Leichtes Aufatmen in der Blasmusik

Christian Schwab, Blasmusikverband-Bezirksobmann  | Foto: KK
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Nach wochenlangem Probenverbot und Veranstaltungsabsagen sind seit 29. Mai Proben wieder erlaubt.

Es waren lange Wochen des Verzichts: mit dem Lockdown im März endeten für sämtliche Blasmusikvereine in Österreich jegliche Proben- und Konzertmöglichkeiten abrupt. "Der Beginn des Shut Downs traf viele Vereine mitten in den Vorbereitungen zu Frühjahrskonzerten, Generalversammlungen und Jahresplanungen", erklärt der Obmann des Blasmusikbezirkes Christian Schwab. Ebenfalls in diese Zeit fielen Osterweckrufe, diverse Prozessionen rund um kirchliche Veranstaltungen oder auch der traditionelle Weckruf am 1. Mai. "Die Maßnahmen der Regierung wurden von uns zu 100 Prozent mitgetragen und umgesetzt und alle Tätigkeiten sofort auf Null reduziert."
Doch jetzt gibt es endlich ein erstes Aufatmen: Mit 29. Mai sind wieder Gruppen- und Gesamtproben unter gewissen Auflagen, wie etwa der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen, möglich. Auch Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern könnten wieder durchgeführt werden.

Finanzieller Schaden

Für die rund 920 Musikerinnen und Musiker im Blasmusikbezirkes Bruck bedeutete das in den letzten Wochen aber nicht nur den Verzicht auf das geliebte Hobby, sondern auch einen gewaltigen finanziellen Schaden, leben doch die Musikvereine und Blasmusikkapellen vorwiegend von Konzert- und Veranstaltungseinnahmen. "Unsere 23 Vereine erwirtschaften im Jahr ca. 450.000 Euro. Betrachtet man die Schwerpunkte, kann man die Aktivitäten im Frühjahr mit ca. 40 Prozent der Einnahmen bewerten. Somit ergibt sich ein Minus von etwa 180.000 Euro", rechnet Schwab vor.
Einige Vereine sind laut Schwab zwar finanziell so abgesichert, dass sie diese Zeit gut überstehen werden. "Es gibt aber auch Kapellen, wo der Einnahmenentfall große Sorgen auslöst, zumal die Fixkosten wie Mieten, Energie, Versicherungen, etc. weiterhin bedient werden müssen. Auch Kredite müssen teilweise noch zurückgezahlt werden. Entschädigungszahlungen sind meines Wissens derzeit noch nicht in Aussicht gestellt, seitens der Gemeinden gibt es aber bereits Zugeständnisse und es ist auch vorstellbar, dass es Sondersammlungen bei der Bevölkerung geben wird."

Stimmung am Boden

Im Internet kursierten in den letzten Wochen Aufnahmen von Musikern, die per Videozusammenschnitt gemeinsam musizierten, um die Zeit doch noch sinnvoll nutzen zu können; am Ostersonntag wurden etwa auch anstatt des traditionellen Osterweckrufs vielerorts Märsche über Lautsprecher abgespielt, um für Stimmung zu sorgen. Aber wie ist die Stimmung derzeit eigentlich in den Vereinen? "Mit anhaltender Dauer der Einschränkungen sank das Stimmungsbarometer kontinuierlich ab. Die Stimmung war bei vielen Musikerinnen und Musikern völlig am Boden. Daran merkt man, wie wichtig de Zusammenkünfte und das Vereinsleben für unsere Mitglieder ist", so Schwab. Und auch die zwischenzeitliche Meldung, wonach Musizieren nur mit Mundschutz erlaubt sei, sorgte nicht unbedingt für Erheiterung unter den Blasmusikerinnen und Blasmusikern.
Und wie geht es jetzt weiter? Schwab: "Wir hoffen, dass es zu keiner zweiten Welle kommt, dass wir rasche wieder zur Normalität zurückfinden und es längerfristig keine negativen Auswirkungen geben wird. Ich wünsche es unseren Musikerinnen und Musikern, dass wir die Herzen unserer Zuhörer und Gönner, sowie den Gästen aus Nah und Fern mit unserer Musik bald wieder erfreuen können."

Zahlen&Fakten
Im Blasmusikbezirk Bruck gibt es insgesamt 23 Musikkapellen.
Aktuell sind 920 Musikerinnen und Musiker aktiv in den Kapellen tätig, zusätzlich wird die Ausbildung von 420 Jungmusikern über die Vereine organisiert.
Obmann des Blasmusikbezirkes Bruck ist Christian Schwab. Er ist seit 43 aktives Mitglied der Trachtenkapelle Tragöß und spielt dort die Tuba.
Schwab ist auch seit 43 Jahren aktives Mitglied beim Blasmusikverband und seit November 2007 Bezirksobmann im Blasmusikbezirk Bruck; seine Stellvertreterin ist Sabine Maßer.
Bereits zuvor, genauer gesagt von März 2006 bis November 2007, war Schwab Stellvertreter des Bezirksobmannes.
Seit März 2010 ist er auch Mitglied des Landesvorstandes, und zwar als Beirat im organisatorischen Bereich.

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