B³ - Eine Schule mit vielen Möglichkeiten

Direktor Wallner vor der bekannten und von weitem sichtbaren Vorderfront der Schule
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  • Direktor Wallner vor der bekannten und von weitem sichtbaren Vorderfront der Schule
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Die HAK hat lange Tradition in Bruck und befindet sich seit 1970 an diesem Standort in der Brückengasse. Wie hat sich die Schule verändert?
Martin Wallner: Ich selbst habe die Entwicklung seit 1985 miterlebt. Das Gebäude wurde in den 70er Jahren kostengünstig gebaut und es gab zahlreiche bauliche Veränderungen und notwendige Sanierungen. Der Großteil betraf aber die Technik. Mit acht Computersälen, 300 PCs mit Internet, Medien- und Filmräumen sowie Übungsfirmen in jedem Stockwerk, sozusagen die Werkstätten unserer Schule, sind wir am neuesten Stand.

Warum und wer sollte Ihre Schule besuchen?
In der HAK bekommt man profunde kaufmännische, sprachliche und digitale Ausbildung inkl. Studienberechtigung, in der HAS wird man ebenfalls fit für Job und Office, nur in etwas kleinerer Ausführung. Für die BAfEP muss man mehr Zeit mitbringen, dafür bekommt man mit Sicherheit einen Job, denn Kindergartenpädagogen werden zunehmend gebraucht.

Die Wirtschaft ist gewachsen, Konzerne entstanden, wie ist man lehrplanmäßig darauf eingegangen?
Ein großer Schwerpunkt ist das Lernen in unterschiedlichen Gegenständen auf Englisch. Englisch ist seit jeher die zweite lebende Fremdsprache und als Wirtschaftssprache und in der Digitalisierung unerlässlich. Auch Italienisch und Französisch bleiben wichtig. Sprachaufenthalte in diesen Ländern fördern die Kenntnisse. Weiters gibt es immer wieder Wirtschafts- und Unternehmertage, wo Firmenchefs großer Konzerne – einige haben sogar unsere Schule besucht – vom Alltag erzählen.

Die HAK schließt mit Matura ab, die HAS nicht. Ist dieser Schultyp dennoch gefragt?
Die Handelsschule wurde nach zwei Jahren Pause wiederbelebt. Der Bedarf ist da und es wird nächstes Jahr noch eine dritte Klasse geben. Durchaus ist diese dreijährige Form mit Abschlussprüfung für jene geeignet, die nicht so lange Schule gehen möchten oder für Migranten, die die finanziellen Möglichkeiten für die Matura nicht haben. Obwohl es inhomogene Gruppen in der HAS gibt, ist der Fortschritt zwischen 1. und 3. Klasse enorm und einzigartig. Meine Meinung ist, wenn jemand die Schule ernst nimmt und ein guter Schüler ist, dann wird er sich mit oder ohne Matura im Beruf durchsetzen.

Seit wann heißt die BAKIP BAfEP und wie passt das mit der HAK zusammen? Eine Standortentscheidung?
Die Privatschule der Caritas am alten Standort hätte geschlossen, wenn sich mein Vorgänger nicht so für dieses Gebäude eingesetzt hätte. Nun haben wir 10 Klassen. Lehrer und die Schüler müssen nicht auspendeln und nach anfänglichen Reibungspunkten hat sich Harmonie eingestellt. Die Hälfte der Lehrer unterrichtet in beiden Schulen, somit war diese Zusammenlegung auch aus personalpolitischer Sicht eine gute Sache.

Der Platz war gegeben?
Ja, aber jetzt ist das Haus ziemlich voll. Wir haben auch noch zwei Hortgruppen mit je 25 Kindern zwischen 6 und 14 Jahren. Betreut werden Schüler aus umliegenden Schulen von Kindergartenpädagogen und die Schüler dunserer BAfEP machen ihr Hortpraktikum dort. Eine Win-Win-Situation.

Was ist Elementarpädagogik?
In der Elementarpädagogik – erwirkt durch eine gesetzliche Lehrplanänderung 2016 - werden die Schüler nun für die Betreuung der Kinder von 0-6 (früher 3-6) ausgebildet, was wirtschaftlich durch die Kinderkrippen notwendig wurde.

Ist die Schule nach wie vor verweiblicht?
Ja definitiv. Wir haben von den 73 Lehrpersonen nur 11 Männer. Bei den Schülern gibt es von 235 in HAK/ HAS 179 Damen und in der BAfEP von 200 Schülern 8 Männer. Gerade dort wären männliche Kindergartenpädagogen wünschenswert, weil viele Kinder von Frauen alleine erzogen werden und männliche Bezugspersonen wichtig wären.

Wie gehen die Lehrer mit Änderungen am digitalen Sektor um und wie halten sie mit der Jugend mit?
Speziell die Lehrkräfte in den computerunterstützten Fächern sind regelmäßig auf Weiterbildungsveranstaltungen. Anders ginge es nicht. Aber für alle ist die ständige Weiterbildung am digitalen Sektor unerlässlich, es wird fast alles nur noch online geplant, geschrieben etc. Außerdem sind wir eine Vorzeigeschule in Sachen Facebook, dem Medium, mit dem unsere Schüler groß geworden sind. Unsere Facebook-Seite ist legendär in der Steiermark, wird täglich gewartet und Neues wird gepostet.

Welche Schwerpunkte gibt es?
An der HAK gibt es je nach Interesse drei Schwerpunkte. Oft wird aufgrund der guten Jobaussichten entschieden, wie z.B. bei CWS (Controlling, Wirtschaft und Steuern). Wenn das Interesse bei sozialen Netzwerken, Medien oder Multimedia liegt, wird man sich für Informationskommunikationstechnologie entscheiden.
Es gibt gute Kooperationen mit Firmen, damit unsere Schüler die 300 Praxisstunden für die HAK und 150 für HAS für die Zulassung zur Reife- bzw. Abschlussprüfung erreichen. Dann gibt es noch Logistikmanagement, wo das breite Tätigkeitsfeld eines Logistikers speziell gelehrt wird.

Wie sind die Jobchancen?
Die Jobchancen sind besser als kommuniziert und es gibt ja auch einen Anteil, der sich für ein Studium entscheidet. Und unsere berufsbildende höhere Schule ist dafür die optimalste Vorbereitung.

Entrepreneurship (Unternehmertum) ist das Motto 2018, was heißt das?
Jede Schule muss Bereiche finden um zu punkten und heuer werden Schüler verstärkt auf Möglichkeiten der Eigeninitiative, also der Selbstständigkeit hingewiesen, nachdem wir in Österreich ja leider als gründerfaul gelten.

Sie sind gelernter Germanist und Historiker, haben aber schon viele Fächer unterrichtet und viele Projekte betreut. Stehen Sie auch als Direktor noch in der Klasse?
Ja, ich habe noch zwei Klassen in Geschichte, weil ich gerne Lehrer bin und den Kontakt zu den Schülern liebe.

Sie fühlen sich also mit Ihren Schülern verbunden und würden den Beruf wieder wählen?
Ja, ich bin sehr gerne Lehrer und war auch lange Obmann der Personalvertretung. Und jetzt bin ich auch gerne Leiter dieser Schule. Emotional eng verbunden bin ich mit meiner ersten Maturaklasse aus 1992. Hier gibt es regelmäßige Klassentreffen, die ich leider aufgrund des doch zunehmenden Alters oft früher als andere verlassen muss. Ich merke mir alle Schüler vom Aussehen, alle Namen weiß ich nicht mehr. Aber zwischendurch gibt es schon Schüler, die mir besonders in Erinnerung bleiben – und das waren nicht immer die bravsten (lacht).
Interview: Andrea Stelzer


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