Sucht
Auswirkungen der Pandemie auf Suchtverhalten

Erste, nichtrepräsentative Daten zeichnen ein differenziertes Bild des Konsums psychoaktiver Substanzen als Auswirkungen der COVID‐19‐Pandemie und der damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen.
  • Erste, nichtrepräsentative Daten zeichnen ein differenziertes Bild des Konsums psychoaktiver Substanzen als Auswirkungen der COVID‐19‐Pandemie und der damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen.
  • Foto: Pixabay/A_Different_Perspective (Symbolbild)
  • hochgeladen von Lucia Königer

TIROL. Zum „Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr“ am 25. Juni macht Soziallandesrätin Fischer abermals auf die gefährliche Situation, die sich durch Corona verschärft hat, aufmerksam. Die Drogenarbeit Z6 berichtet von ihren Erfolgen und Konzepten.

Drogensituation 2020

30 bis 40 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 24 Jahren hat laut dem Bericht zur Drogensituation 2020 des Sozialministeriums Erfahrungen mit illegalen Drogen gemacht. 

„Aktuell konsumieren zwischen 31.000 und 37.000 Personen in Österreich risikoreiche Opioide – meist in Kombination mit anderen illegalen Drogen, Alkohol oder Psychopharmaka“,

erläutert Soziallandesrätin Gabriele Fischer.

Auswirkungen der Pandemie

Erste, nichtrepräsentative Daten zeichnen ein differenziertes Bild des Konsums psychoaktiver Substanzen als Auswirkungen der COVID‐19‐Pandemie und der damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen.

„Diese reichen von häufigerem Konsum über eine Reduktion des Konsums bis zum Konsumstopp, wobei der häufigere Konsum überwiegt“,

weiß LRin Fischer.
Fischer führt dies auf die spezielle Belastung während der Lockdowns zurück. Die Menschen hatten weniger Verantwortung, mehr Zeit, oftmals auch Langeweile oder auch eine zunehmende psychische Belastung. Verringernd könnte sich der Faktor der Event-Ausfälle oder Partys ausgewirkt haben, so LRin Fischer. 

Mehr Beratung benötigt

Die Beratungsangebote der Drogenarbeit Z6 sind aktuelle voll ausgelastet. Dies wäre gut aber auch erschreckend zugleich, so Myriam Antinori, Geschäftsführerin der Drogenarbeit Z6. Die Beratungsgespräche finden meist mit Jugendlichen, Eltern bzw. Angehörigen statt. 

„Die Belastungen durch die Pandemie werden spürbar und die Öffnungsschritte erlauben es den Menschen, sich wieder mit ihrem problematischen Konsum auseinanderzusetzen“,

erläutert Antinori.

Auch bei der mobilen Drogenarbeit beim MDA basecamp merkt man die Auswirkungen der Pandemie. Statt in Clubs ist das Team der mobilen Drogenarbeit MDA basecamp mit einem Lastenrad in der Stadt Innsbruck unterwegs und bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen Information und Beratung rund um das Thema Drogen, Konsum und Safer Use – so beispielsweise beim Landestheater, wo sich zuletzt mehrere hundert junge Menschen zum Feiern getroffen haben.

Was ist geplant?

Um Präventiv vorzugehen oder den Schaden zu minimieren, gibt es von der Drogenarbeit Z6 ein "Gesundheitsförderungspaket" oder auch PartyBox genannt. 

„Darin enthalten sind schadenminimierende Utensilien für den Konsum und Infomaterial“,

informiert Antinori. Dieses kann online, per Mail oder telefonisch bestellt werden; die Ausgabe erfolgt jedoch persönlich, verbunden mit einem kurzen Gespräch.

Für den Sommer plant man bei der Drogenarbeit Z6 einige Tagesaktionen, sowie eine mehrtägige Aktion mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So finden zum Beispiel beim Walk About erlebnispädagogische Angebote wie Klettern oder Wandern statt. 

Sehr erfolgreich war die Drug Checking Ost-West Kooperation, berichtet Antinori weiter. Der Vergleich von Analyseergebnissen und gemeinsame Studien ermögliche das Erkennen von Trends und eine zielgerichtete Gesundheitsprävention. Soeben erschienen sind Trendsheets, die die Entwicklungen im Konsumverhalten bei Kokain und dem Angstblocker Xanax darstellen.

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