Ausbildung
Wirtschaft startet neue Lehrlings-Offensive
- Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker (re.) und market Institut-Chef Werner Beutelmeyer: Abwärtstrend bei der Lehre muss gestoppt werden.
- Foto: Wolfgang Unterhuber
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Startschuss für die Initiative "z.l.ö. - zukunft.lehre.österreich". Dahinter stehen namhafte Unternehmen, wie etwa die oö. Energie AG, KTM oder die RLB Oberösterreich, die Versicherungskonzerne Wiener Städtische und Uniqa, die Lebensmittelkette Hofer, der IT-Konzern Kapsch oder die Salzburg AG. Ziel ist es, das Image der Lehre zu verbessern. "Wir müssen den Lehrlingsanteil in Österreich auf über 50 Prozent anheben", so Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker, der die Idee zur Initiative hatte.
"Es gibt tolle Lehrberufe"
Ansprechen will die Initiative vor allem die Eltern, die über die Ausbildung ihrer Kinder ja entscheiden. "Wir wollen zeigen, dass es tolle Lehrberufe gibt und dass sich die Lehre in puncto Verdienst- und Karrierechancen längst auf Augenhöhe mit einem Studium befindet" sagt Steinecker, der übrigens selbst als Lehrling begonnen hat.
Seit 1980 hat sich die Zahl der Lehrlinge bundeweit von knapp 200.000 auf derzeit 108.000 nahezu halbiert. Würde sich dieser Trend fortsetzen, könnten im Jahr 2030 rund 500.000 Fachkräfte fehlen, so Steinecker: "Das müssen wir ändern. Wir müssen den Lehrlingsanteil in Östereich auf über 50 Prozent anheben."
Online-Plattform "fit4work"
Im kommenden Jahr will die Intiative eine Online-Plattform für alle österreichischen Lehrlinge gründen. Name: "fit4work". Da können sich die Lehrlinge miteinander vernetzen aber auch über Weiterbildungsangebote informierren oder über ein Bonusprogramm günstige Eintrittskarten für Events erhalten. Weiters will die Initiative einen Absolventenverband gründen und eine Imagekampagne an den Schulen.
Dass das Image der Lehre noch immer leidet, bestätigt eine aktuelle Untersuchung des market-Instituts. "Die Jugend sieht im Studium deutlich bessere Karrierechancen als bei der Lehre", erklärt Werner Beutelmeyer, Chef des market-Instituts.
Asylwerber und Lehre? 56 Prozent sagen Ja
Nur 22 Prozent der Jugendlichen halten eine Lehre für "sehr attraktiv". Immerhin 51 Prozent halten die Lehre noch für halbwegs "attraktiv", doch über ein Viertel hält die Lehre für total un-cool. Übrigens: 56 Prozent der Österreicher sind dafür, dass Asylwerber eine Lehre machen dürfen, 32 Prozent sind dagegen.
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