Prüfung in Wien
Nachrüsten beim Hochwasserschutz im Blackout-Fall empfohlen

Im Falle des Zusammenbruchs der Stromversorgung muss Wien auch beim Hochwasserschutz auf den Notbetrieb umschalten. (Symbolfoto) | Foto: DOMINIK MANDL / APA / picturedesk.com
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  • Im Falle des Zusammenbruchs der Stromversorgung muss Wien auch beim Hochwasserschutz auf den Notbetrieb umschalten. (Symbolfoto)
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Am Dienstag, 25. Februar, wurde ein umfangreicher Prüfbericht des Stadtrechnungshofs Wien (StRH) veröffentlicht. Dabei wurde untersucht, wie die Stadt Wien bei einem denkbar ungünstigen Szenario agieren kann: Blackout verbunden mit Hochwasser. Zwar gibt es einen Notfallplan, doch hier seien einige Punkte ausbaufähig.

WIEN. Bei der Krisenprävention hat die Stadt noch einiges nachzuholen. Das ergab die Prüfung des Stadtrechnungshofs (StRH). Als neutrales Kontrollorgan überwacht die Institution geplante und bereits ausgeführte Maßnahmen und Prozesse der verschiedenen Magistratsabteilungen.

Der Blick fiel dabei unter anderem auf die MA 45, die zuständig ist für die Gewässer Wiens sowie den damit zusammenhängenden Katastrophenschutz bei Hochwasserereignissen.

Hochwasserschutz 

Nach der Hochwasserkatastrophe im vergangenen September, bei der es im Osten Österreichs zu gravierenden Überflutungen kam, seien die Arbeitsschritte in einer Krise essenziell. Da auch die Hauptstadt von Überschwemmungen und den daraus resultierenden Schäden betroffen war, ist ein genauer Arbeitsplan umso wichtiger für das Wiener Versorgungsnetz. Bereits 2022 beauftragte die Stadt Wien alle Magistratsstellen mit der Ausarbeitung eines Plans zur "Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur".

Das Hochwasser in Wien im September 2024 forderte auch die Wehranlagen, die das Donauwasser regulieren. (Archivfoto) | Foto: Stadt Wien
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Der StRH hat Verbesserungsvorschläge im Prüfbericht angemerkt. In erster Linie kritisiert die Untersuchung die fehlende Evaluierung und Dokumentation der Prozesse im Zuge des Hochwasserdiensts. Außerdem wurden die Wartungspläne der Wehranlagen an der Neuen Donau in Augenschein genommen. Dabei ist von technischen Mängeln die Rede, da einige Beleuchtungen defekt sein sollen. Das Notstromaggregat einer Anlage sollte ebenfalls schon längst gewartet werden.

Blackoutfahrplan

Mit der Arbeitsanweisung "Blackout" hat die MA 45 einen 72-Stunden-Plan, sollte es zu einem solchen kommen. Auch dieser wurde vom StRH untersucht. Darin seien Aufgaben für das Krisenmanagement sowie den Gewässerschutz in Wien enthalten. Im Falle eines Notbetriebs gäbe es vier Arbeitsphasen, die innerhalb von drei Tagen zu einer Verbesserung der Situation führen sollen. 

Die Phase der Orientierung diene zur individuellen Vorbereitung der Wiener Bevölkerung innerhalb von sechs Stunden. Ein Krisenstab wird für die Bewertung des Ausmaßes der Schäden einberufen. Im Falle eines kompletten Stromausfalls treten die folgenden Maßnahmen automatisch in Kraft, und die erste Phase mündet in die Sicherheitsphase.

Mit eigenen Notstromaggregaten komme die Stadt vier ganze Tage aus, heißt es im Prüfbericht der StRH. (Symbolfoto) | Foto: Pixabay
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Zum einen soll in dieser sichergestellt werden, dass die Grundversorgung zumindest für insgesamt sieben Tage aufrechterhalten werden kann. Dazu verfügen alle drei Wehranlagen in Wien über Notstromaggregate und große Treibstofftanks.

Kritik des StRH

Diese Rechnung geht laut Angaben des StRH nicht ganz auf. Die Treibstoffversorgung gewährleistet demnach nur eine Dauer von vier Tagen und vier Stunden statt volle sieben Tage. Die Institution empfiehlt deshalb eine ausreichende Nachbetankung, da auch die Fahrzeuge des notwendigen Personals in Zeiten einer Krise mit genügend Diesel versorgt werden sollen.

Zum anderen ist die Kommunikation während eines Stromdefizits nicht gegeben. Das bedeutet, dass die Nutzung des Smartphones und Festnetzes nur eingeschränkt oder gar nicht möglich wäre. Abhilfe sollen in der Zwischenzeit analoge Telefone schaffen. In diesem Zusammenhang werden BOS-Geräte – das sind spezielle Funkapparate – genannt, die ein geringes Ausfallrisiko aufweisen.

Auch wenn es einen Blackout gibt, muss die Stadt auf Hochwasserereignisse vorbereitet sein. | Foto: Pressefoto Scharinger
  • Auch wenn es einen Blackout gibt, muss die Stadt auf Hochwasserereignisse vorbereitet sein.
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Jedoch gab die MA 45 bekannt, dass eine solche analoge Telefonverbindung nur zwischen den drei Wiener Wehranlagen vorhanden sei. Stabile Kontakte zu externen relevanten Dienststellen wie Polizei, Rettungsdienste oder Schifffahrtsaufsicht sollen aber garantiert sein. Die StRH schlägt zusätzlich vor, die BOS-Geräte zeitnah auf die unterschiedlichen Stellen aufzuteilen.

Auf Notbetrieb umstellen

Nach zwölf Stunden Blackout beginnt die Notbetriebsphase, in der die Notstromversorgung weiterhin aktiv ist. Der Fokus liegt in dieser Zeit im Krisenmanagement und der Aufrechterhaltung des Hochwasserdiensts sowie des Katastrophenschutzes. Wenn laut Einschätzung der Fachkräfte der Stromversorgungszusammenbruch länger als 48 Stunden andauern sollte, wird das Personal für ausgewählte Bereiche verdoppelt. 

72 Stunden nach dem Stromausfall solle laut Maßnahmenplan die Stromversorgung wiederhergestellt sein. Kommunikationsmittel, Maschinen sowie Anlagen sollen auf die Wiederanlaufphase vorbereitet werden. Mit kleineren Ausfällen ist dennoch noch zu rechnen. Die Aufrechterhaltung des Stromnetzes sei die wesentliche Aufgabe nach einer solchen Krise.

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Im Falle des Zusammenbruchs der Stromversorgung muss Wien auch beim Hochwasserschutz auf den Notbetrieb umschalten. (Symbolfoto) | Foto: DOMINIK MANDL / APA / picturedesk.com
Auch wenn es einen Blackout gibt, muss die Stadt auf Hochwasserereignisse vorbereitet sein. | Foto: Pressefoto Scharinger
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Mit eigenen Notstromaggregaten komme die Stadt vier ganze Tage aus, heißt es im Prüfbericht der StRH. (Symbolfoto) | Foto: Pixabay
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