Leiter Leonhard Steinbauer
Staatspreis für die Agri-PV-Anlage der Versuchsstation Haidegg
- Platz 1 und 5.000 Euro Sieggeld für die Versuchsstation Obst- und Weinbau in Haidegg
- Foto: Haidegg
- hochgeladen von Gerhard Langmann
Großer Erfolg für die Versuchsstation Haidegg und Leiter Leonhard Steinbauer: Das Landwirtschaftsministerium überreichte den Staatspreis für Forschung/Innovative Tools und Methoden.
HAIDEGG/RASSACH. Da dürften Genugtuung, Freude und Stolz bei Leonhard Steinbauer, dem Leiter der Versuchsstation Obst- und Weinbau in Haidegg aus Rassach, stark nach oben ausgeschlagen haben. Exakt am Landesfeiertag konnte er im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft den Staatspreis für Klimaanpassung (CliA) aus den Händen von Minister Norbert Totschnig entgegennehmen.
Der Staatspreis wurde in den Ebenen Hochwasser/Starkregen, Hitze/Trockenheit, Klimawandelanpassung in Unternehmen und Forschung/Innovative Tools und Methoden ausgeschrieben. Im letztgenannten Bereich ging Haidegg an den Start und holte sich Platz 1 und 5.000 Euro Preisgeld. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Klimawandelanpassung in der Praxis funktioniert“, gratulierte der Minister allen teilnehmenden Organisationen für ihre innovativen Lösungen.
700 kWp-Anlage
Wie schaut die Agri-PV-Anlage aus, an der seit 2022 geschraubt wird? Die Solarpaneele verlaufen wie Pultdächer oberhalb der Pflanzenreihen (etwa Apfelbäume). Durch ihre teilweise Lichtdurchlässigkeit gelangt ausreichend Sonnenlicht zu den Bäumen und Sträuchern. Die Paneele verhindern aber die volle Zugänglichkeit von Niederschlag, sodass ein effizienter Schutz vor Pilzkrankheiten entsteht. Zudem bilden sie durch den so genannten Carport-Effekt einen guten Schutz gegen Spätfrost.
Einer der Vorteile der 700-kWp-starken Agri-PV-Anlage ist die Ost-West-Ausrichtung, die Stromerzeugung besonders morgens und abends garantiert. „Da sehe ich Reformbedarf“, wünscht sich Leonhard Steinbauer eine bessere finanzielle Abgeltung für einen zu „flauen“ Tageszeiten produzierten Strom. Woran noch geforscht wird? Dass auch ein nachhaltiger Schutz vor Hagel erreicht wird. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Fraunhofer Institut“, gibt Leonhard Steinbauer momentan dem starren System der Stützen den Vorrang gegenüber dem bewegten System, dass ein deutlich massiveres Gerüst erfordert.
Seit 30 Jahren Leiter
Ganz allgemein sieht der Rassacher in der Landwirtschaft eine große Bereitschaft, Aktivitäten hinsichtlich einer Klimawandelanpassung zu setzen. „Mancher Fortschrift“, so Leonhard Steinbauer, der seit exakt 30 Jahren die Leitung der Versuchsstation innehat, „wird aber durch gesetzliche Bestimmungen besonders vom Bund stark eingeschränkt.“
Der Forschungstätigkeit auf den rund zwei Hektar Fläche der Schule wird aber unvermittelt weitergehen. „Unsere bisherigen Auszeichnungen sind zwar eine tolle Anerkennung“, findet er, dass es stets um die Weiterentwicklung der Landwirtschaft in die richtige Richtung geht. Interessierte, die sich Agri-PV anschauen wollen, sind herzlich willkommen.
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