Info-Abend
Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe – Gemeinsames Thema ist die Rettung der Koralm

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Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Laßnitzhaus stand am Dienstag, dem 15. Oktober in Deutschlandsberg ganz im Zeichen der Rettung der Koralm.

Die Initiatoren, der Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe, die Bürgerinitiative gegen den geplanten Pumpspeicher auf der Koralpe und das Personenkomitee Koralmschutz mit Sprecher Josef Steiner stellten das Thema Koralmschutz, den Schutz von Trinkwasser Flora und Fauna in den Mittelpunkt einer zwar ohne Emotionen, jedoch mit Sorge geführte Expertendiskussionen. Für die Besucher gab es eine von Künstlern gestaltete Wasserflasche, wobei die Referenten das ausgezeichnete Koralmwasser am Podium bereits genießen konnten.

Hochrangige Referenten

Moderator Gregor Waltl konnte an diesem für viele sehr spannenden Themenabend Experten zum Thema Schwarze Sulm/Trinkwasserkraftwerk von WWF Gerhard Egger, zum Pumpspeicherwerk / Wolfgang Rhem von VIRUS - Verein Projektwerkstatt für Umwelt und Soziales, sowie Umweltanwältin des Landes Steiermark Mag. Ute Pöllinger willkommen heißen.
Vorrangiges Ziel ist es, politisch Verantwortliche, Bewohner, Interessierte und Betroffene unabhängig von den Betreibern zu informieren, wie Sprecher Josef Steiner vom Personenkomitee betonte.
Nach Beschwerden mehrerer Umweltschutzorganisation darunter Virus und WWF beim Bundesverwaltungsgerichtshof entschied dieser, dass es doch eine UVP-Pflicht geben muss, was schließlich auch vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt wird.
Im Frühjahr 2017 wurde schließlich die UVE („Umweltverträglichkeitserklärung“) seitens der Projektwerber eingebracht, allerdings gab es auch da einige grobe Mängel. Trotzdem gelang es den Betroffenen innerhalb weniger Wochen, Einwendungen zu formulieren und über 1.400 Unterschriften zu sammeln.
Auch seither verläuft das Verfahren „unüblich“, es gab zwar einen Terminplan, der wurde aber nie veröffentlicht, und nach Nachfrage schließlich zurückgezogen.
Der aktuelle Status ist unbekannt, aus den Erfahrungen der Vergangenheit müssen wir aber mit allen Möglichkeiten rechnen, vielleicht erfolgt sogar eine Neuauflage, heißt es seitens der Bürgerinitiative Koralmschutz.

Projekte gefährden Koralm und unsere Heimat

Das geplante Mammutprojekt Pumpspeicher mit einer Leistung von 1.000 MW im Bereich Glitzkar und Seebachtal sieht zwei mit Asphalt abgedichtete Speicherseen mit je 5,5 Mio m³ Wasser vor, wobei deren Oberfläche von je 20 Ha eine Größe von 66 Fußballfeldern ergibt.
Sämtliche Quellen östlich vom Speik müssen für die Baustelleneinrichtung gefasst und abgeleitet werden, wobei die Staudämme talseitig auf eine Höhe des Grazer Schlossberges herankommt. So werden 3,2 Mio m³ und Schüttmaterial gebraucht, die man aus dem Gestein aus Glizkar und Seebachtal durch Sprengen gewinnen möchte.
Zum Hochpumpen des Wassers würden 30% mehr Strom benötigt als die Turbinen erzeugen, das würde sich nur mit billigen Euromix Strom sprich Kohle und Atomstrom zum Pumpen wirtschaftlich rechnen und ist daher nicht auszuschließen, wie Wolfgang Rehm aufzeigte.
Nicht nur die Koralm selbst ist massiv betroffen auch Gemeinden, wie etwa Deutschlandsberg, weil in der Bauphase mit rund 120 LKW-Fahrten gerechnet wird.
Das Projekt würde 1,2 Milliarden Euro verschlingen, die Bauzeit wäre mit sechs Jahren geplant. Kein Bach bleibt unberührt, kein Platz so wie er ist, wie Umweltanwältin Ute Pöllinger ausführte.
Auf der Gregormichlalm soll zudem eine Baustelleneinrichtung für hunderte Arbeiter entstehen. Als unmittelbarer Anrainer und unmittelbar Betroffener kam auch Hannes Kiegerl zu Wort, dessen Familie es besonders hart treffen würde.

Kraftwerk Schwarze Sulm

Das Naturjuwel Schwarze Sulm, die auf der Koralm entspringt, ist nicht nur mit ihren Wasserfällen und idyllischen Waldschluchten als einer der letzten unberührten Flüsse Österreichs, sondern auch für das Artenreichtum bekannt. Eine geplante Kleinkraftwerkanlage soll hier mitten im Natura 2000 Gebiet gebaut werden. So könnten dem Gewässer auf einer Länge von 12 Kilometern ein Großteil des glasklaren Gebirgswassers entnommen werden. Die Schwarze Sulm ist außerdem seit 1998 ein „Flussheiligtum“ gemäß der damaligen gemeinsamem Kampagne des Umweltministeriums mit dem WWF und ihr wird im betroffenen Gewässerabschnitt laut dem „Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan“ ein „sehr guter ökologischer Zustand“ attestiert.

Wasserkraft hat zwar ein positives Image, kann jedoch auch fatale Folgen haben, wenn Wasser abgeleitet wird und so dem Fluss fehlt. Zudem kommt noch, dass durch den Klimawandel es immer weniger ausgiebig regnet, so Gerhard Egger.

Sorge um Trinkwasser

Der Seebach als Zubringer der Schwarzen Sulm soll auch den Seespeicher speisen, daher ist Trinkwasserverlust eine berechtigte Sorge. „Diese Sorge zeigt, dass es der Bevölkerung nicht egal ist was auf der Koralm passiert  daher wäre es eine Möglichkeit eine Petition einzureichen und als Plattform bei den Landesräten vorzusprechen" so Josef Steiner.

Die Koralm soll als Erholungsgebiet für alle bleiben

Als Ziele nennt der Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe, dass Wasserkraft ökologisch und sozial verträglich sein muss, sie Koralm mit ihren Naturschauplätzen als Erholungsgebiet für alle erhalten bleiben soll und der Ausbau des sanften Tourismus die regionale Wirtschaft nachhaltig fördert und langfristige Arbeitsplätze schafft. „Darum ein klares Ja zum Koralmschutz und ein klares Nein zum Industriepark Koralm und zum Trinkwasserkraftwerk Schwarze Sulm“ wie es seitens des Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe, die Bürgerinitiative gegen den geplanten Pumpspeicher und des Personenkomitee Koralmschutz heißt. Infos unter www.koralmschutz-jetzt.at

Autor:

Josef Strohmeier aus Deutschlandsberg

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