Kindsein von Beruf – Graz persönlich mit Christoph Steiner

Detektiv im echten Leben? „Da bleib ich lieber beim Spielen auf der Bühne“, meint Christoph Steiner.
  • Detektiv im echten Leben? „Da bleib ich lieber beim Spielen auf der Bühne“, meint Christoph Steiner.
  • Foto: geopho.com
  • hochgeladen von Verena Schaupp

Seine Augen leuchten wie die eines kleinen Kindes, als er wild gestikulierend von „Emil und die Detektive“ zu erzählen beginnt. Christoph Steiner, 24 Jahre jung, spielt die Hauptrolle „Emil“ in der seit November laufenden Produktion am Grazer „Next Liberty“. Mit seinen blonden Haaren, dem jugendlichen Gesicht und seiner positiven, gesprächigen Art scheint der Schauspielschüler die ideale Besetzung für ein Jugendtheaterstück zu sein.

Wie eine Tafel Schokolade
„Es ist schon so gut wie alles ausverkauft“, erzählt uns Steiner freudig im Café Zafita, nahe seiner Arbeitsstätte. „Ich liebe es, die Bühne zu betreten. Das ist wie eine Welle, die auf dich überschwappt.“ Den Kindern versucht er dieses Gefühl in den Fragerunden nach den Vorstellungen so zu vermitteln: „Es ist, wie wenn du eine Tafel Schokolade auf einmal isst.“ Gefragt wird auch gerne, warum er normal und die anderen so komisch sprechen. „Damit meinen sie das ‚Berlinerisch‘, weil das Stück in Berlin spielt. Kinder sind aufmerksam und bringen das Einfache, Offensichtliche an die Oberfläche, weil’s eben nicht immer selbstverständlich ist.“

„Lausbuben-Action“
Besonderen Gefallen fänden die Kleinen an der „Lausbuben-Action“, wenn Bewegung reinkommt und Verfolgungsjagden stattfinden. „Das verstehe ich, da fühle ich mich auch angesprochen“, meint Steiner, der den ehrlichen Zugang seines Zielpublikums schätzt. „Die Kinder fiebern mit. Du hörst die ganze Zeit ‚Ah‘- und ‚Oh‘-Schreie. Bei Erwachsenen läuft’s erst durch einen Filter, bei Kindern kriegst du’s direkt in die Fresse zurück, das ist cool“, lacht der 24-Jährige. Der gebürtige Grazer fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle. „Ich kann mich herumwälzen auf der Bühne, schreien oder gar nichts machen. Ich darf ein bisschen erwachsenes Kind sein, und das ist mein Beruf.“ Der Spaß mit den Kollegen kommt dabei auch nicht zu kurz. So werden Szenen schon mal leicht abgewandelt, um die Spielpartner zu überraschen. „Das macht Theater lebendig.“

Emil, Christoph & das Schicksal
Blut geleckt an der Schauspielerei hat Christoph Steiner bereits in jungen Jahren, als er mit 13 das erste Mal fürs Next Liberty auf der Bühne stand. „Ich bin damals über eine Zeitungsanzeige dazu gekommen. Das war auch für ‚Emil und die Detektive‘.“ Zehn Jahre später schließt sich der Kreis. „Jetzt bin ich auf einmal der Emil. Das muss Schicksal sein.“ Außerdem spiele er gerne den „Guten“, denn den mögen die Zuseher. „Kinder sind da hart, manchmal wird der Bösewicht sogar ausgebuht. Klar, er is eben böse.“ Dieses Jahr wird Steiner sein Schauspielstudium in Graz abschließen und ganz ins Berufsleben einsteigen. In Graz bleiben und weiter Kindertheater machen, das wünscht er sich für 2016. „Viele verbinden damit nichts Ernstes, aber ich will etwas Anspruchsvolles machen, wo man den Kindern etwas zutraut. Gutes Kindertheater hebt die Grenzen auch für Erwachsene auf.“

WOCHE-WORDRAP
Unter der Dusche singe ich am Liebsten ...
... Kinderlieder.
Wenn ich 85 Jahre alt bin ...
... sitze ich zufrieden in einem Schaukelstuhl auf meiner Veranda, umgeben von meinen Enkeln.
Mein Berufswunsch als Kind ...
... war entweder Schauspieler, Koch, Gärtner oder Straßenbahnfahrer.
Mein größtes Vorbild ...
... sind Leute, die sich treu bleiben, ihr Ding durchziehen, sich dabei nicht verbiegen und glücklich sind.
Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde ...
... meine Zahnbürste, ein Taschenmesser und ein Feuerzeug.
Das Verrückteste, was ich je getan habe, war ...
... an meinem Geburstag ein Fahrrad in die Berliner ‚Spree‘ zu werfen.

Steckbrief:
Name: Christoph Steiner
Geboren am 3. 11. 1991 in Graz.
Besuchte das Grazer Lichtenfels-Gymnasium.
Studiert in seinem letzten Jahr Schauspiel an der Kunstuni Graz.
Stand mit 13 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne.
Seine erste Hörkassette als Kind war „Hänsel und Gretel“.
Ist österreichischer Vizemeister im „Poetry-Slam“.
Spielt den Emil in „Emil und die Detektive.
„Emil und die Detektive“ nach dem Roman von Erich Kästner läuft bis März im „Next Liberty“.
Zu den Tickets geht’s hier

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