27.10.2016, 11:32 Uhr

Schau´ mal rein ins Stift

Wandern in den umliegenden Wäldern, eine Besichtigung der prächtigen Räume, Innehalten oder Stöbern im Klosterladen, im Stift Rein bleibt es meist nicht bei nur einem Besuch!

Während die Einen am Samstag-Vormittag die Einkaufstempel stürmen, ziehen andere die beschauliche Stille der heiligen Hallen des Stiftes Rein vor.

Rena Eichberger
Ein paar Langschläfer hetzen vom Parkplatz herbei, um die Führung um 10.30 Uhr zu erwischen. Der freundliche Mensch im Eingangsbereich, der auch die Tickets verkauft, lächelt wissend. Entweder trudeln öfter hektische Menschen in letzter Sekunde ein oder er freut sich mit den Ankömmlingen, die hier rasch dem Alltag entrückt und in eine ganz andere Welt katapultiert werden.

Klostermauern

Schnell die Treppe hinauf und noch rasch hineingehuscht in den Huldigungssaal, bevor die Ausführungen beginnen. Mit dem Schließen der Tür fällt die Hektik der Woche sofort ab. Das wahre Ausmaß des elf Meter hohen Saals ist für das menschliche Auge schwer zu fassen, eröffnen doch die wunderschönen Wand- und Deckenfresken von Meister Josef Amonte mit ihrer farbigen Illusionsmalerei fiktive Dimensionen. Sie verleihen den standesamtlichen Trauungen, die hier vorgenommen werden, ein besonderes Flair.
Während der Blick die Details der Bilder erkundet, lauscht das Ohr den geschichtlichen Ausführungen. Es offenbart sich dem Zuhörer allerhand Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte des ältesten Zisterzienserklosters der Welt, das tatsächlich ohne Unterbrechung bewirtschaftet wurde. Man erfährt, was ein Kloster zu einem Stift macht, wie viele Tochterklöster es gibt, wie viele Pfarren derzeit zum Stift Rein gehören und vieles mehr. Zwischenfragen werden mit viel Geduld und hoher Kompetenz beantwortet.
Vorbei an geschichtsträchtigen und teils enorm aufwändig renovierten Büchern, Bildern und Schaustücken geht es weiter zu den Anfängen der steirischen Geschichte. Unterwegs wird das Geheimnis der Herkunft geflügelter Worte wie „halt´ die Klappe“, „die Leviten lesen“ oder „ein Buch aufschlagen“ gelüftet. Durch einen gläsernen Boden in der barocken Marienkapelle ergibt sich ein Blick auf, so wird vermutet, den Stifter von Rein, Markgraf Leopold I. Bleibt im Anschluss noch Zeit, so besteht die Möglichkeit, um 12 Uhr am Chorgebet teilzunehmen. Geistliche Herren beten und arbeiten seit dem Jahr 1129 im Stift Rein. Der Andrang von Nachwuchs hält sich allerdings in Grenzen. Frisches Leben bringen vor allem die Schülerinnen und Schüler des Bundesgymnasiums, das in diesem stilvollen Ambiente untergebracht ist.

Klosterladen

So wie wir warfen allein im Vorjahr 11.507 geführte Besucher, einen Blick hinter die dicken Kostermauern. Für Männer besteht sogar die Möglichkeit sich vor Ort eine bis zu zweiwöchige Auszeit zu nehmen, um sich den Mönchen beim „ora et labora“ anzuschließen.
Um sich nach der geistigen Erbauung auch noch körperlich zu stärken, liegt ein Besuch in der Stiftstaverne nahe. Wer etwas vom Spirit mitnehmen möchte, dem sei der Stift-Shop, der hier freilich Klosterladen heißt, ans Herz gelegt. Bei einem Stamperl Reiner Klosterschnaps lässt sich zu den Klängen der Missa Solemnis zuhause in aller Ruhe überlegen, welche der acht Spezialführungen durch das Stift Rein als nächstes aufs Programm kommen.

Infobox

Zisterzienserstift Rein
Rein 1, 8103 Eisbach
Tel. 03124/516210
Führungen bis zum 6. Jänner 2017 täglich um 10.30 Uhr und 13.30 Uhr
Basilika: ganzjährig zu besichtigen
Gruppen auf Anfrage
Näheres zu Veranstaltungen, Eintrittspreisen, Spezialführungen oder der Möglichkeit, einen Saal zu mieten, finden Sie auf www.stift-rein.at.
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