Gründonnerstag
Mahlzeit an einem etwas anderen Tisch
- Giovanni Prietl, Bernadette Höfler und Herbert Kohlmaier freuen sich auf die Inszenierung des etwas anderen Abendmahls.
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Ein festlich gedeckter Tisch mitten in der Stadt, Brot und Wein, Musik und Gespräche. Es wird eine Art Flashmob, auf jeden Fall eine ungewöhnliche Szene, die da am Gründonnerstag vor einem Geschäft in Gleisdorf passieren wird.
GLEISDORF. "Gehen wir doch dorthin, wo die Leute sind", hat sich Giovanni Prietl gedacht, der als Pfarrer ja eigentlich gewohnt ist, dass die Menschen zu ihm kommen. Aber das möchte er in dem Fall gar nicht. Also nicht gleich. Nach dem Flashmob dann schon. So könnte man nämlich dieses außergewöhnliche Happening, das am Gründonnerstag, dem 17. April um 16 Uhr im Gleisdorfer Einkauszentrum GEZ geplant ist, eigentlich nennen. Alltäglich ist es zumindest nicht. Das ist aber auch nicht die Absicht dahinter. "Ein bisserl wachrütteln wollen wir schon", so Prietl, der den Seelsorgeraum Gleisdorf leitet. Und die Dinge gerne mal etwas anders angeht. In diesem Fall das Letzte Mahl. Wobei es aber auch oder vor allem um alle anderen Mahlzeiten gehen soll. Aber zurück zum Anfang.
Gemeinsam ist so wichtig
Wenn drei kluge Köpfe mit viel Herz und Sinn für die Gemeinschaft beisammensitzen, dann kann schon mal etwas ganz Ungewöhnliches rauskommen. Giovanni Prietl machte sich Gedanken zum Gründonnerstag und wollte das "Letzte Abendmahl" den Menschen auf eine irgendwie besondere Art näherbringen. Und holte sich die zwei Religionspädagogen Bernadette Höfler und Herbert Kohlmaier ins Boot, die ihm beim Weiterspinnen seiner Idee und auch beim Umsetzen halfen und helfen. Und so wird am Gründonnerstag vor dem Modehaus Roth im GEZ ein festlich gedeckter Tisch stehen. Der freilich an das letzte Abendmahl erinnern soll. Viel mehr aber will er zum Nachdenken anregen, wie wir selbst unsere Mahlzeiten zu uns nehmen, wo die Möglichkeit haben, in Gemeinschaft zu essen.
- Dieser festlich gedeckte Tisch wird am 17. April ab 16 Uhr im GEZ in Gleisdorf stehen.
- Foto: zVg
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Dabei helfen die Bilder von Menschen, die auf einem großen Bildschirm zu sehen sein und ganz unterschiedliche Arten von Nahrungsaufnahme zeigen werden. Von der stillenden Mutter über den vielleicht eher einsamen Snack zwischendurch bis zum Mittagessen im Kreise der Familie. "Es geht um eine neue Perspektive auf das gemeinsame Essen. Der Tisch soll zum Nachdenken anregen – wo stehe ich gerade, wann und mit wem teile ich Mahlzeiten?", so Kohlmaier und erzählt, dass er erst kürzlich dazu etwas Interessantes von Hirnforscher Joachim Bauer gehört habe. Nämlich, dass wir gar nicht erahnen könnten, wie wichtig es ist, auch nur für fünf Minuten bewusst miteinander zu essen.
In der Kirche geht's weiter
Musikalisch wird die Aktion von der Stadtkapelle begleitet, was zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Geschehen lenkt. Die Aktion lädt Passantinnen und Passanten ein, stehenzubleiben, mitzumachen und ins Gespräch zu kommen. "Wir werden Stehtische aufstellen und Brot und Wein anbieten und so auch die Idee der Agape weitertragen", so Pädagogin Höfler. Zwölf bis 15 Leute aus der Pfarre haben sich gerne dazu bereit erklärt, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Nach der Aktion in der Stadt geht es in der Kirche weiter. Auch dort wird das "andere Mahl" thematisiert. "Das wirft dann die Frage auf, was bedeutet das andere Mahl in der Kirche?", so Prietl. Eine Frage, die die Messe um 19 Uhr dann begleiten wird. Eines sind sich die drei Initiatoren sicher: "Auch wenn man sich fremd ist, wenn man zusammen isst, geht man eine Beziehung ein. Das geht gar nicht anders".
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