Monika Martin im Gespräch - "Ich bin Pionierin im Internet!"

Monika Martin
  • Monika Martin
  • Foto: Telamo/Stephan Pick
  • hochgeladen von Ulrike Walner

Durch einen Auftritt, der am 14.Oktober 2017 im Internet live aus einem Studio in Graz übertragen wird, möchte Monika Martin ein ganz besonderes Band zu ihrem Publikum knüpfen.

Via Internet werden die Kontinente dieser Welt zu einem riesigen Konzertsaal, grenzenlos wie die Musik selbst. So entsteht rund um den Erdball ein Netzwerk, das die Menschen an ihren Bildschirmen verbindet.

An diesem Abend möchte Monika Martin wirklich allen die Möglichkeit geben, ein Konzert zu erleben, auch jenen, die das sonst selten oder nur schwer tun können, weil sie z.B. weit entfernt wohnen, krank sind oder aus verschiedenen anderen Gründen kaum oder gar nicht zu ihren Konzerten fahren können.
Bei einem Internetauftritt bleibt der Sängerin mehr Zeit als auf der Bühne oder bei Fernsehauftritten, Einblicke in ihr Leben und ihre Karriere zu geben und ihre Lieder durch die ihr wichtigen Moderationen zu ergänzen.

Tickets für den Internetauftritt kann man über die Homepage der Künstlerin oder bei Konzertbesuchen direkt am Autogrammstand erwerben. Mittels Link und Zugangscode ist man dann live bei diesem innovativen Projekt dabei: man benötigt lediglich ein internetfähiges Gerät.

Monika Martin erzählte mir von ihren Ideen, der ersten Übertragung im Oktober 2016 und einigen Plänen für die Zukunft.

Dein erster Internetauftritt im Oktober 2016 war etwas völlig Neues. Welche Rolle spielen Herausforderungen in deinem Leben?

Sie machen das Leben spannend und abwechslungsreich. Herausforderungen sind mein innerer Motor, um mich immer wieder neu zu erfinden.

Was war für dich die bislang größte Herausforderung in deinem Leben?

Geboren zu werden.

Welcher Moment war für dich bei deinem ersten Internetauftritt am aufregendsten?

Auf einer kleinen Kamera war eine Zuspielung zu sehen, die für mich aber nicht lesbar war. Ich habe dann meinen Platz verlassen und bin durch den Raum hin zu diesem Monitor gegangen. Dabei haben mich die Kameraleute verfolgt und man hat gesehen, wie es in diesem Raum aussah, wie wir gearbeitet haben und dass die Übertragung wirklich live war.

Du konntest ja nun nicht einfach den Computer einschalten, ins Internet einsteigen und lossingen. Welche Vorbereitungen waren nötig?

Wir waren ein elfköpfiges Team, in dem jeder seine spezifische Aufgabe hatte. In diesem Team hatte ich wirklich Experten. Ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, weil schon viele versucht haben, so etwas auf die Beine zu stellen, aber ich habe von verschiedenen Kollegen aus der Branche die Rückmeldung erhalten, dass es bisher nie wirklich gelungen ist. Bei uns aber hat die ganze Sendung hindurch alles funktioniert.

Du hattest u.a. einen Webmaster und einen Internetmaster im Team. Was waren ihre Aufgaben?

Der Webmaster Markus K. war mehr im Vorfeld für die Ticketorganisation zuständig. Norbert H. hat als Internetmaster eine Partnerfirma gesucht und gefunden, die auch bei einem Zugriff von Zigtausenden die Kapazität für die Übertragung hätte liefern können. Das betraf sowohl die Hardware als auch die Software. Wir hatten sogar ein Auto mit Satellit, falls die Internetübertragung irgendwie gefährdet gewesen wäre.

Hat es technische Probleme gegeben?

Wir hatten am Tag zuvor eine Generalprobe, bei der das Problem der Nichtsynchronizität auftrat. D.h. wenn ich gesprochen oder gesungen habe, dann ist das am Monitor im Regieraum zeitverzögert angekommen. Mein Team hat bis vier Uhr in der Früh getüftelt und gearbeitet, bis es draufgekommen ist, woran es lag, und bis man alles im Griff hatte. Das entspricht ganz meiner Einstellung von Arbeitsmoral! Bei der Übertragung selbst klappte dann alles perfekt.

Du bist auch für den hervorragenden Sound bei deinen Konzerten und Auftritten bekannt. Beim Internetauftritt wurdest du da von deinem Tonmeister Heinz L. betreut. Welche Tipps kannst du den Zuschauern geben, damit dieser gute Ton auch bei ihnen ankommt?

Man kann sich das Internetkonzert über gute Kopfhörer anhören, man kann die HiFi-Anlage anschließen oder Boxen, aber natürlich auch einfach über die Originalausstattung des Computers oder Tablets. Je besser das Equipment, desto besser der Sound. Die Auswahl ist groß und jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn passt.

Du sagst: "Kein Auftritt gleicht dem anderen!" Was gibt jedem Auftritt dieses besondere Flair?

Die verschiedenen Menschen!

Dein Internetauftritt hat ohne Publikum stattgefunden: hat es dir gefehlt?

Mein Team war ja da, das sonst nicht in dieser Konstellation um mich ist, also haben auch hier die verschiedenen Menschen das Flair des Abends ausgemacht. Mir war bewusst, dass die Situation jenem bei einem Fernsehauftritt gleicht, bei dem auch mir unbekannte Menschen vor den Bildschirmen sitzen und mein Publikum sind.
Dieses Jahr soll aber Publikum auch live vor Ort sein. Nähere Informationen dazu wird es noch über Facebook und auf meiner Homepage geben.

Wie hast du das Publikum an den Bildschirmen dennoch in deinen Internetauftritt eingebunden?

Nach dem Konzert konnten per Mail Fragen gestellt werden. Das wurde sogar zu einem kleinen Wunschkonzert, aber es gab auch konkrete Fragen, die ich beantwortet habe. Diese Möglichkeit soll es auch dieses Jahr geben.

Nach welchen Kriterien hast du die Lieder für deinen Internetauftritt ausgesucht?

Ich habe die Lieder chronologisch aus den einzelnen CD's ausgewählt und so einen Querschnitt durch mein Schaffen geboten.
Um das Programm zusammenzustellen, habe ich alle Tonträger vom ersten bis zum letzten durchgehört, auch solche Projekte wie "Drei Stimmen d'Amour", und war überrascht, manche schönen Lieder wieder zu entdecken. So habe ich auch einige dieser Lieder zu meinem neuen Programm für Kirchenkonzerte dazugeholt. Es ist durchaus gut, wenn man hin und wieder in die Vergangenheit geht.

Was hat dir dann am meisten Spaß bereitet bei deinem ersten Internetauftritt?

Ich wusste ja nicht, wie es mir gehen wird und wie alles sein würde. Und dann habe ich begonnen, mein erstes Lied - La Luna blu - zu singen, und habe gespürt: das ist genau meines! Ich musste mich sogar bremsen beim Moderieren und Erzählen, soviel Spaß hat mir einfach alles dabei gemacht.

Du hast als Datum für die Übertragung den Geburtstag deiner Oma gewählt?

Ja, sie war für mich ein wichtiger und vertrauter Mensch, den ich sehr geliebt habe.

Auf dem Flatscreen neben dir waren bei der Internetübertragung deine wunderschönen Reisebilder zu sehen. Wie entstehen sie? Und wie bearbeitest du sie?

Sie entstehen zumeist während der langen Autofahrten, die mein Beruf mit sich bringt.
Oft müssen sie dann aber noch in die richtige Proportion gerückt werden, denn erst wenn man die Bilder in Szene setzt, beginnt das Kunstwerk.

Viele der Bilder zeigen Naturmotive. Was bedeutet Natur für dich?

Natur ist Leben und Leben ist alles.

Es gab früher Ausstellungen mit deinen Ölgemälden. Gibt es in diese Richtung auch Pläne mit deinen Reisebildern?

Ich könnte mir vorstellen, dass ich in Zukunft weitere "Martineen" veranstalte, wie es heuer zu meinem Geburtstag eine gab, allerdings in Form von kleinen Konzertreihen. Dabei werde ich dann auch Bilder ausstellen, die verkäuflich sind.

Zur Zeit bist du gerade auf einer Solotour mit Band durch Österreich und Deutschland unterwegs. Welche Erfahrungen machst du da?

In Deutschland ist es die dritte Tour mit Band, in Österreich die erste. Ich habe das Glück, eine Band mit Menschen gefunden zu haben, die sehr gut zusammenpassen, aber auch sehr gut zu mir und meinem Team passen. Das ist die Grundvoraussetzung, um schöne Musik machen zu können, Musik, die zu Herzen geht.

In welche Richtung möchtest du mit deiner Musik gehen?

Ich bin für Neues immer offen, verleugne aber nicht, wo ich herkomme. In den letzten Jahren ist meine Musik flotter geworden, aber ich kann mir durchaus vorstellen, auch einmal eine CD nur mit stillen Liedern zu machen, z.B. als Projekt für Weihnachten. Bei meinen Solokonzerten war auch die Musik sehr gefragt, die "unplugged" gespielt wurde.

Du hast einmal gesagt: "Der Plan einer Wasserleitung löscht nicht den Durst." Worauf hast du noch Durst in deinem Leben?

Ich bin neugierig auf alles, was mir das Leben noch bietet. Man braucht nur dem Fluss des Lebens zu folgen, denn es treibt einen ohnehin an dieses und jenes Ufer. Insofern lasse ich mich überraschen, was auf mich zukommt. Ich werde nichts erzwingen und mit aller Kraft irgendwohin rudern, um dann dort feststellen zu müssen, keine Kraft mehr für das Eigentliche zu haben. Ich warte, bis die Zeit für gewisse Dinge gekommen ist: so konnte ich bisher mein Leben am besten leben.

TERMIN für den Internetauftritt: 14.Oktober 2017, 20h

TICKETS für den Internetauftritt: www.monika-martin.at

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