Berg- und Naturwacht Weiz
Der Wald ist keine Motocross-Strecke

Der unmittelbare Lärm im ansonsten so ruhigen Wald versetzt die Tiere in einen Stresszustand. | Foto: Berg- und Naturwacht Weiz
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  • Der unmittelbare Lärm im ansonsten so ruhigen Wald versetzt die Tiere in einen Stresszustand.
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Trotz Fahrverbots sind immer mehr Motorrad- und Endurofahrer auf und abseits von Waldwegen unterwegs. Jede Person hat gemäß Forstgesetz das Recht, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten. Dieses Betretungsrecht umfasst allerdings nicht das Recht des Befahrens mit Kraftfahrzeugen oder dergleichen.

RAUM WEIZ. Nichts spricht gegen das Fahren auf behördlich genehmigten Strecken. Doch jegliches Befahren von Waldflächen, einschließlich der Forststraßen und sonstiger Waldwege, ist verboten. Leider wird dieses Fahrverbot im Raum Weiz immer öfter von Motorradfahrern ignoriert, das beklagen die ansässigen Waldbesitzer. Zum Beispiel in den Bereichen Hohenkogl, Gschwendt, Kleinsemmering, im Naturschutzgebiet Raabklamm sowie im Bereich Mühlgraben kam es schon zu Verstößen durch Motocross- bzw. Endurofahrer.

Bitte um Rücksichtnahme

Auch wenn ein Missachten des Verbots mit durchaus empfindlichen Strafen geahndet werden kann, appelliert die Berg- und Naturwacht Weiz zuerst vor allem an das Verantwortungsgefühl der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Denn das Befahren des Waldes mit Motorrädern kann wesentliche Auswirkungen auf seine Flora und Fauna haben.

Einerseits verursacht das Motorradfahren erheblichen Lärm. Gerade Störungen durch plötzlich auftretende Geräusche in Verbindung mit optischen Reizen versetzen Wildtiere in Alarmbereitschaft und können heftige Fluchtreaktionen auslösen. Der gesteigerte Energiebedarf durch den Stresszustand muss dann durch höhere Nahrungsaufnahme beglichen werden, was wiederum zu forstlichen Schäden durch einen erhöhten Verbiss an jungen Bäumen führen kann. Abgesehen davon haben die Tiere Angst und geraten in Panik.

Spuren der Zerstörung in der Natur, die vermeidbar wären. | Foto: Berg- und Naturwacht Weiz
  • Spuren der Zerstörung in der Natur, die vermeidbar wären.
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Zerstörte Lebensräume

Andererseits werden beim Fahren abseits der Wege der Waldboden und damit der Lebensraum zahlreicher Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen stark in Mitleidenschaft gezogen. An regelmäßig befahrenen Hängen kann es außerdem durch Fehlen des durchwurzelten Oberbodens zu vermehrter Erosion kommen. Das Befahren von Bächen und temporären Gewässern wiederum beeinträchtigt den Lebensraum von Amphibien wie Feuersalamander, Grasfrosch oder Unken, die diese im Frühjahr bzw. Frühsommer als Kinderstube nutzen.

Durch das Befahren geht im Wald eine erhebliche Störung der Natur und der Tierwelt einher, das liegt auf der Hand. Ganze Lebensräume werden zerstört – das sensible Ökosystem Wald wird in Bedrängnis gebracht. Deswegen bittet die Bergwacht des Bezirkes Weiz alle Fahrer: "Bitte nehmt Rücksicht und haltet euch an die Verbote!"

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