Tirols Handel in Nöten - mit Umfrage
„Leichte Pflänzchen der Besserung“

Mir ist's nicht egal, ich kauf lokal!
Martin Wetscher und Wolfgang Feucht (r.) fordern zielgerichtete Unterstützung und wollen mit der Kampagne "Mir ist's nicht egal, ich kauf lokal!" sowie Landes-Gutscheinen den regionalen Konsum ankurbeln.
  • Mir ist's nicht egal, ich kauf lokal!
    Martin Wetscher und Wolfgang Feucht (r.) fordern zielgerichtete Unterstützung und wollen mit der Kampagne "Mir ist's nicht egal, ich kauf lokal!" sowie Landes-Gutscheinen den regionalen Konsum ankurbeln.
  • Foto: © WKT
  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

Der Handel und Modehandel ist in Tirol  der 3. größte Wertschöpfungsgeber mit 50.000 Mitarbeiter und rund ein Drittel der Tiroler Betriebe (9.000) sind im Handel tätig.

"Die Corona Krise in Tirol zeigte eine völlig unterschiedliche Entwicklung in den Branchen. Gerade das Beispiel Lebensmittelhandel: Während der Einzelhandel durchaus die Umsätze halten konnte, erlitten die Großhändler Einbußen bis zu 100 Prozent", erklärte der Obmann des Tiroler Handels in der WK Tirol, Martin Wetscher. Nun sei man am richtigen Weg, es gebe „leichte Pflänzchen der Besserung“.

Massiv betroffen ist die Sparte ist Mode und Freizeit: Denn auch die Mode wird immer weniger wert, da saisonal die Modetrends sich verändern. Wolfgang Feucht, Obmann der Modehändler: "Die Geschäfte haben ihre Frühlingsware zum Großteil bereits vor Corona erhalten und voll bezahlt. Während des Lockdowns konnte aber nichts verkauft werden und die Ware hat mit jedem Tag an Wert verloren“, so Feucht.
Deshalb fordert Feucht eine adäquate und zielgerichtete staatliche Unterstützung für den Handel: "Leistungen wie Fixkostenzuschüsse sind natürlich zu begrüßen, aber vielfach nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Deshalb kämpfen wir weiterhin für deutliche Verbesserungen. Andernfalls steht zu befürchten, dass viele regionale Händler mit ihren Mitarbeitern zu Opfern der Corona-Krise und ganze Innenstädte veröden werden."
Wetscher:

„Nicht nur das Bewusstsein für die Regionalität braucht es, sondern auch in Tirol einzukaufen. Und wenn schon online, dann bei den Tiroler Online-Händlern. Denn die internationalen Onlineanbieter bilden bei uns keine Lehrlinge aus und zahlen keine Steuern."

Verschlafen wurde in der Vergangenheit die Online-Entwicklung laut Wetscher nicht, die Entwicklung der Gewinne im Handel sind sehr niedrig, darum fehlen oft Mittel für solche Innovationen. "Und ein Online-Handel ist nicht von heute auf morgen zu organisieren.

Gutschein gefordert

Geht es nach Martin Wetscher und Wolfgang Feucht soll auch das Land Tirol einen Beitrag dazu leisten, dass die Tiroler den regionalen Konsum ankurbeln. Konkret schlagen sie Gutscheine für Gastronomie und Handel vor, die ausschließlich in Tiroler Betrieben eingelöst werden können. Die Höhe soll 50 Euro für Einpersonenhaushalte und 100 Euro für Mehrpersonenhaushalte betragen. 

"Dieses Geld wäre gut investiert. Einerseits aus volkswirtschaftlicher Sicht, weil es in vollem Umfang im Land bleiben würde. Andererseits, weil es ein schöner Anreiz für die Menschen wäre, jetzt endlich wieder hinauszugehen und mit Freude ihre Händler und ihre Wirte aufzusuchen", so die Branchenvertreter unisono.

Die Forderung wurde bereits an die Regierung weitergeleitet.

Grenzen öffnen

"In vielen Bereichen fehlen natürlich auch die Touristen, daher hoffen wir auf die Öffnung der Grenzen. Auch die Maskenpflicht muss rasch überdacht werden.  Wenn es keine Unterstützung gibt, werden etliche Händler pleite gehen. „Auch gerade Sport- und Freizeithändler verlieren durch den ausbleibenden Tourismus bis zu 80 Prozent", sagt Feucht abschließend

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