Eine Ära geht in Frauental zu Ende
Das weithin bekannte Kino und Cafe Diwald sperrt für immer zu

Hilda Diwald und Bernadette Vogrin beim Abschied für eine Kino-Ära in Frauental.
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  • Hilda Diwald und Bernadette Vogrin beim Abschied für eine Kino-Ära in Frauental.
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Nach nunmehr 68 Jahren ist das bekannte Kino Cafe Diwald in Frauental nun definitiv Geschichte. Mit Ende September 2020 gehen im Kino und im angrenzenden Cafe die Lichter aus. Hilda Diwald (93) hat nun schweren Herzens altersbedingt ihr Objekt verkauft und wird in ein Seniorenwohnheim ziehen.

Nachdem persönliche Einrichtungs-und Gebrauchsgegenstände von den vielen Stammgästen und Besuchern als Erinnerung reißenden Absatz fanden, lud Hilda Diwald mit Hilfe freiwilliger Helferinnen und Helfer am Sonntag, dem 27. September im Rahmen eines vorhergegangenen Flohmarktes zu einer Abschiedsfeier ein. Auch Stefan Edler und Christoph Krenn von den Schilcherland Buam ließen es sich nicht nehmen zu Ehren von Hilda Diwald musikalisch aufzuspielen.

Christoph Krenn und Schilcherlandbuam-Chef Stefan Edler
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Unter den vielen Gästen war auch der Gemeindevorstand mit Bgm.Bernd Hermann, Vizebgm.Günter Steinbauer und Gemeindekassier Michael Nebel, eine Abordnung der FF Freidorf und der ÖVP, sowie viele Stammgäste gekommen, um ein letztes Mal mit Frau Hilda Diwald die letzten Tage bis zur endgültigen Sperrstunde zu verbringen. Ab Mittwoch, dem 30. September wird die Türe für immer versperrt sein.

Rührige Ansprachen

Bgm.Bernd Hermann ließ auch eigene Erinnerungen aufkommen, galt das Kino-Cafe Diwald doch als beliebter Treffpunkt für die Jugend, wo sich in den vielen Jahren viele Menschen wohlfühlten. Er dankte Hilda Diwald für ihr langjähriges Wirken als Wirtin und Kinobesitzerin und wünschte ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.
Auch ÖVP-Ortsvorsitzender Markus Habisch dankte seitens der ÖVP für die ststs freundliche Aufnahme, wobei das Kino für die Kinder stets ein beliebter Treffpunkt u.a. am heiligen Abend war und wünschte weiterhin viel Gesundheit.
Hilda Diwald dankte sichtlich gerührt und dankbar für die liebevoll ausgerichtete Feier und für die netten Worte, aber auch Bernadette Vogrin die als „rechte Hand“ seit über 19 Jahre ihre Chefin tatkräftig in allen Bereichen unterstützt. Erinnerungen in Fotoform hatten auch die Kirchenrunde, sowie die treuen Stammgäste vorbereitet.

Erster und letzter Film

„Die verschleierte Maya“ hieß der Premierestreifen, der im Jahre 1952 über die Leinwand in Frauental flimmerte, als das Kino seinen Betrieb aufnahm. Da vor etlichen Jahren keine herkömmlichen Kinofilme auf schweren Rollen gespielt werden konnten, hatte Hilda Diwald noch motiviert in den Kinobetrieb investiert und auf die neueste digitale Kinotechnik umgestellt. Bis heute war es einer der letzten Kinos in der Region. Viele Schulklassen aus dem gesamten Bezirk und darüber hinaus nutzten die Gelegenheit zu Filmausflügen nach Frauental. Am Samstag, dem 26. September wurde der Spielbetrieb eingestellt. „I Still Believe“ hieß übrigens der letzte Streifen, welcher als Abschied vorgeführt wurde.

Diwald – eine Frauentaler Legende

Im Jahre 1949 lernte Hilda Diwald ihren Gatten kennen und es wurde gemeinsam die Idee geboren, in Frauental ein Kino zu errichten. Einige Jahre später im Jahre 1958 wurde das Kaffeehaus eröffnet. Kino-Cafe und Taxi Diwald waren bald bis über die Grenzen hinaus bekannt und als Treffpunkt geschätzt.
Ein schwerer Schicksalsschlag folgte mit dem Tod ihres Gatten Walter im Jahre 1979. Seither führte Hilda Diwald den Kino-und Kaffeehausbetrieb, den sie mit Fleiß und Ehrgeiz mit auf gebaut hatte mit ihrem Team erfolgreich weiter.

„Ich stand im Jahre 2014 nach der Tatsache, dass es keine analogen Filmrollen mehr gab mit dem Rücken zur Wand, zusperren wollte ich damals nicht, also musste ich die Anlage umbauen, wobei dies für mich schon allein wegen der beträchtlichen Kosten keine leichte Entscheidung war.“
Kinobesitzerin Hilda Diwald

So entschloss sich Hilda Diwald nach intensiver Überlegung und auch mit Unterstützung der Marktgemeinde den Kinobetrieb dennoch auf eine digitale Basis zu stellen. Wir haben in dieser langen Zeit viele Höhen, aber auch mit Einführung des Fernsehens Tiefen erlebt, die wir relativ gut überstanden haben“
Das gesamte Objekt wurde an die Haring Group Bauträger GmbH verkauft, wobei nach Detailplanung ein Wohnprojekt und ev. Geschäftsräumlichkeiten entstehen werden.
Auch die treuen Stammgäste, egal ob die Kirchenrunde, der Schamberg-Stammtisch, Kinobesucher, oder alle jene Gäste die sich immer wieder gerne im Kaffee trafen um mit Frau Diwald, die sich immer gerne zu den Gästen setzte um zu plauschen, werden die schönen Stunden nicht vergessen und wünschen ihr noch viel Gesundheit und Lebensfreude auf ihren neuen Lebensweg.

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