In Hafendorf wird gesund und regional gekocht

Gut eingespieltes Küchen-Team: Sigrid Klenner, Gertrude Kammerhofer, Birgit Reisinger und Veronika Holzer.
  • Gut eingespieltes Küchen-Team: Sigrid Klenner, Gertrude Kammerhofer, Birgit Reisinger und Veronika Holzer.
  • hochgeladen von Angelika Kern

In der Küche der Fachschule Hafendorf werden vor allem eigene Produkte verwendet.

Gesund kochen, noch dazu mit Produkten aus der Region – in diesem Bereich kann die Schulküche der Landwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf in Kapfenberg durchaus als Vorbild bezeichnet werden, denn: Rind-, Lamm- und Schweinefleisch (die kleinen Ferkel werden von anderen Fachschulen zugekauft) sowie Milch werden rein aus Eigenproduktion verwendet; die Kräuter kommen vorwiegend aus dem eigenen Kräutergarten, das Gemüse fallweise aus dem Versuchsgarten der Schüler; das Brot wird selbst gebacken, auch Apfelsaft und Most gibts aus der eigenen Produktion. "Wir versuchen, soweit es möglich ist, eigene Produkte zu verwenden. Wenn wir zukaufen müssen, schauen wir darauf, dass wir diese Produkte entweder von Betrieben unserer Schüler kaufen oder aus der Region bekommen können", so Birgit Reisinger, seit zwei Jahren Wirtschaftsleiterin.
So etwa werden die Eier direkt von Nachbarn bezogen. "Honig und Kernöl und auch Erdäpfel zum Beispiel beziehen wir aus Betrieben unserer Schüler und bieten diese auch in unserem Hofladen an. Wichtig sind jedenfalls möglichst kurze Transportwege.

Kaum Fertigprodukte

In der Küche selbst ist der Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft wichtig, so viel wie möglich frisch zuzubereiten. "Wir verwenden so wenig Fertigprodukte und Bindemittel wie möglich und der Speiseplan richtet sich nach Verfügbarkeit der Lebensmittel", erklärt Reisinger. Gemeinsam mit ihren drei Kolleginnen Sigrid Klenner, Gertrude Kammerhofer und Veronika Holzer zaubert sie auf diese Weise täglich ein Mittagsmenü, bestehend aus einer Suppe, einer Hauptspeise, mindestens zwei Sorten Salat je nach Jahreszeit sowie eine Nachspeise für rund 140 Personen auf den Tisch. "Wir richten alles zu einem Buffet zusammen, an dem sich die Schüler selber nehmen können, was sie möchten. So bleibt wesentlich weniger übrig, und das was übrig bleibt, wird in unserer hauseigenen Biogasanlage verwertet", so Reisinger.

Gemeinsam am Tisch

Wichtig ist ihr auch, dass die Internatsschüler drei Mal täglich gemeinsam Mahlzeiten einnehmen, denn: "In vielen Familien ist das gar nicht mehr üblich, weil beide Elternteile berufstätig sind und nicht zur selben Zeit nach Hause kommen", erklärt Reisinger.
Finden Schulfeiern statt, wie etwa im Rahmen des Erntedankfestes, wird das Buffet nur mit Eigenprodukten gestaltet. "Da machen wir dann auch den Käse selbst, aus der Fleischerei kommt die eigene Wurst und auch Weckerl werden gebacken", erklärt Birgit Reisinger stolz. "Da wird nichts zugekauft."
Was ihr an ihrem Beruf am meisten gefällt? "Das arbeiten mit Jugendlichen macht großen Spaß, jeder Tag sieht anders aus, man erlebt immer wieder Neues, die Rückmeldung der Schüler ist sehr positiv, ich kann mir die Zeit sehr gut einteilen und man ist mitten drin in einem Prozess, der sehr spannend ist", so Reisinger. "Und ich kann den Schülern Wissen vermitteln, das sie im Leben anwenden können."

Zahlen und Fakten
Der Lehr- und Versuchsbetrieb der Fachschule Hafendorf hat eine Größe von rund 300 ha, davon sind 220 ha Wald, 80 ha Grünland und 20 ha Ackerland. Am Ackerland werden Mais, Gerste, Weizen und Tritikale angebaut. Es werden rund 45 Milchkühe der Rassen Braunvieh und Holstein plus die weibliche Nachzucht und einige Stiere und Ochsen gehalten, in Summe rund 110 Stück. Ein Teil der Kühe, Stiere und Ochsen wird im praktischen Unterricht im schuleigenen Schlachthof geschlachtet, zerlegt und verarbeitet. Das Fleisch wird teilweise über den Hofladen (während der Schulzeit am Donnerstag von 13 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 11 Uhr) verkauft oder in der Schulküche für die Schülerinnen und Schüler verkocht. Des weiteren gibt es rund 180 bis 200 Mastschweine, welche ebenfalls im Rahmen des Unterrichtes verarbeitet werden. Zusätzlich gibt es 20 Mutterschafe der Rasse Merino. Die anfallenden Lämmer werden teilweise selber vermarktet und teilweise verkauft.

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