22.12.2017, 12:33 Uhr

Sternsinger in Weiz

Da waren es plötzlich viel mehr als nur drei... 13.000 Sternsinger sind heuer wieder in der ganzen Steiermark unterwegs. (Foto: Georg Stühlinger)

Jeder kennt sie, die Heiligen Drei Könige. Doch woher kommen sie, wie viel sammeln sie und wofür?

Zwischen dem 27. Dezember und dem 6. Jänner sind im Bezirk wieder hunderte Caspars, Melchiors und Balthasare der Katholischen Jungschar unterwegs. Die Lieder und die Kreideschriftzüge über den Haustüren sollen Freude machen und Segen für das neue Jahr bringen – aber vor allem sollen sie Spenden für Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika einbringen.

Die Dreikönigsaktion ist eine Aktion des Hilfswerk der Katholischen Jungschar, die jedes Jahr  500 Projekte, die mindestens drei Jahre lange laufen, in 20 verschiedenen Ländern unterstützt. Um die große Zahl herunterzubrechen, wird jedes Jahr eines davon hervorgehoben – heuer ist dies Nicaragua, wo sich die Partnerorganisation CECIM in der Nähe der Hauptstadt Managuas für Jugendliche einsetzt und ihnen vor Ort eine Berufsausbildung ermöglicht, damit sie sich so eine eigene Existenz aufbauen können.

Die Zahlen

„Rund einer Million Menschen kann jedes Jahr mit den Sternsingerspenden geholfen werden", Julia Radlingmayer von der Dreikönigsaktion. Im letzten Jahr konnten in der Steiermark über 3 Millionen Euro ersungen werden. In ganz Österreich waren es 17 Millionen Euro, aus dem Bezirk Weiz kommen dabei genau 358.314,49 Euro. Aufgeteilt auf die drei Dekanate zeigen sich folgende Zahlen: Vom Dekanat Birkfeld kamen über 47.000 Euro, vom Dekanat Weiz knapp 144.000 und vom Dekanat Gleisdorf sogar fast 167.000 Euro.
Jeder, der spendet, kann sicher sein, dass das Geld auch gut ankommt – denn die Aktion unterliegt strengen Überprüfungen wie etwa vom österreichischen „Spendengütesiegel“. Wieviel gespendet wird, ist laut Julia Radlingmeier sehr unterschiedlich: Meist seien das zwei oder fünf Euro bis hin zu mehreren hundert Euro. "Es gibt keine Mindestspende. Es liegt im Ermessen der Person und der Familie, wie viel für die Spende zur Verfügung steht", erklärt sie.

Die Menschen

Die Organisation der vielen Kleingruppen, die klassischer Weise aus zumindest den Heiligen Drei Königen und einer Begleitperson in Form eines Sternträgers besteht, unterliegt den einzelnen Pfarrgemeinden. Für die Pfarre Weiz ist Kaplan Hannes Geieregger zuständig, der insgesamt fast 600 Beteiligte – zu denen auch Religionslehrer, Schminkhelfer, Begleiter oder die Essensausgabe dazugehören – zu koordinieren hat. 85 Gruppen werden alleine im Raum Weiz unterwegs sein – am 3. Januar in der Stadt und im Ortsteil Krottendorf, am 4. Januar am Land. Hannes Geieregger verortet derzeit allerdings einen Rückgang von Kindern: "Auch statistisch gesehen gibt es ja immer weniger Kinder, aber auch Katholiken gibt es immer weniger." Unbedingt Katholik sein müsse man übrigens nicht, um mit den Sternsingern mitgehen zu können – als "Schritt in Richtung guter Integration" sieht er, dass dieses Jahr sogar ein paar muslimische Flüchtlingskinder mit unterwegs seien.

Geben füllt das Herz

"Die Dreikönsigsaktion ist topaktuell", erklärt Hannes Geieregger, "weil es derzeit Notsituationen in zig Ländern gibt. Wir in unserer Wohlstandsgesellschaft müssen unseren Blick dafür schärfen. Außerdem: Das erste, was die Kirche im neuen Jahr macht, ist eine soziale Aktion – auf diese Weise in das neue Jahr zu starten ist toll für die Bewusstseinsbildung." Sein Motto? "Nehmen füllt die Hände, geben füllt das Herz."
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