Andritzer Hauptplatz: Das Dorf in der Stadt

Hier kennt man einander: Das Leben in Andritz spielt sich rund um den Hauptplatz ab, wo jeden Samstag und Dienstag ein Bauernmarkt   die Andritzer mit Lebensmitteln versorgt.
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  • Hier kennt man einander: Das Leben in Andritz spielt sich rund um den Hauptplatz ab, wo jeden Samstag und Dienstag ein Bauernmarkt die Andritzer mit Lebensmitteln versorgt.
  • Foto: prontolux
  • hochgeladen von Robert Bösiger

Die Stadt der Dörfer – das scheint Graz zu sein, glaubt man den vielen Menschen in unserer Serie „Mein Graz“, die ihr Grätzl oft als „kleines Dorf“ bezeichnen, in dem man einander kennt, grüßt und hilft.
Das trifft wohl kaum mehr auf einen Bezirk zu als auf Andritz. So betont auch Erich Guggi das Dörfliche an „seinem“ Andritz. Seit 1998 betreibt er das „Bistro Guggi“ in der Nähe des Andritzer Hauptplatzes, genauer gesagt in der Grazer Straße.
„Von Alt-Andritzern, die 70, 80 Jahre alt sind und schon seit ihrer Geburt hier wohnen, hört man immer wieder das Schlagwort „Das Dorf in der Stadt“. Die Innenstadt ist anonym, hier kennt man einander, wie am Land. Das gefällt mir schon sehr gut“, führt der sympathische Gastwirt aus.
Das „Ortszentrum“ ist wohl der Andritzer Hauptplatz rund um die Straßenbahn-Endstation. Bei unserem Rundgang zeigt sich nämlich der Platz als Dreh- und Angelpunkt des Bezirkes. Menschen jeden Alters steigen aus der Straßenbahnen, bewegen sich zu den vielen Geschäften, in die Cafés oder nachhause.

Der Verkehr wird mehr

Obwohl das Angebot der Öffis „durchaus in Ordnung“ ist, wie Guggi betont, hat das Verkehrsaufkommen stark zugenommen. „Das liegt daran, dass in den letzten Jahren merklich viele Leute hierher gezogen sind“, erzählt Guggi, „erstens, weil der Bezirk eine schöne Wohngegend ist und zweitens, weil es teuer geworden ist. Andritz muss man sich heute einmal leisten können.“ Das hat aber nicht unbedingt Auswirkungen auf die Anzahl der Gäste, die sein kleines Beisl aufsuchen. „Kein Gastwirt in der Umgebung kann behaupten, dass sich der Zuzug auch auf die Frequenz der Gäste niederschlägt“, berichtet Guggi, „denn sehr viele, die hierher ziehen, gehen die ersten Jahre kaum in Lokale, weil sie die Wohnung abzahlen müssen. Das ist ganz klar.“

Junge und „alte“ Familien
Andritz werde als Wohngegend aber nicht nur bei jungen Familien immer beliebter, beobachtet Guggi, auch ältere Menschen zieht es in der Pension in den Nordosten von Graz. So berichtet er etwa von einigen Pensionisten-Pärchen, die aus dem Reihenhaus in eine Wohnung nach Andritz gezogen sind. „Wenn man im Alter kränklich wird und die Kinder ganz woanders sind, verkaufen die Leute das Haus und nehmen sich eine kleinere Wohnung, zum Beispiel in der Ärztekammersiedlung“, weiß Guggi. Denn die Lebensqualität ist hoch, die Luft ausgezeichnet und der Schöckl nicht weit. Wenn er von den Vorzügen seines Grätzls spricht, kommt der Gastwirt ein wenig ins Schwärmen: „Spazieren, Wandern, Laufen – man hat alles vor der Haustüre. Andritz ist absolut lebenswert.“

Grätzl-Fakten

Andritz (slawisch „jendrica“ – „schnell fließendes Wasser“) ist der flächenmäßig größte Grazer Stadtbezirk und besteht aus den alten Dörfern Oberandritz, Unterandritz, St. Veit, sowie der Streusiedlung Neustift.
Die bäuerlichen Strukturen änderten sich, als Josef Körösi 1852 eine Maschinenfabrik ansiedelte (heute Andritz AG).
18.339 Menschen lebten bei der Zählung 2012 in dem Bezirk.

* Hier geht’s zur Diashow mit Audiokommentar von Erich Guggi

* Mehr Diashows und Geschichten zu "Mein Graz"


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