22.06.2016, 11:47 Uhr

Ein Querdenker in der EU

Leidenschaftlicher Europäer mit einem Herz für den Mittelstand: EU-Gemeinderat Richard Schelch (Foto: Schelch)
Politik soll nicht von den Anliegen der Multis geprägt sein. Seit gut einem halben Jahr setzt sich EU-Gemeinderat Richard Schelch für die Interessen des Mittelstandes in Europa ein.

Aus Lieboch …

„Es darf nicht nur der schnöde Mammon zählen“, stand der Entschluss, die ihm vor gut einem halben Jahr angetragene neue Aufgabe anzunehmen, für Richard Schelch recht schnell fest. Als Liebocher Gemeinderat hatte er bereits seit vielen Jahren Einblick ins politische Geschehen seiner Region. Um noch mehr für die Gemeindemitglieder tun zu können, lag es auf der Hand, die Fühler über die Bezirks- und Landesgrenzen hinaus auszustrecken.
Als recht kritischer Mensch bekannt, hält Schelch wenig von unreflektierter Unzufriedenheit. „Viele Leute schimpfen über die EU, plappern nach und haben in Wahrheit wenig bis gar keine Ahnung über die Hintergründe“, nutzt der EU-Gemeinderat gerne jede Gelegenheit, alles zu hinterfragen. Selbst die Parteilinie hält ihn mitunter trotz großem Harmoniebedürfnis nicht davon ab, neue Wege zu beschreiten.
In die Materie eingearbeitet hat sich Schelch bereits intensiv. Besonders hilfreich erwies sich dabei die 4. Generalversammlung der Europa-GemeinderätInnen in Wien, wo er auf rund 300 weitere Bürgermeister und Gemeinderäte Österreichs traf, die sich ebenfalls in Sachen EU engagieren. „Dabei kann es natürlich auch Konflikte geben“, war eines der ersten Dinge, die Schelch bei den verschiedenen Diskussionen und Workshops gelernt hat, wie unterschiedlich Meinungen und wie gewaltig Polarisierung sein kann. Nicht zuletzt zeigte sich dies rund ums Thema Integration, das zu dem Zeitpunkt nicht nur in Lieboch von aktueller Brisanz war.

… nach Brüssel

Ende des Monats tritt Schelch seine erste Brüssel-Reise als EU-Gemeinderat an. Ein Blick auf das dicht gedrängte Programm lässt drei anstrengende Tage erwarten. „Das passt schon so, schließlich hat man nicht jeden Tag Gelegenheit mit Österreichs Vertretern in der EU zu sprechen“, will er jede Minute nutzen um möglichst gründlich hinter die Kulissen der Europäischen Union zu schauen und Kontakte zu knüpfen. „Schließlich muss man nicht alles selber im Kopf haben, solange man weiß, wer sich in diesen und jenen Belangen auskennt“, schmunzelt der bekennende Querdenker. Was er vor Ort erlebt hat, will der begeisterte Netzwerker anschließend freilich nicht für sich behalten. Entsprechende Infoveranstaltungen für EU-Bürger und Unternehmer in der Region sind bereits angedacht: „Ich sehe mich als Vermittler. Vermutlich möchte doch nicht jeder selbst irgendwo auf der Welt anrufen, um seine Anliegen loszuwerden. Am Stammtisch vor sich hinzuschimpfen bringt jedenfalls keine Veränderung. Schon gar nicht zum Positiven!“

Infobox

- Richard Schelch
- Unternehmer
- 62 Jahre
- GR in Lieboch (mit einer Pause) seit 2005
- Obmann des Wirtschaftsbundes Lieboch und Haselsdorf/Tobelbad
- EU-GR seit November 2015
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