Kultursommer Semmering mit Mürztaler Beteiligung
Marion Mitterhammer glänzte als Christine Lavant
- Marion Mitterhammer glänzte als Christine Lavant
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Unter strahlendblauem Himmel und historischen Räumlichkeiten und doch „Über fallenden Sternen“ glänzten Marion Mitterhammer und Hubsi Kramar beim Kultursommer Semmering. Die Lesung über die Liebesbriefe zwischen der Lyrikerin Christine Lavant und dem Maler Werner Berg waren wie zugeschnitten für die beiden Ausnahmeschauspieler. Und obwohl der Kultursommer Semmering zu den Höhepunkten des niederösterreichischen Sommers zählt, waren viele Besucherinnen und Besucher von der steirischen Seite und dem Mürztal angereist. Alle wollten die gebürtige Bruckerin und in Mitterdorf aufgewachsene Marion Mitterhammer aus der Nähe sehen und hören. Und die Erwartungen wurde übertroffen. Das Publikum und auch Mitterhammer war am Schluss zu Tränen gerührt. Diese wurden aber rasch wieder zu Tränen der Freude und glitten in Standing Ovations über.
SEMMERING/ST.BARBARA. Jahr für Jahr bringt das Festival hochkarätige Theater-, Literatur- und Musikproduktionen auf die Passhöhe Semmering, nur wenig Meter von der steirischen Grenze entfernt. Inmitten der nostalgischen Kulisse historischer Architekturjuwele wie dem Grand Hotel Panhans und dem Südbahnhotel knüpft das Festival an die große Tradition der Sommerfrische um 1900 an. Diesmal wurde das traditionsreiche Grand Hotel Panhans mit seiner unbeschreiblichen Dachterrasse zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Kleinkunstabends. Marion Mitterhammer und Hubsi Kramar präsentierten den eindrucksvollen Briefwechsel „Über fallenden Sternen“ und entführten das Publikum in eine Welt voller Sehnsucht, Poesie und feiner Zwischentöne.
- Eine Dachterrasse mit Stil und Fernsicht
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800 Briefe zwischen 1950 und 1955
Natürlich waren auch viele Besucherinnen und Besucher gekommen, um mehr über den Briefwechsel einer großen Liebe zwischen Berg und Lavant, welche erst im Frühjahr 2024 durch den Wallstein Verlag unter dem Titel „Über fallenden Sternen. Der Briefwechsel“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und veröffentlicht wurden, gekommen. Vom Maler Werner Berg sind rund 260 Briefe an die Kärntner Dichterin Christine Lavant ergangen, umgekehrt schrieb Lavant etwa 520 Briefe. Der tiefgründige Briefwechsel gewährte intime Einblicke in eine von Nähe, Sehnsucht und Poesie geprägte Beziehung. Für die besondere emotionale Tiefe sorgte allen voran Marion Mitterhammer.
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Der Heimat St. Barbara verbunden
Die gebürtige Bruckerin, aufgewachsen in Mitterdorf, steht seit vielen Jahren erfolgreich auf großen Bühnen und vor der Kamera. Engagements am Theater in der Josefstadt und bei den Salzburger Festspielen sowie zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen machten sie einem breiten Publikum bekannt. Mit ihrem außergewöhnlichen Gespür für feine Zwischentöne und ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz verlieh sie den Worten eine ganz besondere Intensität.
An ihrer Seite glänzte Hubsi Kramar mit seiner unverwechselbaren Bühnenpräsenz. Einem breiten Fernsehpublikum ist der vielseitige Schauspieler auch als Oberst Ernst Rauter, Leiter der Mordkommission im österreichischen „Tatort“, bekannt. Mit seiner markanten Darstellung verlieh er dem Abend eine zusätzliche besondere Note.
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Drei Künstler in perfektem Zusammenspiel
Für die musikalische Begleitung sorgte Willi Langer am Bass, der die Lesung feinfühlig und zurückhaltend untermalte. Auch der Tontechniker gab sein Bestes und brachte Laute von Katzen oder andere Geräusche in die Lesung ein. Gemeinsam schufen die Künstler eine Atmosphäre, in der Literatur, Schauspiel und Musik zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis verschmolzen.
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Kultur hat Stil
Auch das Publikum schien vollkommen in den Bann der Worte gezogen. Die elegant gekleideten Gäste lauschten so gebannt, dass im Saal selbst das leiseste Sesselknacken zu hören war. Für einen besonders charmanten Moment sorgte zudem ein vierbeiniger Besucher: Der Hund von Hubsi Kramar blieb, offenbar ebenso verzaubert von den schönen Worten wie die Menschen im Saal, während der gesamten Darbietung völlig ruhig unter dem Sessel seines Herrchens - er hat die Liebesbriefe wohl auch genossen.
- Gäste aus Niederösterreich und dem Burgenland - mit Geburtstagskind - dem Anlass schön gekleidet
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Ein Schluss, der zu Tränen rührte
Besonders berührend wurde der Abend gegen Ende. Zeigten die Briefe doch eine existenzielle, von Höhen und Tiefen geprägte Affäre, die beide künstlerisch stark befruchtete, sie aber auch an den Rand des Zusammenbruchs führte. Marion Mitterhammer las aus einem der letzten Briefe Lavants und die wenigen Worte erzählten von Abschied, Einsamkeit, Heimweh und zugleich von einem erstaunlichen Lebenswillen. „Immer stiller, aber nicht tot. Für dich noch nicht“ – diese Sätze gingen unter die Haut. Auch die Erinnerungen an das Pflegeheim in Wolfsberg und an einen Schutzengel, den sie unter ihrem Polster bewahrte, verliehen den letzten Zeilen eine zutiefst persönliche und schmerzliche Dimension. Mitterhammer sprach diese Worte mit einer solchen Intensität, dass für einen Moment die Grenzen zwischen Schauspiel und gelebtem Schicksal verschwammen. Im Saal wurde es ganz still. Die Schauspielerin und zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer waren zu Tränen gerührt. Es war jener seltene Augenblick, in dem Literatur nicht bloß vorgetragen, sondern unmittelbar fühlbar wird.
- Nach dem letzen Brief ...
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Freudentränen und Begeisterung folgten
Der begeisterte und zugleich bewegte Applaus am Ende galt den beiden Schauspielern und ihrem Musiker. „Über fallenden Sternen“ wurde im Hotel Panhans zu einem Abend voller Magie, getragen von großer Schauspielkunst, musikalischer Feinfühligkeit und der zeitlosen Kraft von Christine Lavants Worten.
- Applaus nach einer emotionalen Lesung
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Kultursommer Semmering beweist Qualität und kennt keine Grenze zur Steiermark
Der Kultursommer Semmering bewies damit einmal mehr seine besondere Stärke: die Verbindung von künstlerischer Qualität, historischem Flair und literarischer Tiefe. In den traditionsreichen Sälen des Semmerings lebt der Geist der großen Sommerfrische weiter und manchmal wird daraus ein Abend, der noch lange nach dem letzten Applaus im Herzen bleibt.
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Andrea Stelzer
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