Auf dem Trockenen
Der Grazer Osten braucht dringend ein Freibad
- Der Sprung ins kalte Wasser wie hier in Eggenberg ist für Menschen, die in St. Peter wohnen, weit.
- Foto: Holding Graz
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Trockene Angelegenheit: Für alle Grazerinnen und Grazer, die im Osten von Graz wohnen, ist der Weg ins nächste Schwimmbad weit. Die ÖVP will das jetzt ändern.
GRAZ. Schön langsam macht der Sommer ernst, in diesen Tagen steigen die Temperaturen erstmals über die 30-Grad-Marke. Jener Zeitpunkt also, an dem die Grazerinnen und Grazer traditionell den Weg ins Freibad suchen.
Kein Freibad im Osten von Graz
Dabei haben allerdings nicht alle die gleichen Voraussetzungen. Denn während man im Westen – unter anderem mit „Auster“ und Straßganger Bad – aus dem Vollen schöpft, sitzen die Menschen im Grazer Osten auch dieses Jahr wieder auf dem Trockenen, sprich: Sie haben kein Freibad in unmittelbarer Nähe.
- Spielen den Ball an die Rathauskoalition weiter: Georg Schröck-Weikhard und Erich Kickenweitz wollen ein Freibad in St. Peter.
- Foto: ÖVP Graz
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Davon sind gar nicht so wenige Menschen betroffen: Über 61.500 Menschen leben allein in den Bezirken St. Peter, Puntigam, Liebenau und Waltendorf. Mit St. Leonhard sind es schon beinahe 80.000 Menschen, die auf Naherholung im wahrsten Sinne des Wortes verzichten müssen – vor allem seit der Schließung des Pammerbads im Jahr 2004. Die Conclusio, zumindest aus Sicht der Grazer ÖVP: „St. Peter als einwohnerstärkste Familienbezirk im Grazer Südosten bietet sich regelrecht als Standort für ein dringend benötigtes familienfreundliches Freibad an“, lässt Bezirkspartei-Obmann Georg Schröck-Weikhard wissen.
Mit den Öffis ein „breiter Weg“
Hintergrund: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es weit zum Badevergnügen: Das nächstgelegene Familienbad ist die Auster in Eggenberg, wobei man hier mit Umsteigen 41 Minuten unterwegs ist. Um ins Stukitzbad zu kommen, benötigt man 45 Minuten, ins Straßganger-Bad eine gute Stunde. „Es ist realitätsfern, dass eine vierköpfige Familie mit Kleinkindern im Hochsommer eine solche Reise in ein Bad antritt", so Schröck-Weikhard. Das Ragnitzbad sei zwar toll, reiche aber von der Kapazität her bei Weitem nicht aus. Viele würden sich daher lieber ins Auto setzen und etwa die 25 Minuten Fahrt zum Wellenbad Gleisdorf (inklusive kostenlosem Parkplatz) in Kauf nehmen.
- Im Margaretenbad sind die Spielflächen für Kinder eher klein gehalten.
- Foto: Grätzelinitative Margaretenbad
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Bezirksvorsteher-Stellvertreter Erich Kickenweitz ergänzt: "Graz ist eine wachsende Stadt, nur wachsen die Naherholungsangebote dabei nicht mit." Gerade in Zeiten, in denen sich die Menschen sehr gut überlegen müssten, auf Urlaub zu fahren, müsse man als Stadt für entsprechende Freizeit-Angebote sorgen. "Platz gibt es in St. Peter genug – man denke nur an die großen Flächen zum Beispiel in Messendorf", so Schröck-Weikhard.
Linz hat's besser
Der Vergleich macht sicher. So hat sich die ÖVP die durchaus vergleichbare oberösterreichische Hauptstadt angesehen: „Linz hat 90.000 Einwohner weniger als Graz, verfügt aber über vier Freibäder, ebenso viele Hallenbäder und drei Badeseen, die noch dazu gratis zu benutzen sind", zählt Schröck-Weikhard auf. Dazu würden noch ganze sieben Kinderfreibäder kommen, die über ganz Linz verteilt sind und in denen Kinder bis 12 Jahren freien Eintritt haben. "In Graz gibt es gerade einmal ein einziges „Noppelbad“, verweist Kickenweitz auf den Nachholbedarf in Graz. Die ÖVP-Politiker fordern daher den zuständigen Stadtrat Manfred Eber nun auf, Varianten für ein Freibad im Osten zu prüfen.
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