinsam mit dem Verein der Tiroler Tourismusverbände anbieten. Aber auch in der Landwirtschaft setzten wir imemr wieder Akzente, um die Sensibilität zu erhöhen.“
LK-Präsident Josef Hechenberger und Landesveterinärdirektor Matthias Vill informierten zum Thema Almsicherheit.
Landesveterinärdirektor Matthias Vill erklärt: „Weidevieh sollte immer mit Respekt und nach Möglichkeit mit Abstand begegnet werden. Das gilt besonders, wenn man in Begleitung eines Hundes unterwegs ist.“ Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaf und allen Partnern der „Bergwelt Tirol“ wurden die Verhaltensregeln bereits vor einigen Jahren erarbeitet. Vill appelliert, diese tunlichst einzuhalten: „Weidevieh ist grundsätzlich friedfertig. Gerade Rinder sind aber auch neugierig, und allein aufgrund ihrer Größe kann eine harmlose Situation schnell kritisch werden. Bestimmte Situationen bzw. Ereignisse können zudem für die Tiere bedrohlich wirken und entsprechende Reaktionen hervorrufen. Dann sind Vorsicht und Abstand besonders wichtig.“ Idealerweise soll beim Wandern rund 10 Meter Abstand zu den Tieren gehalten werden, damit die Fluchtdistanz gewahrt bleibt. Mit einem Hund in Begleitung empfiehlt sich ein noch größerer Abstand. "Sollte es zu einer Gefahrensituation kommen, dann ist der Hund von der Leine zu lassen", betont Vill, da sich der Vierbeiner selbst rasch in Sicherheit bringen kann. "Vielleicht empfiehlt es sich manchmal auch, eine andere Route oder ein anderes Ziel für die Wanderung zu nehmen", führt der Landesveterinärdirektor weiter aus.
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LK-Präsident Josef Hechenberger unterstreicht: „Unsere Almen sind Wirtschaftsraum für die Bäuerinnen und Bauern und Erholungsraum für Millionen an Freizeitnutzerinnen und -nutzer. Die Landwirtschaft hat größtes Interesse daran, dass die Alm- und Weidezeit möglichst ohne tragische Unfälle verstreicht. Allerdings ist eine komplette Trennung von Wegen und Weiden schlicht nicht umsetzbar. Daher bitte ich um Unterstützung in der Kommunikation der Verhaltensregeln, damit das Bewusstsein dahingehend wieder geschärft wird. Wir arbeiten dazu gemeinsam mit der Gastronomie, Hotellerie, den Tourismusverbänden und mit der Bevölkerung unter der Devise - Respekt vor Tieren und den Gefahren.“
Alm und Weidevieh gehören zusammen. Respektvolles Verhalten und Beachten von Hinweisschildern sind bei jeder Wanderung wichtig.
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