Ein bisschen Südamerika in Bad Gams
Die Alpaka-Ranch „En Colores“

Anita Schmied mit ihren neugierigen Zuchttieren, die sie alle beim Namen kennt.
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  • Anita Schmied mit ihren neugierigen Zuchttieren, die sie alle beim Namen kennt.
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Unter dem Slogan „Breeding for the finest“ bietet das Alpakazuchtprogramm „En Colores“ in Bad Gams eine Heimat für eine bunt gemischte Alpaka-Herde.

BAD GAMS. Der Name der Alpaka-Ranch steht für die verschiedenen Farben der Zuchttiere: grau, braun, schwarz und weiß. „Es gibt über 20 verschiedene Alpakafarben. Wir wollten immer eine bunte Herde haben - von weiß bis schwarz und alles dazwischen. Außerdem wollten wir keinen ortsgebundenen Namen. So haben wir überlegt, sie kommen aus Südamerika, es sollte also etwas Spanisches sein. ,En Colores‘ heißt ,bunt‘, daher auch unser buntes Logo, bei dem wir geblieben sind.“, erzählt Anita Schmied. Bereits seit 10 Jahren gibt es die Alpakazucht „En Colores“ schon. Die ersten Tiere wurden im Jahr 2010 angekauft - es waren drei Tiere in verschiedenen Farben. Ab Sommer 2011 waren die drei daheim am Grundstück der Familie in Wundschuh. „Wir haben uns gedacht, dass das Züchten von Alpakas so einfach und wenig Arbeit ist. Außerdem wollten wir die Wolle nutzen.“, so Anita Schmied. Nun lebt die Alpakaherde, bestehend aus 43 Tieren, davon 12 Hengste und Wallache und ein Junghengst, am großen Hof in Bad Gams. Der zweite Hof in Wundschuh wird heute zum Beispiel nur mehr für Jungtiere genutzt, die von ihrer Mutter separiert werden, oder für Deckungen. „Wir sind ein Zuchtbetrieb, aber nicht auf Biegen und Brechen. Wenn es zu heiß wird, dann brauchen meine Hengste nicht decken und meine Stuten keine Fohlen kriegen.“, so Anita Schmied.

Das Wesen der Tiere

Alpakas sind in etwa halb so groß wie Lamas. Die Wolle der Alpakas ist außerdem viel wertvoller. Anita Schmied beschreibt ihre Lieblinge: „Alpakas sind irrsinnig ruhige Tiere - allerdings sind sie auch Fluchttiere. Sie sind keine Kuscheltiere (auch wenn sie so aussehen), sind sehr neugierig und auch intelligent.“ Auch wenn Alpakas oft gekuschelt und am Halfter herumgeführt werden, liegt das nicht in der Natur der Tiere. Das Alpaka ist viel später domestiziert worden als das Lama, daher ist es auch noch nicht so vom Menschen geprägt. „Wir machen keine Spaziergänge mit den Alpakas. Es ist ein Stress für die Tiere, wenn sie von der Herde weg müssen“, so Anita Schmied. Was auch die Wenigsten wissen: Viele Alpakas lassen Berührungen zwar zu, finden sie aber nicht angenehm. „Wichtig ist, dass Alpakas gut sozialisiert und nicht fehlgeprägt sind. Wenn sie Junge kriegen, muss man Abstand halten und darf sie nicht handzahm machen, bis sie von der Mutter wegkommen.“ Für die Jungen ist Berührung ungewohnt, da sie auch nach der Geburt nicht von ihrer Mutter abgeleckt werden.

Lebensraum am Hof „En Colores“

„Wir schauen, dass die Tiere alles haben, was sie brauchen - das ist unser wichtigstes Anliegen.“, erzählt Anita Schmied. Für 2 Alpakas braucht man 1000m2, für jedes weitere dann 400 mehr. Auf nahezu 5 ha Weideflächen der Alpaka-Ranch „En Colores“ haben die Alpakas also Gelegenheit, sich frei zu bewegen. Neben der schönen Weide mit genug Auslauf ist auch die richtige Ernährung der Tiere sehr wichtig: Für Alpakas, die ursprünglich aus Südamerika kommen, ist eine satte Wiese nicht ideal, sie brauchen auch viele Mineralien, die sie auf der Ranch zum Beispiel durch Lamablöcke bekommen. Kräuterpellets erleichtern einmal im Monat das Entwurmen.

Vliesproduktion im Fokus der Zucht

„Im Gegensatz zum Schaf hat das Alpaka sehr edles Naturhaar mit nur Spuren von Lanolin (Wollfett). Es ist dennoch sehr temperaturausgleichend, das heißt es nimmt die Feuchtigkeit auf, die man abgibt. Es ist sehr atmungsaktiv und auch für Allergiker geeignet.“, so Anita Schmied. Zu den Hauptprodukten von „En Colores“ zählen zum Beispiel Bettdecken und Pölster, aber auch Babyschlafsäcke, Kirschkernkissen, Traubenkernkissen, Seitenschläferkissen, Strickgarn, Schuheinlagen und vieles mehr findet man im Sortiment. Am Tier gibt es drei verschiedene Qualitäten von Naturhaar, die beste Qualität befindet sich am Rücken der Alpakas, die 3. und schlechteste Qualität ist das verunreinigte und dreckige Haar. Auf der Ranch „En Colores“ werden alle Qualitäten verwendet. Die Alpakas werden einmal im Jahr geschoren, dabei werden die einzelnen Qualitäten sofort sortiert. Anita Schmied weiß am Schärtag schon, was wofür verwendet wird. Die Produkte können auch in der Corona-Zeit gekauft werden, da sie auch zugeschickt werden können.

Seminare und Führungen

Unter normalen Umständen herrscht am Hof oft reges Treiben: Neben Hofbesichtigungen, die angeboten werden, werden zum Beispiel auch verschiedenste Seminare abgehalten. „Zu uns kommen auch viele Leute, die noch keine Alpakas haben und sich anschauen wollen, ob das etwas für sie ist. Sie kriegen bei uns schonungslos die Wahrheit präsentiert.“, so Anita Schmied. In Zukunft plant „En Colores“ auch, mehr mit alten Leuten zu arbeiten, die die Tiere oft sehr wertschätzen. Auf die Adventwochenenden am Hof mit Glühwein und Weihnachtsgebäck wird man wohl auf nächstes Jahr warten müssen.


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