13.10.2014, 13:41 Uhr

Klanginstallationen aus Ton, Betonsilos als Kunstwerke

Wies: Kunst-Ort |

In Wies erobert die Kunst zunehmend den öffentlichen Raum

Wies entwickelt sich mehr und mehr zu einem Ort der Kunst. Wobei die Kulturinitiative Kürbis als Auf- und Wegbereiter eine federführende Rolle spielt. Der Kunsttag 2014 repräsentiert ein breites Schaffensspektrum in den Kultureinrichtungen sowie im öffentlichen Raum. The Artist are present...

(jf). Unästhetische Betonsilos als Kunstwerke, eine Sound-Installation mit Ton in Ton, Grenzen werden überschritten und zu Verbindungsnähten gemacht. All das und vieles mehr hat der Wieser Kunsttag am Freitag, dem 17. Oktober 2014, zu bieten. Hauptverantwortlich für das geballte Programm sind Wolfgang Pollanz und Karl Posch vom Kürbis Wies. „Ziel ist es, in Wies möglichst viel aktuelle Kunst zu präsentieren“, erklärt Wolfgang Pollanz. In der Vielfältigkeit sieht Karl Posch die Herausforderung.
Ab 10 Uhr wird ein Schuleingang zum Ort einer Vernissage und damit zum Anziehungspunkt. Der slowenische Künstler David Herzog war im Herbst 2013 als Artist in Residence im Atelier im Schwimmbad. Unter anderem hat er dabei mit SchülerInnen und LehrerInnen der Volksschule auch das Eingangsportal der Schule gestaltet.
Weiter geht es um 18 Uhr im Theater im Kürbis, wo die zweite Halbzeit der Jahresausstellung von Christian Koschar eingeläutet wird. In seinen neuen Arbeiten wendet sich der Eibiswalder Fotograf bekannten und weniger bekannten Orten zu.
Danach verlagert sich das Geschehen zur Schlosstenne Burgstall. Dort hat der in Wies lebende Künstler Wolfgang Temmel mit der 4.b-Kreativklasse der NMS/HS Wies zwei ausgediente Betonsilos neu gestaltet. Die beiden „Agrardenkmäler“, deren Innenleben durch die Schlosstenne-Gastronomie zweckentfremdet wurde, stehen nunmehr als Markierungspunkte für das vielseitige kulturelle Leben in und um die Schlosstenne. Und sie sind ein weiterer Meilenstein auf dem Wieser Kunstweg, der 2015 eröffnet werden soll. Wolfgang Temmel: „Wies ist ein Ort der Kunst geworden!“ Auf den Silos, die vom Maler Wolf zuvor einen neuen Anstrich verpasst bekamen und eingerüstet wurden, damit die Kinder gefahrlos arbeiten konnten, sind jetzt 24 junge Menschen in Bewegung.
Im Atelier im Schwimmbad geht um 19.30 Uhr die dritte Vernissage des Wieser Kunsttags über die Bühne. Das Projekt, das Wolfgang Pollanz zusammen mit der aus Celje stammenden und nun in Graz lebenden Fotografin Severin Hirsch realisiert hat, betitelt sich „You know my name/Du kennst meinen Namen/Poznaš moje ime“. Es geht dabei um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der im Grenzgebiet Sloweniens und Österreichs beheimateten Bevölkerung. Gesucht und gefunden wurden Menschen die den selben Familiennamen tragen: Holcman/Holzmann, Hribernik/Kriebernegg, Kozar/Koschar. Für die Ausstellung wurden 14 Personen porträtiert. Als ‚Work in Process’ bezeichnet Wolfgang Pollanz das Projekt, zu dem 2016 auch ein Buch erscheinen soll.
Im Fokus stehen an diesem Abend auch noch weitere Module des Projekts Differenz/Razlika. Unter anderem präsentiert die slowenische Künstlerin Vesna Krebs ihr neues Video.
Ton in Ton erzeugt das spannende Projekt von Daniel Wetzelberger. Der junge Künstler modelliert und experimentiert dabei mit Ton. Etwa eineinhalb Tonnen davon, geliefert von Tondach Gleinstätten, stehen für das Vorhaben bereit. In den bis zu lebensgroßen „Tonformen“, in entfalten Bassverstärker durch Berühren und Kneten verschiedene Klangvariationen. „Die Idee ist es, drei bis fünf verschiedene Töne zu einer Melodie zu formen“, so Wetzelberger, der in Graz lebt und sein Atelier in Deutsch Goritz hat. Ein Tonerlebnis also mit doppelter Bedeutung...

Fotos: Josef Fürbass
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