Pfarre St. Stefan
Ergebnis für Alter des "mysteriösen" Holzbalkens
- Die Pfarre St. Stefan feiert heuer ihr 650-jähriges Jubiläum. Im Zuge dessen wurde viel geforscht.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Im Mai wurde im Rahmen der heurigen 650-Jahr-Feier der Kirche St. Stefan in Gratkorn ein uraltes Stück Holz gefunden. Nun wurde der Balken untersucht. Demnach konnte das Alter zwar erhoben werden, das sagt aber weiterhin nicht über das genaue Alter der Kirche an sich aus.
GRATKORN. Da es nichts Schriftliches über den Bau der Kirche gibt, kann nur mit Indizien das Alter ermittelt werden. Beim Fotografieren für die Jubiläumsausstellung hat Hans Preitler einen Holzbalkenrest in einem der Mauerlöcher entdeckt. Eine Scheibe wurde abgesägt und zur Altersbestimmung eingesandt. Die dendrochronologisch Altersbestimmung – Vergleich mit bereits bestimmten Holzstücken – hatte zuerst zu keinem Ergebnis geführt. Für Eichenholz aus der Region hätte dies, wenn das Holz jünger als 1241 ist, ein Ergebnis bringen sollen. Die Vermutung lag also nahe, dass das Holz älter ist.
- Das Alter des Holzbalkens wurde nun bestimmt. Das sagt nur leider nichts über das Alter der Mauern aus.
- Foto: Privat
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Ein neues Ergebnis
Daher wurde eine sogenannte 14C-Wiggle-Matching-Datierung, eine Radiokohlenstoffdatierung, vorgenommen, durch die ein Ergebnis der Universität Wien vorliegt. Überraschenderweise liegt dieses in einer Zeitspanne in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Daraufhin wurde die Probe nochmals dendrochronologisch untersucht und der Vergleich mit Vorhandenem hat nun doch zu einem endgültigen Ergebnis geführt: Diese Eiche wurde 1340 gefällt.
- Ein Querschnitt des Holzes
- Foto: Universität für Bodenkultur Wien
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"Da Bauholz nicht gelagert wurde, ist es in diesem oder darauffolgendem Jahr auch verwendet worden und dann in der Kirche verblieben", so Preitler. "Da nach heutigem Wissensstand in der Gotik im 14. Jahrhundert keine Holzdecken in Kirchen gebaut wurden, gehört der Holzbalken vermutlich doch zu keiner solchen, sondern dürfte ein Steckholz und Teil eines Gerüsts gewesen sein, das für den nachträglichen Einbau der Wölbung benötigt worden war. Für dieses Gerüst waren wohl die vorhandenen Löcher mit genutzt worden." Das Alter der Mauer mit ihren Löchern kann daher so nicht bestimmt werden, damit ist die Frage um das Alter der Kirche auch noch unklar.
- Hans Preitler ist ausgebildeter Kirchenführer.
- Foto: Edith Ertl
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Gemeindechronik widerlegt
Obwohl nun schon länger bekannt ist, dass die Pfarre älter ist als vermutet, können Jubiläen nur anhand von Jahreszahlen gefeiert werden. "So haben wir die Situation, dass 1990 600 Jahre gefeiert wurde und Pater Clemens Brandtner dabei bekannt gab, dass die Pfarre schon 1373 genannt wurde. Heuer, 2023, wo diese 650 Jahre gefeiert wurden, erfahren wir nun, dass wir 2040 700 Jahre feiern könnten. Der Artikel in der Gemeindechronik von 1997 über einen Bau der Kirche zwischen 1373 bis 1390 ist somit auch widerlegt", meint Preitler.
- Nächste Schritte sind Untersuchungen durch Bauhistorikerinnen und -historiker und weiteres Durchforsten von Dokumenten.
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