Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt für 16. August 2026 von Christa Recheis-Kienesberger
- Christa Recheis-Kienesberger von der Pfarre Pinsdorf.
- Foto: Privat
- hochgeladen von Philipp Gratzer
Die Predigt für den 16. August 2026, "Glaube ist der Schlüssel – Gedanken zu Mt 15,21 -28", stammt von Christa Recheis-Kienesberger. Sie ist Gottesdienstleiterin und Verantwortliche für die Liturgie in der Pfarrgemeinde Pinsdorf sowie ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerin im Salzkammergut-Klinikum Gmunden.
SALZKAMMERGUT. Befremdliche Textstellen in der Bibel: Am heutigen Sonntag begegnen wir einem Jesus, der so gar nicht in das Bild passen will, das uns von ihm gemalt wird. Wir kennen ihn als Menschenfreund, als Vergebenden, als Liebenden, als Verstehenden. Er stößt die Frommen immer wieder vor den Kopf, weil er gerade mit denen spricht, die nach den Regeln der damaligen religiösen Vorstellungen als Außenseiter gelten.
Umso aufrüttelnder die Textstelle von der kanaanäischen Frau: Diese bittet Jesus um Hilfe für ihre Tochter, die von einem Dämon gequält wird. Jesus verweigert ihr diese Hilfe, denn er weiß sich nur zu den Verlorenen des Hauses Israel gesandt. Der Vergleich zwischen Kindern und Hunden mutet mehr als befremdlich an.
Jesus als „Lernender“
Wir erleben hier einen Jesus, der vielleicht von den vielen Hilferufen, die ihn erreichen, überfordert ist. Er kann anscheinend nirgends hingehen, ohne dass jemand von ihm ein Wunder erbittet. Vielleicht ist er sogar genervt, weil er ständig helfen soll. Und er scheint Angst zu haben, dass seine Möglichkeiten nicht reichen, wenn er auch „Fremden“ seine Hilfe angedeihen lässt. Trotzdem tut der Vergleich mit Kindern und Hunden weh.
Aber die kanaanäische Frau lässt sich nicht abschrecken. Die Begleiter Jesu wollen sie wegschicken, aber sie ruft weiter um Hilfe für ihre Tochter. Und Jesus lässt sich von ihrer Hartnäckigkeit, vielleicht auch von ihrer Mutterliebe berühren. Vor allem ihr Glaube ist es, der Jesus umdenken lässt.
Glaube und Vertrauen heilen
Jesus sagt zu dieser Mutter: „Frau, dein Glaube ist groß“. Ihr Glaube schafft die Voraussetzung für das Wunder. Die Tochter der Frau wird gesund. Wie immer bei Jesus geht es nicht um ihn und seine heilenden Kräfte, es geht nicht um einen Prestigeakt, sondern um unseren Glauben, um unser Vertrauen. Dieser Glaube, dass Heilung möglich ist, dass wir nicht im Stich gelassen werden, wenn wir genug Vertrauen haben, macht Wunder erst möglich – damals und heute.
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